Inzwischen sind sich die Medienberichte einig: Die Deutsche Telekom hat die Fußball-EM 2024 im Sack. Wie viel das Unternehmen für die Europameisterschaftsrechte bezahlt hat, ist nicht bekannt. Klar ist nur, dass die Live Übertragungsrechte der insgesamt 51 Austragungen des Turniers, die allesamt in Deutschland stattfinden, an den Bonner Konzern gehen. Somit schauen die beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF in die Röhre. Bittere Zeiten – auch für Fußballfans! Dank regelmäßiger Zahlung der GEZ-Gebühren waren es die Liebhaber des Ballsports bisher gewohnt, die ganz großen Meisterschaften wie EM und WM immer wieder live und frei zu empfangen. Das wird sich ab 2024 definitiv ändern.  

Nicht alle EM-Spiele 2024 frei zu empfangen

InterwettenDie Fußball-Europameisterschaft 2020 wird nach wie vor bei der ARD und dem ZDF ausgestrahlt. Spekulationen gehen allerdings im Moment dahin, dass den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern mal wieder eine Diskussion über Gebührenerhöhungen ins Haus steht, und das, obwohl ein Großteil der Spiele der EM 2024 nicht bei ARD oder ZDF laufen wird. Na dann: Prost Mahlzeit! Denn das wird dem Gebührenzahler aller Voraussicht nach gar nicht schmecken. Noch dazu, wo doch die Fußball-Europameisterschaft 2024 im eigenen Land ausgetragen wird. Die Stadien, in denen die Spiele stattfinden sollen, stehen auch schon fest. Es werden Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Hamburg Gelsenkirchen, Leipzig, Frankfurt und – last but not least – Dortmund sein. Natürlich gibt es da auch noch den Rundfunkstaatsvertrag. Der besagt, dass „...sowohl das Eröffnungsspiel, die Halbfinals, das Finale und die Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft frei empfangbar sein müssen.“

Werden Sublizensierungen vergeben?

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wer die ganzen anderen Spiele des Turniers ausstrahlt. Will die Telekom ihre eigenen Kanäle, wie z.B. Magenta TV pushen, oder werden sogenannte Sublizensierungen vergeben? Dafür kämen auch andere private Sender in Frage, wie beispielsweise RTL, wo ja bereits die Qualifikationsspiele für die Europa-Meisterschaft 2020 gezeigt werden, oder aber auch Eurosport und Sport 1. Der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge, plant die Telekom faktisch den Verkauf von Sublizenzen. Das hieße auch für die öffentlich-rechtlichen Sender, dass ARD und ZDF durchaus noch eine Chance hätten, sämtliche Begegnungen des Kontinental-Wettbewerbs zu zeigen. Das wiederum wird aller Voraussicht nach für den Zuschauer bedeuten: höhere Gebühren. 

Einschränkungen für Fußball-Fans?

Selbstverständlich ist es im Interesse der Telekom ihren Streaming Dienst Magenta TV nach vorne zu bringen. Dieser Internet-Dienst ist gebührenpflichtig, und man kann ihn mit einem Anschluss der Telekom sowie einem dazugehörigen Receiver, oder aber auch auf dem Tablet oder über Smartphone Apps empfangen. Bis jetzt hatte die Telekom nur in etwas „unbedeutendere“ sportliche Ereignisse investiert, wie unter anderem in Live-Begegnungen der 3. Fußball Bundesliga, in die Basketball-Bundesliga oder auch in die Deutsche Eishockey Liga (DEL). Magenta TV bot zuletzt noch gebührenfrei die Basketball Bundesliga-Spiele im Internet an. 

Sollte es wider Erwarten doch nicht zu einer Sublizensierung der EM-Rechte 2024 kommen, sondern die Spiele ohne deutsche Beteiligung würden nur in Streaming Diensten zur Verfügung stehen, dann werden auch die Liebhaber von Sportwetten, die man heutzutage auch in zahlreichen seriösen Online Casinos abschließen kann, Einschränkungen hinnehmen müssen. Beispielsweise wird es für die Freunde von Ereignis-Wetten schwierig, sofern sie sich keinen gebührenpflichtigen Streaming-Dienst leisten können. Denn das mitfiebern, ob das getippte Ereignis nun auch tatsächlich stattfindet, oder nicht, bleibt ihnen in diesem Fall versagt.

Dazn kaufte Sportrechte von Eurosport

Schon Mitte Juli wurden die Deutschen Fußballfans ganz plötzlich von einer Neuerung überrascht. Das Pay-TV Dazn – eine Tochter des US-Unternehmens Discovery – hatte ganz kurzfristig eine ganze Reihe von Sportrechten bei Eurosport „eingekauft“, unter anderem an der Fußball Bundesliga. Der Streaming-Dienst zeigt nun alle Spiele der Bundesliga live, die man bisher bei Eurosport ansehen konnte. Dabei handelt es sich um 40 Partien, wovon 30 freitags stattfinden und jeweils fünf an den Sonntagen und Montagen. Hinzu kommen die Relegationsspiele für die erste und die zweite Bundesliga sowie auch noch der Supercup. Außerdem empfängt man bald auch Eurosport 1 und 2 über Dazn. Und das keineswegs nur in der BRD, sondern auch in Italien, Spanien und Österreich. Den Dazn-Abonnenten stehen darüber hinaus auch noch die Tour de France, einige bedeutende Tennis-Turniere, sehr viel Skisport und die Olympiade zur Verfügung – auch wenn die zuletzt genannten zum Teil ebenfalls öffentlich-rechtlich zu empfangen sind. Einen „ganz besonderen Moment“ nannte der Deutschlandchef von Dazn, Thomas de Buhr, den Abschluss dieses Deals. „Es gibt inhaltlich wenig Überlappung und viel Ergänzung," sagte er weiter, machte allerdings keine Angaben über finanzielle Details. Nur soviel ist sicher: es muss um sehr, sehr viel Geld gegangen sein. Daher ist auch die angekündigte Preiserhöhung nicht verwunderlich. Das Dazn-Abo soll von bisher zehn Euro auf zwölf Euro erhöht werden. Darüber hinaus werden jetzt auch Jahres-Abos angeboten. Für solche Abonnenten ändert sich nichts an der Zehn-Euro-Regelung. Der Vertrag wurde zunächst bis Sommer 2021 abgeschlossen. Danach werden die Karten ohnehin neu gemischt, da dann der DFL die Rechte wieder neu vergibt.