Online Casinos in den USAWer in diesen Tagen die aufgeregten Artikel in der deutschen Presse verfolgt, der könnte fast zu dem Schluss kommen, dass nun durch den Sieg von Donald Trump über Hillary Clinton bei den Präsidentschaftswahlen in den USA das Ende der Welt eingeläutet wurde. Zu lange verließen sich die hiesigen Journalisten auf die Demoskopen, die einen Niederlage Trumps so sicher wie das Amen in der Kirche voraussahen und so konnten sie sich einfach nicht vorstellen, dass viele Amerikaner nicht länger von oberlehrerhaften Erziehungsfantasien und Political Correctness gepiesackt werden wollen. Gerade das vulgäre an Donald Trump und dem Volke nach der Schnauze reden fiel bei einer breite Masse an konservativen Bürgern auf fruchtbaren Boden. Vieles wird ihm nun angedichtet, was er denn alles diabolisches in Zukunft umsetzen könnte, doch fernab all dieser übertriebenen Panikmache gibt es tatsächlich einige Punkte, die den Gamblern in den USA nicht gerade schmecken dürften. Durch den Sieg von Donald Trump könnte tatsächlich das zarte Pflänzchen der Regulierung und Liberalisierung des Marktes für Online Casinos noch vor dem richtigen Aufblühen der Garaus gemacht werden.

In den USA regelt jeder Bundesstaat das Glücksspiel und Angebote wie Online Casinos im Internet selbst und so gibt es Staaten, die dies mittlerweile liberalisiert und reguliert haben. Übergeordnet gibt es nur den Federal America’s Wire Act, der nur Sportwetten über Telefon und elektronischer Übermittlung untersagt.

Sheldon Adelson führt den Kreuzzug gegen die Online Casinos an

Die These, dass der Sieg Donald Trumps tatsächlich massive Auswirkungen auf das Online Glücksspiel in den USA haben könnte, sind nicht einfach aus der Luft gegriffen, denn der größte Finanzier seiner Wahlkampfkampagne war kein geringere als Sheldon Adelson, der Casino Magnat und Anführer des Kreuzzugs gegen die Online Casinos. Bis zu 100 Millionen Dollar spendete Adelson an Trump und so ist davon auszugehen, dass dies sicherlich einige Gegenleistung von Seiten des zukünftigen Präsidenten an den edlen Casinobetreiber nach sich ziehen wird. Sheldon Adelson gehört zu den reichsten Personen in Amerika mit einem von Forbes geschätzten Vermögen von etwas über 32 Milliarden Dollar. Genau wie Trump früher, ist auch Adelson stark im Geschäft mit Casinos aktiv und unterhält zahlreiche Resorts in Las Vegas und Maccau. Natürlich ist dem mittlerweile über 80 Jahre alten Tycoon die Konkurrenz der Online Casinos, die immerhin in drei Bundesstaaten legalisiert wurden und weitere bald folgen könnten, ein Dorn im Auge. So initiierte er schon 2015 den Restore America’s Wire Act und lies den von seinen Anwälten geschriebenen Entwurf über den republikanischen Abgeordneten Jason Chaffetz in das Repräsentantenhaus einbringen, um hier auch Online Poker und Online Casino hineinzuschreiben und sie dadurch Landesweit zu verbieten.

Wäre der Antrag auf Änderung des Federal America’s Wire Act im vergangenen Jahr durchgekommen, wäre auf einen Schlag sämtliches Online Glücksspiel in den USA verboten worden und selbst die drei Bundesstaaten, die ihren Markt legalisiert hatten, hätten dies rückgängig machen müssen.

Das doppelte Spiel des größten Trump-Unterstützers

Anders als der zukünftige Präsident Donald Trump, der sein Vermögen hauptsächlich mit dem Kauf billigen Lands und dem späteren Bau von Wolkenkratzern in Manhattan verdiente, kommen die Milliarden an Dollar bei Sheldon Adelson nahezu komplett aus dem Geschäft mit seinen Casinos, die allein im letzten Jahr Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe machten. In seinem Kreuzzug gegen die Online Casinos merkt er immer wieder an, wie gefährlich doch dieses Angebote für Kinder und Jugendliche wären, die dabei Haus und Hof verzocken würden. Sein fragliches Engagement ging sogar so weit, das er mit seiner gegründeten „Coalition to Stop Internet Gambling“ Werbespots ins Fernsehen brachte, die Kinder als Opfer von bösen Poker-Plattformen darstellten. Wäre der Schutz von Gamblern und der Kampf gegen mögliche Spielsucht tatsächlich seine Prämisse, wäre alles in Ordnung, doch als einer der größten Betreiber von Spielbanken der USA, der sein Vermögen ausschließlich auf dem verlorenen Geld seiner eigenen Kunden in seinen eigenen Casinos aufgebaut hat, erscheint dieses Gebaren doch eher wie der Versuch unliebsame Konkurrenz vom Hof zu jagen.

Doppelmoral gehört bei Sheldon Adelson zum guten Ton, denn auf der einen Seite liegt ihm das Wohlergehen und das Seelenheil der Kinder und Jugendlichen ja so sehr am Herzen und auf der anderen Seite setzt er schon einmal gern die spanische Regierung unter Druck, um das spanische Rauchergesetz zu lockern, damit in seinem neu geplanten Euro Vegas stilvoll gequalmt werden kann.

Die Republikaner haben mit dem Trump-Triumph alles in der Hand

Nicht nur die geflossenen 100 Millionen Dollar von Sheldon Adelson für Donald Trumps Wahlkampf, die einige Gegenleistungen kosten werden, könnten das Ende jeglicher Online Casinos in den USA bedeuten, wenn Trump  dem Tycoon hier seinen langersehnten Wunsch erfüllen sollte. Auch die jetzige absolute Kontrolle der Republikaner über sämtliche Instanzen in der US-amerikanischen Politik könnten den Weg für dieses Horrorszenario freimachen. Die Partei besitzt nämlich nun nicht mehr nur die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat, sondern stellt mit Trump jetzt auch den Präsidenten. Hinzukommt auch noch, dass die obersten Richter, die in den USA auf Lebenszeit ernannt werden, vom Staatschef ausgewählt werden. Im Moment sitzen hier vier konservative und vier liberale Richter, doch mit dem hohen Alter von über 80 Jahren auf der Seite der Liberalen, ist es durchaus denkbar, dass auch hier Republikaner in den nächsten vier Jahren die Mehrheit am obersten Gericht in den USA erringen. Dann wäre in allen Instanzen der Weg frei für zahlreiche Gesetze und eben auch für die Gegenleistung an Sheldon Adelson und Online Casinos in den USA wären dann vorerst Geschichte.