Glücksspiel wirkt im doppelten Sinne des Wortes auf viele Menschen beglückend. Dabei spielen Geld oder Sucht eine untergeordnete Rolle. Die Wahrscheinlichkeit zu verlieren ist höher, als die, zu gewinnen. Eine Kampagne jagt die andere, aus der hervorgeht, dass Glücksspiel süchtig machen kann. Das Spiel in Online Casinos bietet einerseits die Flucht aus dem Alltag, andererseits hat es viel mit der Realität zu tun. Es geht nicht nur um gewinnen und verlieren, sondern auch darum, sich einfach nicht unterkriegen zu lassen. Es ist zwar nicht möglich in Spielhallen oder Casinos sein „Lebens“-Glück zu machen, aber Glück empfinden kann man tatsächlich.

Spielbank UlmUnterschiedliche Motivation bei Lotto und Online Casino

Gemeinsam haben Lotto und Online Casino Spiele, dass es meist um relativ geringe Einsätze geht. Der zentrale Unterschied besteht allerdings darin, dass man beim Lotto auf einen Schlag sein finanzielles Lebensglück erreichen kann. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit bei 1 zu 140 Millionen liegt und somit äußerst gering ist. Wer Lotto spielt, trägt kein hohes Risiko, spielt nicht aktiv mit und setzt sich mit dem Spiel auch nicht tatsächlich auseinander, oder fiebert richtig mit. Bei Casino-Spielen hofft niemand auf eine einzige perfekte Zahlen- oder Symbol-Konstellation, die sogleich Millionen abwirft. Hier überwiegt die Spielfreude und das Dabeisein. Geld ist in diesem Fall eher das Mittel zum Zweck.

Online Casinos für Abenteurer

Ein richtiger Gamer weiß, wie es um die Bilanz des Glücksspiels steht und kann die kurz-, mittel- und langfristigen Erfolge richtig einschätzen. Auch wenn so mancher gern davon spricht, dass er sein Geld „investiert“, geht doch niemand wirklich davon aus, dass er vom Spielen reich wird oder seinen Lebensunterhalt davon bestreiten kann. In erster Linie wird mit Geld gespielt und nicht um Geld. Man zahlt für den Spaß, die Freude am Spiel. Es geht nicht darum, das fürs Spiel eingesetzte Geld als eine Art Investition in eine bessere Zukunft zu sehen.

Einen guten Spieler reizt es, sich der Gefahr des Verlierens auszusetzen, nicht das Risiko der Spielsucht zu verfallen. Es geht darum, sich auf ein Abenteuer einzulassen, diesen Reiz auszukosten und die Kontrolle nicht zu verlieren. Man kann es auch mit der Motivation vergleichen, die so manchen Sportler antreibt. Rennfahrer, Freeclimber oder Surfer erzählen von ähnlichen Reizen, die sie anspornen und die Lust am Risiko genießen lassen.

Das Spielen und die Soziologie

Soziologen sprechen in diesem Zusammenhang gern von der Entbanalisierung des Alltags. Um ihrem oft eintönigen Lebenstrott zu entfliehen, nehmen viele Menschen einiges an Mühen auf sich und geben mitunter auch viel Geld aus. Sie suchen nach Erlebnissen, die nichts mit ihrer alltäglichen Tretmühle zu tun haben. Beispielsweise fahren manche zu jeder Begegnung ihres favorisierten Fußballclubs mit, andere nehmen weite Reisen auf sich, um ihre Lieblingsband live zu hören. Wieder andere stürzen sich auf die ausgefallenen Angebote von Eventagenturen und turnen durch Klettergärten, lassen sich von Hochhäusern abseilen oder tauchen mit Haien. Immer wieder geht es um stark beglückende Erlebnisse mit einem gewissen Kick, die oftmals auch ein gewisses Risiko mit sich führen. All diese Abenteuer sind nur kurze Episoden. In der Regel folgt auf diese emotional intensive Auszeit für die meisten die Rückkehr in die Normalität, in ihren Alltag.

Dem Reiz hingeben, ohne ihm zu verfallen

So ist es auch nicht verwunderlich, dass man in der modernen Soziologie sogar Vergleiche von Odysseus und Spielern findet. Der große griechische Sagenheld kämpfte nicht nur zehn Jahre um Troja und dachte sich die List mit dem hölzernen Pferd aus. Darüber hinaus folgte er stets seinem Wunsch, sich immer wieder auf neue gefahrvolle Situationen einzulassen. Typisch für diese Suche nach dem besonderen Kick ist seine Begegnung mit den Sirenen. Er gibt sich ganz bewusst der Gefahr hin, indem er ihrem verlockenden Gesang lauschen, aber nicht – wie so viele andere Seeleute vor ihm – tragisch verfallen will. Dafür lässt er sich an den Mast seines Schiffes binden, nachdem er angeordnet hatte, der Mannschaft die Ohren zuzustopfen.

Die Parallelen zwischen Odysseus und Spielern liegen tatsächlich auf der Hand. Beide suchen die Herausforderung und wollen sich bewähren. Sie wissen um die Gefahr und nehmen den Einsatz dafür in Kauf. Natürlich gibt es in Online Casinos nicht den einen, großen, entscheidenden Kampf, der alles zum Guten wendet - der von jedem beobachtet wird und von dem die Medien berichten. Es gibt weder Siegesparaden, noch Triumphbögen oder gesellschaftlichen Aufstieg. Und dennoch lieben es immer mehr Menschen, Fortuna am Automaten, in der Spielbank oder im Online Casino herauszufordern.