Wenn es sich bewahrheiten sollte, könnte dies das Ende bedeuten. Zu schwer wiegen die Vorwürfe, die gegen das Wynn Resorts Ltd: in Las Vegas erhoben werden. Im Mittelpunkt steht wieder einmal der ehemalige CEO und Gründer des Unternehmens, Steve Wynn. Konkret geht es um die Klage der Mitarbeiterin Brenna Schrader, die als Heilmasseurin im Resorts angestellt ist. Sie wirft zum einem dem Unternehmen vor, dass das Arbeitsumfeld im Hotel- und Casino-Komplex, speziell an ihrem Arbeitsplatz, immer noch problematisch sei und viele Frauen davon abhalte, sich über sexuelle Übergriffe zu beschweren. Genau diese wirft sie auch ihrem ehemaligen Chef Steve Wynn vor und behauptet in der Zeit von 2012 bis 2016 zu sexuellen Handlungen von ihm genötigt worden zu sein. Außerdem beschuldigen neun andere Mitarbeiterinnen den Gründer von Wynn Resorts in einer Sammelklage, Witze über ihr Fehlverhalten gemacht zu haben. Das Gericht in Las Vegas muss sich nun mit diesen Vorwürfen beschäftigen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Unternehmen, speziell Steve Wynn, mit solchen Klagen konfrontiert sieht.     

Aufstieg und Fall von Steve Wynn

Linq Casino Las VegasDer heute 77-jährige Steve Wynn, der mit ursprünglichen Namen Steve Weinberg heißt, begann 1967 seine Karriere im Casino-Business. Damals beteiligte er sich am Frontier Hotel in Las Vegas und kaufte 1971 des Desert Inn Hotel des ehemaligen Milliardärs Howard Hughes. Schon im Alter von 31 Jahren begann er mit dem Aufbau des Golden Nugget Casinos, und es folgten im Verlauf seiner Karriere weitere Casinos, wie z.B. das Treasure Island, 1989 das Mirage und 1998 das Bellagio. Im Jahr 2000 verkaufte er dann für 6,6 Milliarden Dollar das im Jahr davor erworbene Mirage Resorts an die MGM Hotelkette

Auf dem Gelände des alten Desert Inn Hotel eröffnete er 2005 sein bekanntestes Projekt, das Wynn Las Vegas. Bei 2,7 Milliarden US-Dollar Baukosten und mit über 50 Stockwerken war es damals sowohl das teuerste als auch das höchste Casino-Hotel in Las Vegas. 

Darüber hinaus ist Steve Wynn auch ein passionierter Kunstsammler. In früheren Jahren hatte er schon mal durch den missglückten Verkauf eines Picasso-Gemäldes eine eher unvorteilhafte Aufmerksamkeit erlangt. 

Sein Vermögen wurde 2018 auf 3,5 Milliarden US-Dollar geschätzt, und er belegte damit Platz 814 der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Im selben Jahr erhoben mehrere Frauen Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen ihn. Daraufhin musste der seine Posten als Finanzchef der republikanischen Partei von Donald Trump räumen. Ein Jahr erst hatte er diesen Posten inne. Ebenso aufgeben musste er seinen Job als CEO der Wynn Resorts. Das Unternehmen wurde durch die Gaming Commission mit einer in dieser Höhe bisher noch nie dagewesenen Strafe von 35 Millionen US-Dollar im Staat Massachusetts, bzw. 20 Millionen US-Dollar im Staat Nevada belegt. Weitere 500.000 US-Dollar Strafe wurden an den CEO Matthew Maddox verhängt, da er sich an der Verschleierung von Vorwürfen gegenüber den Glücksspielbehörden beteiligt haben soll. 

Die Luft wird dünn für die Beteiligten

Und nun kommen die neuen Vorwürfe hinzu, obwohl das Unternehmen nach den vorherigen Anschuldigungen Besserung gelobt hatte. Aber es scheint so zu sein, als ob noch immer Druck auf die Mitarbeiterinnen ausgeübt wird, um weitere Anklagen zu verhindern bzw. es erst gar nicht soweit kommen zu lassen. In der Klageschrift heißt es, dass die Angeklagten den Mitarbeiterinnen jahrelang nahegelegt hätten, dass eine Verweigerung der vorgeworfenen „Handlungen“ an Vorgesetzten keine Option gewesen sei. Zudem sollen sie dazu aufgefordert worden sein, auch VIP-Gästen „Gefälligkeiten“ zu erweisen. Versuche sich dagegen zu wehren, seien am Desinteresse des Managements gescheitert. 

Um all diese sowie die vorherigen Vorwürfe zu vertuschen und die Arbeit der ermittelnden Behörden zu erschweren, bzw. komplett zu behindern, soll es im Unternehmen ein geheimes Kommunikationsnetzwerk gegeben haben. So heißt es in der Klageschrift: „Diese Geheimhaltungsbemühungen haben auch zu einem sexuell feindlichen Umfeld für Frauen geführt, in dem sie sich machtlos, ohne Stimme und unfähig fühlten, sich bei der Geschäftsleitung und den Verwaltungsbehörden zu beschweren oder nach einer Anstellung bei einem anderen Arbeitgeber in Nevada zu suchen.” 

Wynn Resorts fegt erstmal alle Anschuldigungen vom Tisch und weist darauf hin, dass ihnen von keinen weiteren sexuellen Übergriffen nach 2018 bekannt sei. Sie hätten nach ihrer Verurteilung zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um ein faires, offenes und unterstützendes Arbeitsumfeld zu garantieren. Aber natürlich würde man eigene Untersuchungen anstellen, um die Anschuldigungen zu verfolgen und zur Aufdeckung beitragen. Beim letzten Mal war das Unternehmen durch die Geldstrafen mit einem blauen Auge davongekommen, aber sollten sich die jetzigen Vorwürfe bestätigen, stände im schlimmsten Fall ein Entzug der Lizenzen auf dem Spiel. Das würde das Aus bedeuten. Dass die ganze Angelegenheit auch keine positiven Auswirkungen auf den Aktienkurs des börsennotierten Unternehmens hat, versteht sich irgendwie von selbst. Man wird sehen, wohin die aktuell angestrebten Klagen führen, und ob der Schatten von Steve Wynn noch lange über Wynn Enterprises schwebt. Bis es zu weiteren Nachrichten kommt, sollte man die Zeit nutzen und in einem seriösen Online Casino spielen.