Umsatzeinbruch wegen Rauchverbot? Das ist jedenfalls nach Ansicht von Casinos Austria zu befürchten. Bettina Glatz-Kremsner, die Generaldirektorin von Casinos Austria befürchtet einen Umsatzeinbruch von bis zu 30 Prozent. Aber ob es wirklich so kommen wird, darf zumindest bezweifelt werden. Und wenn es doch zu einem Umsatzeinbruch in den nächsten Jahren kommen sollte, sind wohl eher die Online Casinos schuld.

Casinos Austria befürchtet erhebliche Nachteile durch Rauchverbot

Rauchverbot CasinosIn Spiellokalen durfte in Österreich bisher geraucht werden. Doch ein neues Rauchverbot wird dafür sorgen, dass in Zukunft alle Raucher draußen bleiben müssen bzw. nach draußen gehen müssen, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Casinos Austria sieht das Rauchverbot deswegen kritisch und befürchtet, dass zwischen zehn und 30 Prozent weniger Umsatz erwirtschaftet werden. Laut Bettina Glatz-Kremsner versucht das Unternehmen gegenzusteuern mit besonderen Attraktionen, um die Übergangsphase möglichst sanft hinzubekommen. Noch lieber wäre der Casino-Chefin allerdings, wenn das Rauchverbot komplett gekippt wurde. Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Zudem darf zumindest bezweifelt werden, dass die Spiellokale tatsächlich einen heftigen Umsatzeinbruch verzeichnen werden. Auch wenn die Generaldirektorin von Casinos Austria behauptet, dass alle Erfahrungen dafür sprechen würden, gibt es doch viele Experten, die das anders sehen. Auch in Deutschland sind Debatten um Rauchverbot in Gaststätten und Spielhallen mit großer Vehemenz geführt worden. Am Ende hat sich dann aber gezeigt, dass die meisten Anbieter keine Umsatzeinbußen verzeichnen mussten.

Glücksspiel-Fans lassen sich nicht von Rauchverbot abhalten

In Österreich gilt das, was auch in Deutschland und anderen Ländern gilt: Für einen echten Glücksspiel-Fan ist das Rauchverbot vielleicht unschön, aber kein Grund, ein Spiellokal nicht mehr zu besuchen. Natürlich gibt es vereinzelt Glücksspiel-Fans, die das Rauchverbot als Anlass nehmen, nur noch zu Hause am Computer in Online Casinos zu spielen. Aber das dürfte auch in Österreich die Ausnahme sein. Die Glücksspiel-Fans, die online spielen, machen das schon längst, ganz unabhängig von neuen Rauchverboten. Deswegen wird es wohl nur wenige Spieler geben, die freiwillig auf den Besuch in einem Spiellokal verzichten, nur weil es in Zukunft nötig sein wird, zum Rauchen vor die Türe zu gehen. Allerdings kann es durchaus sein, dass in den nächsten Jahren der Umsatz von Spiellokalen nach unten geht. Vielleicht ist die Generaldirektorin von Casinos Austria auch nur clever genug, um das Rauchverbot frühzeitig als einen Grund für anstehende Umsatzeinbußen zu markieren. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Umsatz in Zukunft sinken wird, weil es online attraktivere Angebote gibt als die klassischen Spiellokale.

Was in Österreich die Spiellokale sind, sind in Deutschland Spielhallen und Gaststätten mit Geldspielautomaten. Für viele Glücksspiel-Fans gab es jahrzehntelang keine Alternative zu diesen Etablissements. Allerdings hat sich die Situation dramatisch verändert, denn mittlerweile gibt es unzählige seriöse Online Casinos, in denen die Glücksspiel-Fans rund um die Uhr spielen können. Dass es in Online Casinos kein Rauchverbot gibt, ist dabei wahrscheinlich für die meisten Kunden nicht der entscheidende Faktor. Viel wichtiger ist, dass das Spiele-Angebot in einem Online Casino deutlich größer ist als in jeder Spielhalle. Selbst die kleinen Online Casinos haben in der Regel wesentlich mehr Spielautomaten und Tischspiele im Portfolio als die größten Spielhallen in Österreich und Deutschland. Zudem gibt es Bonusangebote für Neukunden und attraktive Aktionen, zum Beispiel Slots-Turniere, die herkömmliche Spiellokale nicht bieten können.

