Im Saarland wurden erneut zwei Spielhallen überfallen. In Saarbrücken war es möglich, den Täter umgehend zu fassen. Weitere Täter, die eine Spielhalle in Lauterbach überfallen haben, sind immer noch auf der Flucht. Die Überfälle sind keine neue Sache für die saarländische Polizei. Es kommt in unregelmäßigen Abständen zu Überfällen in Spielhallen. Es gibt verschiedene Gründe, warum Spielhallen ein beliebtes Ziel für Überfälle sind. Den betroffenen Kassierern hilft diese Erkenntnis jedoch nicht.

Polizei BlaulichtPolizei berichtet von zwei Überfällen in einer Nacht

Bei einem Spielhallen-Überfall in Saarbrücken wurde aus einem Kunden innerhalb von Sekunden ein Täter. Mit einem Schraubenzieher bedrohte der Mann die Kassiererin, die daraufhin sofort den in Spielhallen üblichen Notfallknopf betätigte. Glücklicherweise gab es eine Polizeistreife in der unmittelbaren Nähe, sodass die Dame schnell professionelle Hilfe bekam. Der Täter konnte umgehend gefasst werden. Aufgrund der Umstände ist wohl davon auszugehen, dass es sich um eine Verzweiflungstat handelte. Für den Täter gab es letztlich keine Chance zu entkommen mit der Beute. Glücklicherweise ist die festgenommene Person während der Tat nicht auf die Idee gekommen, der Kassiererin etwas anzutun. Es kommt nicht selten vor, dass Überfälle eskalieren und am Ende Menschen zu Schaden kommen.

Der zweite Überfall fand in Lauterbach statt. Bei diesem Überfall handelte es sich offensichtlich um eine geplante Tat von mehreren Personen. Anders als in Saarbrücken kam es bei diesem Überfall auch zu Gewalt. Der Kassierer in der Spielhalle wurde mehrfach geschlagen. Die Täter brachen in der Folge mehrere Automaten auf und flüchteten mit der Beute. Besonders erfolgreich waren die Räuber jedoch nicht. Gerade einmal knapp 600 Euro konnten die Täter entwenden. Die Flucht fand wahrscheinlich in Richtung Frankreich statt. Die Polizei konnte nicht mehr eingreifen und nach der Ankunft nur noch die Spuren sichern. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Überfälle ist sich die saarländische Polizei sicher, dass die beiden Taten nichts miteinander zu tun haben.

Spielhallen für Kriminelle beliebtes Ziel

Viele Spielhallen, nicht nur im Saarland, haben rund um die Uhr geöffnet. Die wenigsten Spielhallenbetreiber können sich einen vernünftigen Sicherheitsdienst leisten. Dafür befindet sich aber immer Bargeld in der Spielhalle. Allerdings wurde auch beim Überfall in Lauterbach deutlich, dass die zu erbeuteten Beträge in der Regel doch recht niedrig sind. Die klugen Spielhallenbetreiber sorgen dafür, dass immer nur gerade so viel Geld vorhanden ist, wie für die laufenden Spiele gebraucht wird. Die überschüssigen Gewinne werden in der Regel schnell aus der Spielhalle herausgebracht, um keine falschen Anreize zu schaffen. Trotzdem sind dreistellige und manchmal sogar vierstellige Beträge als Beute möglich.

Bei Lichte betrachtet war die Beute im aktuellen Fall angesichts des Risikos, das die Täter eingehen, doch sehr mager. Wer für einen Raubüberfall festgenommen wird, muss mit einer erheblichen Freiheitsstrafe rechnen. Zudem gibt es immer die Möglichkeit, dass bei der Tat die Situation eskaliert. Am Ende geht es dann vielleicht nicht mehr um Raub, sondern um einen Raubmord vor Gericht. Das ist jedoch für Menschen, die existenzielle Probleme haben und deswegen dringend Geld benötigen, nicht immer ein Hinderungsgrund. Die Polizeistatistiken zeigen, dass zum Beispiel Drogensüchtige überdurchschnittlich häufig an Überfällen in Spielhallen beteiligt sind. Auch andere Personen, die schnell Geld brauchen, aus welchem Grund auch immer, suchen sich eine vermeintlich leicht auszuraubende Spielhalle eher aus als eine Bank.

Besucher von Spielhallen auch gefährdet

Ob in den beiden aktuellen Fällen noch andere Besucher in den Spielhallen waren, lässt sich aus dem Polizeibericht nicht ermitteln. Aber es kommt nicht selten vor, dass bei Überfällen auch Besucher in einer Spielhalle anwesend sind. Wenn ein bewaffneter Täter eine Spielhalle überfällt, kann das nicht nur zu einer traumatischen Erfahrung führen. Auch ein Kunde, der sich aus der Sicht des Täters vielleicht eine Sekunde lang falsch verhält, kann unter Umständen noch deutlich schlimmere Folgen davontragen. Das Überfall-Risiko in Spielhallen ist vielleicht auch einer der Gründe, warum viele Glücksspiel-Fans mittlerweile bevorzugt mobile Casinos auf dem Handy nutzen.