Wetten und Glücksspiel haben die Menschen von jeher fasziniert. Und da diese Begeisterung einfach nicht abreißt, sondern eher noch stärker wird, sind das Spiel und die Menschen, die es betreiben, natürlich auch ein großes Thema für andere Bereiche - zum Beispiel das Fernsehen. Am häufigsten nehmen sich Drehbuchautoren einer solchen Aufgabenstellung an und entwickeln spannende fiktionale Stoffe, die anschließend verfilmt werden. In der Regel enthalten diese Filme die komplette Bandbreite an Gefühlen - genauso, wie das Glücksspiel selbst: emotionale Achterbahnen interessanter Persönlichkeiten mit riskanten Fallstricken und dem Potenzial, reich zu werden. Meist werden diese Streifen zunächst im Kino gezeigt, bevor man sie dann im TV zu sehen bekommt. Doch es gibt auch andere Beispiele, die gar nichts mit einem Spielfilm zu tun haben. Erinnern Sie sich noch an „Wetten dass...?“ Hier war das Glücksspiel sogar elementarer Bestandteil einer TV-Show - und zwar nicht irgendeiner, sondern der erfolgreichsten, die jemals im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Sie galt darüber hinaus auch noch als die größte TV-Show Europas.

„Wetten dass...?“ - Glücksspiel-Show im deutschen TV

Es wird behauptet, dass Frank Elstner das Konzept für „Wetten dass...?“ innerhalb von zwei Stunden geschrieben haben soll. Geschehen sei dies in einer schlaflosen Nacht. Der große Fernsehmacher hatte sich ein Glücksspiel-Format ausgedacht, das dann auch noch zum absoluten Quotenhit wurde. Zur Show wurden einige prominente Gäste eingeladen sowie verschiedene Wettanbieter. Jeder Wettanbieter erhielt einen Promi als Paten. Die jeweiligen Wettanbieter wetteten darauf, dass sie etwas ganz Besonderes konnten, und der Pate tippte dann auf den Wettausgang. Das heißt: der prominente Pate musste sich festlegen, ob das „Besondere“ des Wettanbieters in der Show tatsächlich gelingt, oder nicht. Für den Fall, dass der Pate seine Wette verlor, musste er bereits im Vorfeld einen Wetteinsatz festlegen. Ab 1987 konnten die Zuschauer auch noch den Wettkönig einer jeden Show wählen, was dazu führte, dass der Schwerpunkt schon bald auf sehr spektakulären Wetten lag.

Die Show wurde als Eurovisionssendung produziert - eine Zusammenarbeit von ZDF, dem Schweizer SR und dem österreichischem ORF. Ausgestrahlt wurde sie live, und zu einem ihrer Markenzeichen gehörte es, dass die Sendezeit ständig überzogen wurde. Schon in der ersten Show „hing“ Frank Elstner ganze 43 Minuten. Er moderierte „Wetten dass...?“ ab 1981. 1987 wurde er dann von Thomas Gottschalk abgelöst, der bis 1992 durch insgesamt 36 Sendungen führte. Nachdem Wolfgang Lippert als Moderator floppte übernahm Thomas Gottschalk die TV Show am 15. Januar 1994 erneut. Im Jahre 2014 folgte ihm dann Markus Lanz, bis „Wetten dass...“ Ende 2014 nach 215 Sendungen endgültig eingestellt wurde.

Derzeit halten sich hartnäckige Gerüchte, dass es eine Neuauflage in 2021 geben soll, und diese tatsächlich wieder mit dem inzwischen 70-jährigen Thomas Gottschalk als Gastgeber. 

Das Thema Glücksspiel im Film 

Neben TV Shows waren es in der Vergangenheit vor allen Dingen Spielfilme, die sich rund um das Thema Glücksspiel drehten. Als bester Pokerfilm aller Zeiten gilt „Rounders“. Darin spielt Oscarpreisträger Matt Damon einen Jurastudenten, dessen größter Traum es ist, ein professioneller Spieler zu werden. Er verliert alles und gewinnt es wieder zurück. Neben ihm spielen u.a. John Malkovich, Gretchen Mol, Edward Norton und John Torturro. Eine äußerst unterhaltsame Komödie von 1996, die jedoch nie den Weg in deutsche Kinos fand und in der BRD erst 2006 auf DVD erschien.

Ein weiterer Pokerfilm ist beispielsweise auch „High Roller: Die Stu Ungar Geschichte“ von 2003 mit Sopranos-Star Michael Imperioli in der Titelrolle. Hier wird der Versuch unternommen, sämtliche Höhen und Tiefen des Stuey Ungar (1953 - 1998), dem mutmaßlich besten No Limit Spielers aller Zeiten, mithilfe von Rückblenden zu erzählen. Das Werk erntete jedoch sehr schlechte Kritiken. Wer sich für Stu interessiert, dem sei eher die Doku „One of a kind“ empfohlen.

Einer der erfolgreichsten Filme in den 1970er Jahren war „Der Clou“, der im Original “The Sting“ heißt. Paul Newman und Robert Redford spielen in dieser Gauner-Komödie zwei Ganoven, die sich an einem Mafia-Boss rächen, weil er ihren Freund töten ließ. Dies gelingt ihnen letztlich bei einem ausgeklügelten Pokerspiel mit unglaublich hohen, fast schon unrealistischen Einsätzen.

Filmkulisse Las Vegas

Die häufigste Kulisse ist in all den Filmen, die sich rund um das Glücksspiel drehen, natürlich Las Vegas. Die Metropole in der Wüste Nevadas ist auch der Ort des Geschehens bei „Die Spielerin“, einem fast schon vergessenen Diamanten des Film Noir. Hier spielt Barbara Stanwyck die Tochter eines ehrlichen Spielers, in dessen Fußstapfen sie tritt. Doch sie hat kein Glück - weder im Leben noch in der Liebe und landet im Gefängnis.

Auch in der Neuauflage von „The Gambler“ aus dem Jahre 2014 wurden etliche Szenen in Sin City gedreht. Mark Wahlberg ist in der Rolle eines hochverschuldeten und spielsüchtigen Literaturprofessors aus New York zu sehen, der all sein Geld verspielt und es am Ende dann doch schafft, sich von seiner Sucht zu befreien.

Dieser Stoff war bereits 1974 von Karel Reisz verfilmt worden. In „Spieler ohne Skrupel“ spielte damals James Caan in der Hauptrolle. Sofern sie im frei empfangbaren TV ausgestrahlt werden, lohnen aber auch zahlreiche andere Streifen das „Hinschauen“. Besonders hervorzuheben sind hierbei natürlich „Casino“ von Martin Scorsese oder auch „Runner Runner“, bei dem sich Justin Timberlake und Ben Affleck im Online Poker profilieren. Wer nicht so lange warten will, sollte sich diese Filme bei Gelegenheit mal auf einem Streamingdienst wie Netflix ansehen. Sie sind ausgesprochen spannend und bieten hervorragende Unterhaltung - wie das Glücksspiel selbst.