Casinos Austria und Novomatic

Foto Quelle: Grand Casino Baden

Zwischen dem touristischen Magnet Edelweiß und dem Verkaufsschlager Red Bull ziehen die Österreicher in den letzten Wochen die Aufmerksamkeit aus einem ganz anderen Grund auf sich. Nicht allein, dass die Casinos Austria zum Verkauf stehen, wurden in dieser Woche doch die Lizenzen für drei Casinos zurückgenommen, wie wir berichteten. Vor einem Jahr wurden die Lizenzen vergeben. Kurz darauf erfolgte der Einspruch der leer ausgegangenen Casinos Austria und die Zwangspause hinsichtlich der Baumaßnahmen und Werbung, was die glücklichen Lizenzträger, wie Novomatic, anging. Das Urteil gegen den Vergabeprozess hat jetzt vor allem die Casinos Austria aufatmen lassen. Wie sich allerdings nach aktuellem Kenntnisstand herausstellt, ging es nur um einen einzigen Atemzug der Erleichterung, ehe die Luft auf einmal dünn wurde – bisher dauerhaft. Denn jetzt wird überlegt, ob die drei wieder freigegebenen Lizenzen überhaupt vergeben werden sollten oder müssen.

Was wäre, wenn keine Glücksspiel-Lizenz vergeben wird?

Mit dieser Wendung hat vor allem einer nicht gerechnet: Die Casinos Austria. Dennoch wären die derzeit 12 Casinos des Unternehmens selbst diejenigen, die direkte Vorteile daraus ziehen. Den Überlegungen und Einschätzungen des Marktes nach, soll durch die Einstellung der Lizenzvergabe eine Stärkung, der sich bisher auf dem Glücksspiel-Markt befindlichen Casinos und Spielbanken erfolgen. Dies betrifft dann auch die Casinos Austria. Bisher wurden die Verkaufspreise für die Casinos Austria nach oben manövriert – dies hat zumindest die Zeit und die Wartestellung der Noch-Inhaber bewirkt. Neben der Öbib und damit stellvertretend dem Staat, haben sich Bieter aus dem In- und Ausland zu erkennen gegeben. Nun wird ein Szenario angedeutet, das vor allem den inländischen Akteuren zu Gute kommen kann. Derzeit hält die Öbib 33 Prozent der Casinos Austria-Anteile. Wie bekanntgegeben wurde, sollten weitere Anteile dazugekauft werden. Für die Novomatic soll ein Anteil der Öbib herausspringen. Dies sehen zumindest die ersten Gedankenspiele der einen Akteur-Gruppe vor. Im Fall der ausbleibenden Lizenzvergabe, soll Novomatic durch den Erhalt von beispielsweise 8 Prozent an den Casinos Austria beteiligt werden. Der Öbib würde in dem Fall noch 25 Prozent und die hinzugekauften Anteile verbleiben.

Politik hätte es ohne weitere Lizenzen vorerst leichter

So sieht es zumindest aus, fällt der Blick auf die Expansionsbestrebungen des Unternehmens. Diese wollen im 15. Bezirk ein weiteres Casino errichten. Allerdings würde diese das Thema der Nähe von Glücksspiel-Plätzen zu öffentlichen Bereichen nicht aufwerfen. In dem Fall ist der Spielerschutz, der auch in Deutschland gilt, nicht mehr gewährleistet und der Staat müsste sich intensiv mit der Abwägung der Für und Wider beschäftigen. In Deutschland dürfen Spielbanken nicht im Einzugsbereich von Kindergärten, Schulen und Kirchen sein.

Die Konsequenzen einer Änderung des Glücksspielgesetzes

Für die Casino-Branche hätte dies gravierende Auswirkungen. Angefangen beim Grand Casino Baden, das neben den zwei Novomatic-Lizenzen, die annulliert wurden das dritte Casino im Bunde ist, ging das Konsortium seit Erteilung der Lizenz und Annahme der Klage der Casinos Austria in finanzielle Vorleistung ging. Genau genommen zahlte Baden seit einem Jahr die Miete für das Casino im Wiener Palais Schwarzenberg. Sollte das Glücksspielgesetz eine Änderung gegen die erneute Lizenzvergabe erfahren, kann Baden um Schadensersatz klagen. Fraglich ist nur, ob eine positive Entscheidung im Sinne des Grand Casinos Baden zu erwarten ist. Zu den bekanntesten Namen in der Gruppe des Grand Casinos Baden-Konsortiums gehört Gauselmann. Gauselmann ist einer der bekanntesten Spielautomatenhersteller und ist vor allem für seine Merkur Spieleautomaten weltbekannt.