Casinos Austria jammert auf hohem Niveau

Bei Casinos Austria, einem der großen Glücksspielanbieter in Österreich, läuft das Geschäft hervorragend. Der Anbieter hat nicht nur Casinos im Programm, sondern auch Lotterien und Sportwetten. Dabei wird sowohl das Online-Geschäft als auch das Offline-Geschäft bedient. Der Umsatz des Konzerns konnte im ersten Halbjahr 2019 auf 2,1 Milliarden Euro gesteigert werden. Das war ein Zuwachs von 6,7 Prozent. Besonders erfolgreich ist die internationale Casino-Sparte, die sogar um 150 Prozent gewachsen ist im ersten Halbjahr. Casinos Austria wird es somit leicht verkraften können, wenn tatsächlich ein paar Raucher in Zukunft die Spiellokale in Österreich meiden. Der Konzern ist mittlerweile sehr breit aufgestellt, nicht nur national, sondern auch international, sodass kleine Einbußen beim Spiellokal-Geschäft in der Bilanz kaum auffallen werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass nicht der eine oder andere österreichische Glücksspiel-Fan mit Wehmut an die glorreichen Raucherzeiten denken wird, wenn das Rauchverbot komplett umgesetzt worden ist. Aber es gibt kein Zurück. Rauchverbote haben sich mittlerweile vor allem in den westlichen Ländern durchgesetzt. Der Grund ist ganz einfach: Rauchen ist ungesund und die meisten Nichtraucher sind nicht mehr dazu bereit, Passivrauchen beim Besuch eines Lokals als vermeintlich notwendiges Übel zu akzeptieren.

Einfluss von Casinos Austria nicht unbegrenzt

Es ist durchaus bemerkenswert, dass Casinos Austria nicht dazu in der Lage war, das Rauchverbot in Spiellokalen zu verhindern. Die Glücksspielkonzerne sind in Österreich eng verbandelt mit der Politik. Immer wieder wird von Mauscheleien berichtet, die zum Teil auch gerichtlich untersucht werden. Zuletzt gab es eine öffentliche Debatte um die Berufung des FPÖ-Politikers Peter Sidlo in den Vorstand von Casinos Austria. Doch die Vorwürfe scheinen sich in Wohlgefallen aufzulösen, denn nach einer umfassenden Überprüfung deutet derzeit vieles darauf hin, dass Sidlo schon in Kürze seine Arbeit im Vorstand aufnehmen kann. Beim Rauchverbot spielt es wahrscheinlich eine große Rolle, dass es EU-Vorgaben gibt, an die sich auch Österreich halten muss. Deswegen dürfte es für die nationalen Parteien schwierig sein, Rauchverbote komplett zu verhindern. Zudem lässt sich nicht ausschließen, dass auch viele österreichische Politiker Rauchverbote vernünftig und sinnvoll finden. Was auch immer der Grund dafür sein mag, dass Casinos Austria und die anderen Glücksspielanbieter in Österreich das Rauchverbot in Spiellokalen nicht verhindern konnten: In den nächsten Jahren wird sich definitiv zeigen, ob das Rauchverbot eine Auswirkung auf den Umsatz hat.

Falls die Umsätze nach unten gehen, sollten Experten ganz genau hinschauen, was die Gründe sind. Auch in Österreich gibt es viele Glücksspiel-Fans, die online spielen. Derzeit dominieren bei den Spiellokal-Besuchern noch die Generationen, die nicht von jung auf mit Smartphones und Computern aufgewachsen sind. Aber das wird sich in den nächsten Jahren ändern und dann kann es vielleicht sogar passieren, dass die Spiellokale komplett aus der Mode kommen. Sicher ist dann allerdings, dass es nicht am Rauchverbot liegen wird. Die Anzahl der Raucher sinkt auch in Österreich. Wenn es wirklich zu einem Umsatzrückgang von bis zu 30 Prozent kommen würde, müssten nahezu alle Raucher die Spiellokale meiden. Jeder Leser soll für sich selbst beurteilen, ob das ein realistisches Szenario ist. In Deutschland lässt sich jedenfalls beobachten, dass am Abend und in der Nacht vor den entsprechenden Gaststätten und Lokalen viele Raucher stehen, die für ein paar Minuten nach draußen gehen, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, ob es sommerlich warm, regnerisch oder bitterkalt ist.