Vergnügen in Bad Wurzach wird teurer

Vergnügen in Bad WurzachWo genau Bad Wurzach liegt, werden wohl die wenigsten Bundesbürger letztlich genau wissen. Um zumindest diese Wissenslücke einmal zu stopfen sei an dieser Stelle gesagt, dass Bad Wurzach in Baden-Württemberg - genauer gesagt im Regierungsbezirk Tübingen liegt. Der Grund für Unkenntnis liegt mit Sicherheit darin, dass sich in Bad Wurzach in den vergangenen Jahren nicht sonderlich viel getan hat. Ein Umstand, der sich aus Glücksspielsicht jetzt nun ändern soll.

Erhöhung der Vergnügungssteuer

In Bad Wurzach soll das Vergnügen demnächst teurer werden. Nun gibt es Menschen, die sagen, dass es in Baden-Württemberg generell nicht viel zu lachen gibt und dass es schon an Dreistigkeit grenzt, das kleine Vergnügen des Glücksspiels jetzt auch noch zu verteuern. Nach Ansicht des Bürgermeisters Bürkle jedoch wurde es für diese Erhöhung dringend Zeit, da seit sieben Jahren die Vergnügungssteuer keine Erhöhung erfahren hat. Im Gemeinderat Bad Wurzach wurde daher eben jene Erhöhung von bisher 15 Prozent auf nunmehr 25 Prozent beschlossen. Damit schließt Bad Wurzach auf. Nicht zu Großstädten wie Stuttgart oder Berlin sondern vielmehr zu Gemeinden wie Isny. Immerhin etwas. Kurios ist allerdings, dass auch diese Erhöhung Ausnahmen erfahren wird. Die erhöhte Vergnügungssteuer bezieht sich einzig und allein auf Spielhallenbetreiber sowie Gaststätten. Die ohnehin schon durch das Mindestabstandsgesetz geplagten Anbieter sollen jetzt in Bad Wurzach ebenso wenig zu lachen haben wie die Bürger. Unter die Besteuerung fallen die direkt anfallenden Gewinne, die sich aus dem Betrieb der Glücksspielautomaten ergeben.

Keine Regel ohne Ausnahme

Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang allerdings die Ausnahmen, die der Bürgermeister mit der erhöhten Vergnügungssteuer verknüpft hat. So werden beispielsweise Vereinsheime oder Jugendräume nicht von der Erhöhung betroffen sein. Hier allerdings könnte der nüchterne Betrachter skeptisch werden. Glücksspielautomaten in Jugendräumen? Haben derartige Gerätschaften ohnehin in derartigen Räumlichkeiten aufgrund des Jugend- und Spielerschutzes nichts verloren? Für Bürgermeister Bürkle stellt sich diese Frage scheinbar überhaupt nicht, da er derartige Räumlichkeiten als nicht öffentlich ansieht. Seiner Ansicht nach sind derartige Räumlichkeiten eher privater Natur, da sie in der gängigen Praxis ohnehin keine Konzession besitzen und auch nicht öffentlich für Jedermann zugänglich seien. Also sozusagen ein Art Glücksspiel-Novum für Jugendliche und Vereinsmitglieder. Auf der Grundlage des Glücksspielgesetzes, welches nunmehr in Bad Wurzach rigoros umgesetzt werden soll, seien die vier Spielhallen sowie fünf Glücksspielautomaten-Aufsteller mehr als genug.

Der Ansatz des Bürgermeisters ist zwar durchaus kurios, allerdings auch ein Stück weit nachvollziehbar. Seiner Ansicht nach sei es wesentlich zielführender, einen Standort und dessen Attraktivität merklich zu verringern als im Nachhinein sich mit Schadenersatzansprüchen auseinandersetzen zu müssen. Die Erhöhung der Vergnügungssteuer wird von Bürkle allerdings nicht als Maßnahme gegen den Teufel Spielsucht verstanden. Er möchte nicht verhindern, dass ein Mensch sein Glück an den Glücksspielautomaten versucht. Spielt er allerdings, so soll die öffentliche Hand davon profitieren. Als ob die öffentliche Hand in Deutschland nicht ohnehin schon genügend profitieren würde. Die reine Präventivwirkung sei für Bürkle ohnehin viel entscheidender. Neue Glücksspielanbieter sollen durch die erhöhte Vergnügungssteuer abgeschreckt werden. Er selbst erwarte durch die Maßnahme eine Mehreinnahme in Höhe von rund 200.000 Euro jährlich. Dies funktioniert natürlich nur, wenn alle kräftig spielen.

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Danke für lhre Wertung!
Von Gerda Hartig | 30. Juli 2016 | Kategorien: Nachrichten, Wirtschaft | Labels: , , |

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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