Die Interactive Software Federation of Europe (ISFE), ein renommierter Verband der europäischen Videospiel-Industrie begrüßt in einer aktuellen Pressemitteilung, dass die dänische Glücksspielbehörde die Internetprovider dazu verpflichtet hat, 15 illegale Skin-Betting Webseiten zu blockieren. Diese kürzlich getroffene Entscheidung lenkt den Blick auf ein Problem, das in letzter Zeit größer wird. Das sogenannte Skin-Betting verbindet die Videospiel-Industrie mit der Glücksspiel-Industrie, aber nicht unbedingt in einer gesunden Art und Weise.

KopenhagenISFE möchte Maßnahmen gegen Skin-Betting in ganz Europa

Laut ISFE ist das Skin-Betting nicht nur in Dänemark ein großes Problem. Die großen Videospiel-Hersteller verbieten, dass ihre Skins für Versteigerungen oder Verkäufe kommerziell genutzt werden dürfen. Aus diesem Grund haben die Firmen ein großes Interesse daran, dass derartige Angebote vom Markt genommen werden. Damit sollen nicht zuletzt auch die Personen, die Skin-Betting nutzen, geschützt werden. Die Videospiel-Industrie ist riesig und aus diesem Grund gibt es viele potenzielle Kunden für derartige Angebote. Legal sind diese Angebote aber in Europa nicht, da die Anbieter durchweg gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Videospiel-Hersteller verstoßen.

Da es sich beim Skin-Betting um Glücksspiel handelt, sind die Glücksspielbehörden zuständig. Insofern ist es auch kein Zufall, dass die dänische Glücksspielbehörde aktiv geworden ist im jüngsten Fall. In vielen anderen europäischen Ländern, zum Beispiel in Schweden, Spanien, Malta und Zypern gibt es ebenfalls Glücksspielbehörden, die es renommierten Firmen ermöglichen, seriöse Online Casinos auf den Markt zu bringen. Gerade diese Behörden sollten daran interessiert sein, das nicht zugelassene Skin-Betting vom Markt zu nehmen. In den meisten Staaten wird das Glücksspiel staatlich reguliert, auch wenn nicht immer eine spezielle Glücksspielbehörde vorhanden ist. Das dänische Beispiel zeigt, dass es durchaus möglich ist, gegen diese Angebote vorzugehen.

Wichtige Infos zum Skin-Betting und zum aktuellen Verbot

In vielen Videospielen ist es möglich, sogenannte Skins zu kreieren bzw. beim Handeln oder Kämpfen innerhalb des Spiels zu bekommen. Diese Skins haben einen bestimmten Wert. Da Videospiele enorm populär sind, ist dieser Wert mittlerweile aber nicht mehr ausschließlich virtuell. Schon seit vielen Jahren werden vor allem Skins von populären Spielen wie Counter-Strike online gehandelt. Zulässig ist das nicht, insbesondere wenn es sich um kommerzielle Anbieter handelt, die ein Geschäft aus dem Verkauf von Skins machen. Beim Skin-Betting wird die Schraube noch etwas weiter gedreht, denn die Skins werden als Ersatz für eine reguläre Währung genutzt, um online Glücksspiele und Wetten anzubieten.

Ein typisches Beispiel für Skin-Betting ist ein Jackpot-Spiel, bei dem die Spieler ihre Skins einbringen und am Ende dann per Zufall entschieden wird, wer den gesamten Jackpot bekommt. Im Grunde funktionieren solche Glücksspiele ähnlich wie die regulären Glücksspiele mit richtigem Geld. Die IFSE weist darauf hin, dass das Skin-Betting oft nicht reguliert ist und deswegen auch Minderjährige, die keinen Zugang zu Online Casinos haben, diese Form der Glücksspiele eventuell nutzen können. Das allein wäre schon Grund genug, diese Branche, die bislang nicht besonders bekannt ist außerhalb der Videospiel-Szene, näher unter die Lupe zu nehmen.

Hersteller-Interessen und Spielerschutz als wichtige Argumente

Für die Spiele-Hersteller ist es schwierig, gegen den Verkauf und die Nutzung von virtuellen Gegenständen vorzugehen. Das Internet ist riesig und nicht jedes Land ist hilfreich beim Kampf gegen problematische Anbieter. Zudem wird das Instrument der Internetsperren, das aktuell von Dänemark genutzt wird, um Skin-Betting Webseiten zu bekämpfen, kritisch gesehen. Speziell in Deutschland dürfte es schwierig sein, auf diese Weise gegen die illegalen Angebote vorzugehen. Netzsperren wurden bereits beim Thema Kinderpornografie ausführlich diskutiert in der Öffentlichkeit. Am Ende war es nicht einmal bei diesem Thema politisch möglich, Inhalte auf diese Weise zu bekämpfen. Die Gegner der Netzsperren bemängeln die Wirksamkeit dieser Maßnahme und weisen zugleich darauf hin, dass damit der Zensur Tür und Tor geöffnet würde.