sazka groupKarel Komarek und Jir Smejc, die beiden tschechischen Finanzschwergewichte, haben jetzt den ersten Schritt für die gemeinsame Übernahme der Casino Austria AG, zusammen mit dem Österreichischen Glücksspielkonzern Novomatic, gemacht und nun offiziell das Joint Venture Sazka Group gegründet. In die neue Gesellschaft werden sämtliche Lotteriebeteiligungen einfließen, die die beiden Milliardäre ihr eigen nennen, darunter auch die Anteile an der CASAG und den dazugehörenden Beteiligungen an der Österreichischen Lotterien GmbH. Karel Komarek wird dabei 75 Prozent und Jir Smejc 25 Prozent am neuen Joint Venture halten. Trotz der ungleichen Gewichtung werden beide die gleichen Kontrollrechte genießen. Mit der jetzt erfolgten Gründung haben die Tschechen die Vorbereitungen für die Einbringung ihrer gemeinsamen 11 Prozent der Anteile an der CASAG für das geplante Joint Venture mit Novomatic abgeschlossen und zusammen mit den 40 Prozent die von den Österreichern kommen, wird die neue Gesellschaft dann zum Haupteigentümer der Casino Austria AG. Doch wer verbirgt sich eigentlich hinter Sazka, der jetzt gegründeten Sazka Group und den wohlklingenden Namen, die so lange Zeit Novomatic das Fürchten lehrten?

Sazka Group – der Gigant im Lotto in Europa

Normalerweise ist es Novomatic als Gigant in der Glücksspielbranche nicht gewöhnt, dass ihm jemand lange Zeit Paroli bietet und zudem auch noch versucht die anvisierte Beute streitig zu machen. Doch mit Sazka, Karel Komarek und Jir Smejc stiegen Parteien in den Ring die zur gleichen Gewichtsklasse gehören wie der österreichische Konzern selbst und so einigte Novomatic sich am Ende lieber mit den Tschechen bevor sie sich am Ende möglicherweise noch eine blutige Nase geholt hätten. Denn in dem jetzt gegründeten Joint Venture der tschechischen Milliardäre mit Namen Sazka Group steckt geballte Finanzkraft. Zum einen gehört der Lottoanbieter Sazka dazu, der in Tschechien 93 Prozent des Marktes abdeckt und dann kommen noch 33 Prozent der Anteile am ehemaligen staatlichen Glücksspielunternehmen OPAP aus Griechenland hinzu. Nach eigenem Bekunden ist die Sazka Group nun der größte Lotterien Betreiber in Europa und macht mit all seinen Beteiligungen einen Jahresgewinn von 850 Millionen Euro.

Die Beteiligung an OPAP ist für die Sazka Group Gold wert, denn das Unternehmen besitzt in Griechenland noch bis 2020 das Monopol für Sportwetten und bis 2030 das Monopol für Lotto.

Jir Smejc – der Investmentgott von EMMA Capital

Wären allein die Lottobeteiligungen nicht schon ausreichende Gründe für Novomatic gewesen, sich lieber nicht mit dem tschechischen Konsortium anzulegen, wird der Entschluss der Österreicher, lieber zusammen zu arbeiten anstatt sich zu bekämpfen, weitaus besser nachvollziehbar, wenn ein Blick auf die betreffenden Personen hinter der neuen Sazka Gruppe geworfen wird. Jir Smejc ist der Warren Buffet Tschechiens und gilt wie diese als eine Investorenlegende. Seit 15 Jahren vermehrt er sein Geld fleißig mit allerlei Beteiligungen in Banken und Glücksspielunternehmen. 1999 stieg er bei Nova TV ein. Als diese Firma später für über eine Milliarde Euro in die USA verkauft wurde, investierte der umtriebige Investor sein Geld nun in die neu gegründete PPF Group und erhielt 5 Prozent der Anteile. Im Jahr 2012 stieg Jir Smejc wieder aus und gründete sein eigenes Unternehmen, EMMA Capital und kaufte Firmenanteile nun auf seine ganz eigene Rechnung. Ein Jahr später erwarb er die vom griechischen Staat gehaltenen 33 Prozent an OPAP, dem griechischen Sportwetten- und Lottomonopolisten, für 712 Millionen Euro. Jedoch gehören ihm 66,7 Prozent der stimmberechtigten Wertpapiere und somit ist er der Haupteigentümer des griechischen Unternehmens, dass auf einen Jahresumsatz von über 4 Milliarden Euro blicken kann. Neben einer freundschaftlichen Beziehung sind Jir Smejc und Karel Komarek auch über Betriebsbeteiligungen eng miteinander verbunden.

Jir Smejc machte in den Anfangsjahren sein Geld mit der Investition in russische Banken und machte dabei kleine regionale Geldhäuser zu einflussreichen und auf Investmentbanking spezialisierte Großbanken.

Karel Komarek – der Unternehmenstycoon

Von beiden tschechischen Milliardären ist Karel Komarek sicherlich der einflussreichere von beiden, denn sein Imperium an Beteiligungen an Unternehmen ist gewaltig. Seine KKCG ist ein Mischkonzern wie er im Buche steht und handelt mit allem was Geld verspricht. Zu den unterschiedlichsten Firmen, die dem Geflecht angehören, zählen Unternehmen in der Öl-, Stahl-, Kraftwerk- und Glücksspielindustrie. Dazu kommen noch mehrere Investmentfirmen und Labore für Forschung und Entwicklung in der Biomedizin. Über die KKCG ist Karel Komarek auch der Besitzer des tschechischen Lotto-Betreibers Sazka. Als das staatlich geführte Glücksspielunternehmen beim Bau der gleichnamigen Sazka Arena sich übernahm, kaufte der Tycoon es für den damaligen Spotpreis von nur 140 Millionen Euro auf. Neben dem tschechischen Unternehmen in diesem Bereich besitzt KKCG auch 44,7 Prozent von Jir Smejc`s EMMA Capital und damit auch einen großen Anteil an der griechischen OPAP.

Die KKGC hat ihren Sitz auf Zypern und unterhält zahlreiche Niederlassungen in Europa, darunter in Deutschland, Griechenland, Schweiz, Großbritannien und in Tschechien.

Das zukünftige Joint Venture zwischen Novomatic und der Sazka Group wird ein Gigant

Durch den tieferen Einblick auf die beiden Personen, die hinter der Sazka Group stehen, wird mehr als deutlich warum Novomatic am Ende lieber das Bündnis statt den Krieg wählte, denn der österreichische Konzern mag zwar im Glücksspielsektor ein Riese sein, doch die beiden Tschechen zusammen sind in der globalen Wirtschaft eine ganze Nummer größer. Ersichtlich wird dieses Kräfteverhältnis auch an dem Gesamtumsatz der zukünftigen Besitzer der CASAG aus Novomatic und der Sazka Group, die zusammen auf 9 Milliarden Euro kommen und davon entfallen nur 2 Milliarden Euro auf die Österreicher. Dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass die Sazka Group, die nur 11 Prozent der Casino Austria AG Anteil miteinbringt, zum gleichberechtigten Partner von Novomatic wird. Allerdings erwarten die Österreicher dafür auch einige kleine Geschenke unter neuen Freunden.