Restriktive Glücksspiel-Handhabung von Rom

 

Weltweit suchen Staatschefs gemeinsam mit Experten nach Möglichkeiten, um die Spielsucht einzudämmen. Häufig werden Online Casinos aller Art als einer der Hauptgründe für die steigenden Suchtzahlen genannt. Mit neuen Gesetzen versuchen die Länder die nötigen Einschränkungen zu schaffen, um Spielsüchtigen nachhaltig zu helfen. Obwohl Experten regelmäßig darauf verweisen, dass dies eine Eindämmung des Online Glücksspiels erforderlich machen würde, beziehen sich die aktuellen Regelungen vorrangig auf den regionalen Markt.

Auch in Italien wird aktuell darüber beraten, wie das Glücksspiel eingedämmt werden kann. Hierzu haben sich Landesräte der einzelnen Regionen in Rom im Rahmen einer großen Staats-Regionen-Konferenz getroffen. Die Beratung zeigte erneut, wie weit die Meinungen und Einschätzungen der einzelnen Regionen auseinandergehen. So hat Südtirols Landesrätin Stocker in erster Linie die eher restriktive Vorgehensweise ihrer Region verteidigt und nochmals in den Fokus gestellt.

Italienische Staatskasse verdient Milliarden am Glücksspiel

Für Italien selbst ist das Glücksspiel zu einer sprudelnden Einnahmequelle geworden, die das Land so sicherlich nicht missen möchte. Insgesamt 10,5 Milliarden Euro haben die Spielbanken italienweit in die Staatskasse fließen lassen. Trotzdem soll es nach Vorstellungen des Landes zu Einschränkungen des Markts kommen. Dies wurde im Rahmen der Staats-Regionen-Konferenz noch einmal deutlich. Die Landesräte berieten in den letzten Tagen über einen möglichen Vereinbarungsentwurf. Er soll sich mit zwei Kernpunkten auseinandersetzen. Zum einen soll festgelegt werden, wie Spielstätten in Italien in Zukunft definiert werden. Neben klassischen Spielhallen können Gamer vielerorts auch in Bars, Tabakläden und Gaststätten spielen. Zum anderen erwägen die Landesräte, Einfluss auf die Verteilung der Spielstätten zu nehmen.

Ob eine solche gemeinsame Vereinbarung kommen wird, ist jedoch offen. Damit diese in ganz Italien gültig wäre, müssten dieser sowohl die Regierung als auch die Regionen sowie die in dem südeuropäischen Land vorhandenen Lokalkörperschaften zustimmen.

Endgültige Entscheidung wurde vertagt

Bislang blieb eine erhoffte Einigung über den Vertrag jedoch aus. Die Landesräte haben diese auf September verschoben. Doch auch hier bleibt abzuwarten, ob die gemeinstaatliche Vereinbarung so überhaupt umsetzbar sein wird. Hinter einer solchen Regelung steht aktuell insbesondere die Region Südtirol, die sich erneut dafür aussprach, die Gesundheit der Menschen in den Vordergrund zu stellen. Südtirol setzte sich immer wieder für eine restriktive Handhabung ein. Landesrätin Stocker betonte noch einmal, dass sowohl die Spielstätten beschränkt werden sollten als auch die den Spielern zur Verfügung stehenden Spielzeiten.

Wer in Zukunft in Italien vor den Risiken der Spielsucht besonders geschützt werden soll, ist ungewiss. Südtirol setzte sich für einen umfassenden Schutz der Jugendlichen ein. In der neuen Vereinbarung sollen aber auch Risikopatienten nicht außen vorbleiben.

Wie viele andere Länder ist sich auch Italien unsicher, wie auf aktuelle Entwicklungen reagiert wird. Zum einen ist das Land auf die Einnahmen aus dem Glücksspiel angewiesen. Von den insgesamt 10,5 Milliarden Euro stammten 5,8 Milliarden Euro 2016 aus elektronischen Angeboten wie Spielautomaten. Demgegenüber steht aber auch eine steigende Anzahl von Suchtpatienten. Trotz der klaren Positionierung Südtirols ist es der Region noch nicht gelungen, die Anzahl der Suchtpatienten einzudämmen oder zumindest zu halten. Auch hier nimmt die Zahl der Betroffenen stetig zu.

Erste Schritte wurden allerdings gemacht. Italien wies im Rahmen eines neuen Gesetzes Schutzzonen aus, die sich beispielsweise rund um Schulen wiederfinden. Demnach darf um Bildungseinrichtungen im Umkreis von 300 Metern keine Spielhalle betrieben werden. Ob diese erste Schutzmaßnahme Früchte tragen wird, ist aktuell noch ungewiss.