Ein Überfall auf ein Spielcasino in Neuburg hat bereits letztes Jahr für Aufsehen gesorgt. Für einen fingierten Raubüberfall wurde ein Trio zu Bewährungsstrafen verurteilt. Da sich im Laufe des Verfahrens neue Verdachtsmomente ergeben hatten, muss sich aktuell eine 50-jährige Frau vor Gericht verantworten. Ihr wird vorgeworfen, an der Planung und Durchführung des fingierten Raubüberfalls beteiligt gewesen zu sein.

Trio bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt

GerichtssaalBereits im letzten Jahr wurde ein Trio in einem Prozess zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die angeklagten Personen sollen einen Raubüberfall auf ein Spielcasino fingiert haben, um auf einfache Weise an die gewünschte Beute zu kommen. Während des Prozesses war der Verdacht aufgekommen, dass eine weitere Person an der Straftat beteiligt gewesen sein könnte. Die Angeklagte ist eng verbunden mit zwei verurteilten Personen, denn es handelt sich um ihren Cousin und ihren ehemaligen Lebensgefährten. Der Verdacht ist, dass die Planung der Tat in der Wohnung der Angeklagten stattfand.

Bei dem fingierten Überfall wurden etwa 2.000 Euro erbeutet. Die niedrige Summe ist ein wichtiger Grund, warum das Gericht im ersten Verfahren Bewährungsstrafen als ausreichend erachtete. Das größte Problem für die Angeklagte ist, dass sich ihr Cousin mittlerweile gegen sie gewendet hat. Unter anderem wird der Frau zur Last gelegt, dass sie vor der Aussage ihres Verwandten diesen telefonisch bedroht habe. Unstrittig scheint zu sein, dass die Angeklagte eine Summe von 300 Euro nach dem Überfall von dem beteiligten Trio erhalten hat. Allerdings behauptet die Angeklagte, dass sie nichts vom Überfall gewusst habe und das Geld angenommen habe, da ihr Cousin Schulden bei ihr gehabt hätte.

Schwieriges Verhalten der Angeklagten beim Prozess

Am ersten Prozesstag verspätete sich die 50-jährige Frau erheblich. Erst 20 Minuten nach dem offiziellen Beginn des Verfahrens trudelte die Dame ein und entschuldigte sich damit, die S-Bahn verpasst zu haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Staatsanwältin bereits einen Haftbefehl erlassen. Bei der anschließenden Befragung durch den Richter wurde deutlich, dass die Angeklagte den Ernst der Lage nicht vollständig erfasst hatte. Anstatt sachlich und klar auf die gestellten Fragen zu antworten, provozierte die Dame mit ungehobelten Verhalten gegenüber dem Richter und dem Staatsanwalt.

Die 50-jährige Angeklagte muss sich wegen Unterschlagung und Vortäuschung einer Straftat verantworten. Besonders ihr Verhältnis zu ihrem Cousin, den sie im Verfahren als spielsüchtig betitelte, könnte eine Rolle gespielt haben. Zudem hatte die Angeklagte finanzielle Schwierigkeiten, die nach dem Raubüberfall anscheinend nicht mehr vorhanden waren. Das geht jedenfalls aus einer Zeugenaussage eines Wirtes hervor, der vor Gericht angab, dass die Angeklagte nach dem Raubüberfall plötzlich Geld zur Verfügung hatte und ihre Schulden bezahlen konnte.

Weitere Zeugenaussagen sollen Klarheit bringen

Am aktuellen Prozesstag war es nicht möglich endgültig zu klären, ob die Angeklagte tatsächlich an der Planung und Durchführung der Straftat beteiligt war. Aber es gibt diverse Indizien, die gegen die Angeklagte sprechen. Der nächste Prozesstag ist für den 9. April angesetzt. Für diesen Termin sind weitere Zeugenaussagen angekündigt, mit denen die Staatsanwaltschaft den Verdacht erhärten will. Auch wenn sich das Gericht noch nicht zur möglichen Strafe äußerte, spricht einiges dafür, dass selbst bei einer Verurteilung nicht mehr als eine Bewährungsstrafe zu erwarten ist. Letztlich kann das aber erst im Laufe des Verfahrens geklärt werden.

Überfälle in Spielhallen und Casinos kein seltenes Problem

Der fingierte Raubüberfall in Neuburg ist in mancherlei Hinsicht ungewöhnlich. Aber es kommt relativ häufig vor, dass Spielhallen und Casinos überfallen werden. Nicht selten stellt sich dabei heraus, dass es sich um Kunden oder Mitarbeiter handelt, die den Geschäftsbetrieb kennen. In den klassischen Spieletheken ist zudem oft eine Klientel zu finden, die wenig Geld zur Verfügung hat und oft mit Schulden kämpft. Die meisten Spielhallen sorgen allerdings dafür, dass nur kleine Beträge als Bargeld verfügbar sind. Auch beim fingierten Überfall in Neuburg wurde dies deutlich, denn eine Diebesbeute in Höhe von etwa 2.000 Euro ist alles andere als spektakulär.

Online Casinos sind gewaltfreie Alternative

In Online Casinos können sich die Kunden deutlich sicherer fühlen als in klassischen Spieletheken. Das dürfte einer von vielen Gründen sein, warum der Glücksspiel-Markt im Internet boomt. Zudem ist in den letzten Jahren der Glücksspiel-Markt im Internet deutlich seriöser und anspruchsvoller geworden. Mittlerweile ist es sehr leicht, erstklassige Casinos im Netz zu finden, die fair und kundenfreundlich arbeiten. Gute Beispiele dafür sind DrückGlück und Wunderino. Die klassischen Spieletheken werden vermutlich nie ganz verschwinden. Aber in den letzten Jahren lässt sich beobachten, dass viele Glücksspiel-Fans zu den Online-Glücksspielen abwandern. Es bleibt spannend zu beobachten, ob Überfälle auf Casinos wie in Neuburg dazu beitragen, dass sich dieser Trend verstärkt.