Vieles ist in der Türkei im Umbruch, und nicht jeder betrachtet die Entwicklung des Landes am Bosporus positiv. Viele, insbesondere Menschenrechtsorganisation, aber auch ausländische Staaten, sehen eine Verschlechterung der Lage für die türkische Bevölkerung. Nachdem es bereits viele staatliche Eingriffe in das „normale“ Leben gab - insbesondere die Presse und Lehranstalten waren und sind davon betroffen - geht die türkische Regierung nun auch gegen das Glücksspiel vor. Und dabei ganz explizit gegen das illegale. Dies ist etwas, das man auch aus anderen europäischen Ländern kennt. Gerade erst gab es beispielsweise in Österreich einige polizeiliche Aktionen, die das illegale Glücksspiel ausheben wollte. Auch aus Deutschland kennt man ein solches Vorgehen. Aber was ist denn eigentlich in der Türkei mit illegalem Glücksspiel gemeint? Was ist erlaubt und was ist verboten? Sieht man sich das Verhalten von jungen Muslimen bzw. türkischstämmigen Mitbewohnern in der BRD an, so kann der Eindruck entstehen, als sei das Glücksspiel in Islam und islamisch geprägten Ländern ganz normal. Viele Mitbürger besuchen regelmäßig Spielhallen und Wettbüros und sind auch nicht selten Betreiber solcher Einrichtungen. 

Was ist nun erlaubt und was nicht?

Tuerkei CasinoAber wie sieht die reale Situation in der Türkei aus, und was sagt eigentlich der Islam zum Glücksspiel? Die Analyse der bestehenden Verhältnisse zeigt eine gewisse Diskrepanz auf. Seit 1998 ist das landbasierte Glücksspiel in der Türkischen Republik verboten. Seit 2007 auch das Online-Glücksspiel. Demnach eine ganz eindeutige Rechtslage, sollte man meinen. Aber wie so oft, gibt es auch dabei eine Ausnahme. Pferdewetten sind nämlich erlaubt. Und nicht nur das. Der Staat betreibt sogar eine eigene Lotterie, die Milli Piyango, mit verschiedenen Spielmöglichkeiten wie z.B. dem Süper Loto oder SporToto. Das Monopol für dieses Glücksspiel bzw. diese Lotterie liegt vollständig in staatlicher Hand. Mit den Gewinnen aus den Spielen wird wohl teilweise auch der Staatshaushalt finanziert. Doch über genaue Zahlen wird natürlich geschwiegen. Es ist nur bekannt, dass im Zuge dieses lukrativen Geschäftes auch versucht wird, die Pferdewetten zu verstaatlichen. Doch mögliche europäische Partner zum Betrieb einer solchen Plattform bzw. einer solchen Wett-Form, schrecken - nicht nur aufgrund massiver staatlicher Eingriffe - vor einem Investment zurück. So z.B. auch die GVC Holding mit Hauptsitz auf der Isle of Man. Mit ausschlaggebend für die Überlegungen zu einer ausländischen Beteiligung war vermutlich die Einsicht, dass dieses ein äußerst lukratives Geschäftsfeld für den Staat darstellen kann. Mit dem Verbot des Glücksspiels und des Online-Glücksspiel sind schließlich auch in der Türkei immer mehr Spieler und Spielerinnen in die Illegalität abgewandert, wodurch dem Fiskus erhebliche Einnahmen verloren gegangen sind. Erst in Mai dieses Jahres gab es eine große, landesweite Razzia gegen das illegale Glücksspiel. Im Zuge dieser Aktion durchsuchten mehr als 28.000 Polizisten, mehr als 20.000 Standorte im ganzen Land. Es kam zu 113 Festnahmen von Verdächtigen und weitere 709 Personen wurden verhaftet, weil sie an illegalen Aktionen beteiligt gewesen sein sollen. 1.646 türkische Bürger wurden zudem mit Bußgeldern belegt. Schon im Februar dieses Jahres kam es zu einer Aktion, die Mitglieder der Abteilung für Cyber-Kriminalität der Sicherheitsbehörden gegen illegales Online-Glücksspiel ausübten. Dabei wurden 384 Haftbefehle wegen mutmaßlicher Verbindungen zu illegalen Sportwetten-Organisationen ausgestellt. An dieser Aktion waren 5.000 Polizisten beteiligt.  

 Sind Glücksspiel und Wetten mit dem Islam vereinbar? 

Die Integrationsexpertin und Muslime Sepra Güler hat dazu eine eindeutige Meinung: „Ich glaube nicht, dass das islamisch legitim ist, dass Muslime Wettbüros führen, betreiben oder noch schlimmer oder genauso schlimm, ihre Zeit dort verschwenden.“ Das bedeutet wohl auch in ihren Augen, dass nicht nur das Wetten in Wettbüros verboten ist, sondern dass der Islam das Wetten generell verbietet. Dieser Meinung schließt sich auch der Experte für islamisches Recht, Mathias Rohe, an: „Da gibt es eine sehr eindeutige Meinung. Das wird abgelehnt. Dazu gibt es auch eine eigenartige Aussage im Koran. Maysir- das Spiel, ist verboten. Also deutliche Ablehnung des Ganzen, was offenbar eine nennenswerte Anzahl an Muslimen nicht daran hindert, sich dennoch daran zu beteiligen.“ Denn im Koran heißt es in der Sure 2, Vers 219:

„Man fragt dich nach dem Wein und dem Losspiel. Sag: In ihnen liegt eine schwere Sünde. Und dabei sind sie für die Menschen (auch manchmal) von Nutzen. Die Sünde, die in ihnen liegt, ist aber größer als ihr Nutzen.“

Aber warum beteiligen sich dann so viele Muslime an Glücksspielen und Wetten? Auch dazu hat der Islamexperte Rohe eine Meinung: „Auch Muslime sind halt nicht nur Muslime. Erstens sind sie unterschiedlich fromm und unterschiedlich bereit, die Regeln einzuhalten. Und sie lassen sich von vielen anderen Dingen auch noch leiten, als nur von ihrer Religion.“

Glücksspiel in der Türkei vermeiden? 

Generell wird natürlich geraten sich an keinem Glücksspiel in der Türkei zu beteiligen. Da lohnt es eher sich zuhause bei einem seriösen Online Casino anzumelden, zu spielen und zu wissen, dass in der BRD keine bösen Konsequenzen drohen, selbst wenn in Deutschland die Rechtslage noch nicht ganz eindeutig geklärt ist.