ddos-attackeSämtliche Gambler und Kunden des britischen Online Casino Betreibers und Anbieters von Sportwetten William Hill erlebten am Dienstag Abend eine wahrlich böse Überraschung, denn sie standen im übertragenen Sinne vor verschlossenen virtuellen Türen. Nichts ging mehr an diesem Abend bei William Hill und dies gerade am Dienstag wenn die Champions League spielt. Ob der Fußballfreund, der noch schnell ein paar Wetten platzieren wollte oder der Liebhaber von Online Casino Spielen, der sich dem ganzen Rummel um König Fußball bei einer gepflegten Runde an den Automatenspielen oder am Roulette entziehen wollte, alle schauten sprichwörtlich in die Röhre, denn William Hill wurde Ziel einer feindlichen DDoS-Attacke und der Server streikte. Für einen Online Casino Betreiber, der auch zum großen Teil von Sportwetten lebt, ist dies der Supergau schlechthin. Gerade die Champions League, die immer am Dienstag startet, gehört neben den großen Events, wie Europa- und Weltmeisterschaft, zu den absoluten Umsatzmagneten und lässt die Kasse klingeln. Doch nicht nur für William Hill ist dieser DDoS-Angriff ein schwerer Schlag, auch für die Kunden des Unternehmens ist die Nichterreichbarkeit der Internetseite nicht gerade erbaulich und so dürften sich viele der Gambler an diesem Abend nach einem anderen Online Casino mit Sportwetten umgesehen haben.

Bei einem DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) werden unzählige Anfragen oder Datenpakete an eine bestimmte Internetadresse gesendet. Dabei übersteigt die Bandbreite der Anfragen und gesendeten Daten die Bandbreite des Servers der spezielle Seite, die für die Verarbeitung zur Verfügung steht, um ein vielfaches und sorgt somit zu einer enormen Verzögerung oder im schlimmsten Fall zu einem kompletten Ausfall. Dies ist ähnlich,wie wenn sich zu viele Autos auf einer Straße befinden und es deshalb zu Stop-and-Go oder Stau kommt.

Hacker oder Konkurrenz – wer steckt dahinter?

Schon seit Jahren gibt es immer wieder spektakuläre Fälle von DDoS-Angriffen, bei denen meist große Firmen oder Regierungsseiten das Ziel der Attacken darstellen. Mag bei Regierungsseiten die Nichterreichbarkeit der Internetseite noch verschmerzbar sein, stellt sie jedoch für ein Unternehmen, das seine Umsätze und Gewinne einzig und allein über das World Wide Web generiert, eine äußert bedrohliche Situation dar. Diese Form von DDoS-Attacken wird deshalb auch sehr gern von Konkurrenten des betroffenen Ziels eines solchen Angriffs zur Schädigung eingesetzt. Ebenfalls können Hacker versuchen mit so einer Aktion von anderen Vorhaben abzulenken, um die Systemadministratoren zu beschäftigen und somit unerkannt Daten, wie Kreditkarteninformationen oder Adressen, zu stehlen. Der jetzt erfolgte DDoS-Anriff auf William Hill war so schwer, dass das britische Unternehmen noch bis Donnerstag schwer damit zu kämpfen hatte und die eigenen Online Casino Dienste und Angebote an Sportwetten immer wieder ausfielen oder extrem verzögert beim Kunden zu Hause auf dem PC ankamen.

Die Systemadministratoren von William Hill versuchten seit Dienstag die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Kurz nach dem Beginn dieses Angriffs wurden die Kunden des Online Casinos über Twitter, Facebook und anderer sozialer Medien darüber informiert und gebeten über die eigene App die Dienste in Anspruch zu nehmen.

Dieses Jahr steht für William Hill unter keinem guten Stern

William Hill war lange Zeit der Branchenprimus in vereinigten Königreich, doch der ehemals strahlende Lack hat über die letzten 2 Jahre gehörig Risse bekommen. Einige Online Casinos mussten vom Netz genommen werden und liegen nun im virtuellen Friedhof verscharrt, im März diesen Jahres gab es zudem auch noch ein Gewinnwarnung zu verdauen und die nun angepeilten Erträge für dieses Geschäftsjahr fallen mit 260 bis 280 Millionen Pfund auch bei weitem nicht mehr so üppig aus wie in früheren Tagen. Sollte die schlechte Performance am Markt nicht irgendwann überwunden werden, könnte William Hill irgendwann die Kraft ausgehen, sich gegen eventuelle Übernahmen zu behaupten. Noch konnten Fusionspläne durch die 888Holdings und die Rank Group abgewehrt werden, doch ist die Frage wie lange dies noch gut geht. Den eignen Plänen zu einer Firmenhochzeit mit dem Besitzer von PokerStars und Full Tilt Poker, dem kanadischen Glücksspielkonzern Amaya, machten die eigenen Anleger einen dicken Strich durch die Rechnung und somit steht William Hill immer noch als Beute für andere Unternehmen auf dem Markt.

Die jetzt erfolgte Attacke und die mehrere Tage andauernde Beeinträchtigung der weltweiten Plattform, werden sicherlich nicht das Vertrauen der Kunden in William Hill gestärkt haben und mit einem deutlichen Verlust an Gamblern dürfte zu rechnen sein, denn die wichtigste Währung für ein Online Casino stellt immer noch Vertrauen dar.