Da die Online Casinos noch nicht reguliert sind und auf dem Sportwetten-Markt viele etablierte Unternehmen hart um die Marktanteile kämpfen, liegt es wohl nahe, in das Lotto-Geschäft einzusteigen. Lotto24 ist mittlerweile ein populärer Anbieter auf dem Glücksspiel-Markt. Allerdings wird das Geschäft aktuell ein wenig überschattet durch die Übernahme der Firma durch den britischen Konzern Zeal. Die Berufung eines neuen Aufsichtsrats bei Lotto24 sorgt für Empörung. Aktuell wird viel über alte und neue Online Casinos diskutiert, auch weil in Deutschland ein neuer Glücksspielstaatsvertrag verhandelt wird. Aber wenn es darum geht, über das ganz große Glücksspiel zu diskutieren, führt kein Weg am Lotto vorbei.

Lotto 24Streit um Berufung von Zeal-Mann in Aufsichtsrat von Lotto24

Peter Steiner ersetzt Willi Berchtold im Aufsichtsrat von Lotto24. Das klingt nicht wie eine aufregende Meldung, aber hinter den Kulissen tobt ein heftiger Streit um die Berufung. Nachdem Zeal den Anteil bei Lotto24 auf 93 Prozent erhöhen konnte, wurde der Wirtschaftsprüfer Peter Steiner auf dem neuen Posten installiert. Diese Personalie ist heiß umstritten, denn Steiner gilt als Zeal-Mann, während der Vorgänger Willi Berchtold, ein ehemaliger IBM-Manager, unabhängig vom britischen Konzern war. Die Minderheitseigner gehen davon aus, dass Zeal mit der neuen Zusammenstellung des Aufsichtsrates auch die letzten Hindernisse bei der Übernahme aus dem Weg schaffen wollte. Allerdings ist noch nicht einmal ganz sicher, dass diese Übernahme überhaupt funktioniert.

Der Minderheitseigner Scherzer, eine Beteiligungsgesellschaft aus Köln, versucht aktuell, die Berufung von Peter Steiner rückgängig zu machen. Angeblich seien bei der Abstimmung nicht die nötigen Voraussetzungen vorhanden gewesen, um überhaupt den Aufsichtsrat berufen zu können. Im Mittelpunkt der Kritik stehen Vorgänge rund um den Kauf von 42 Prozent von Lotto24 von der Beteiligungsgesellschaft Othello Vier. Gleichzeitig soll aber Othello Vier für die Berufung von Peter Steiner gestimmt haben. Die Vertreter der Beteiligungsgesellschaft Scherzer, die mit 0,6 Prozent an Lotto24 beteiligt sind, gehen davon aus, dass die Berufung nicht rechtens war, weil Othello Vier zum Zeitpunkt der Berufung überhaupt nicht mehr dazu berechtigt gewesen sei, über einen neuen Aufsichtsrat abzustimmen.

Lotto24 und Zeal wollen Online-Lotto dominieren

Die beiden Firmen Lotto24 und Zeal passen grundsätzlich gut zusammen, denn beide Geschäftsmodelle basieren darauf, Lottospieler mit ihren Diensten zu gewinnen. Das Geschäftsmodell von Lotto24 ist allerdings etwas anders als bei Zeal. Lotto24 ist ein Vermittler für staatliche Lotterien. Das ist ein Geschäft, das in Deutschland zulässig ist und seit vielen Jahren praktiziert wird. Dahingegen bietet der britische Konzern Zeal Wetten auf Lotterien an und ist gegebenenfalls dann auch dazu bereit, hohe Jackpot-Summen auszuzahlen. Es ist bislang noch nicht bekannt, wie diese beiden Geschäftsmodelle miteinander verknüpft werden sollen. Denkbar ist zum Beispiel, dass das Geschäftsmodell von Lotto24 in der bisherigen Form in Deutschland weitergeführt wird und Zeal zumindest in Deutschland das Geschäftsmodell übernimmt.

Aktuell streitet sich Zeal mit dem deutschen Staat über eine Steuernachzahlung. Der Fiskus ist davon überzeugt, dass Zeal dem Staat Mehrwertsteuer schuldet. Das Unternehmen ist hingegen der Ansicht, dass diese Mehrwertsteuer nicht angefallen sei. Auch diese Problematik hängt mit dem Geschäftsmodell von Zeal zusammen, dass unter Experten als „Zweitlotterie“ bekannt ist. Es ist umstritten, ob dieses Geschäftsmodell in Deutschland überhaupt in allen Details gesetzeskonform ist. Auch das könnte ein Grund sein, warum Zeal Interesse hat, mit Lotto24 einen Wettbewerber zu übernehmen, der mit einem anderen Geschäftsmodell arbeitet, das juristisch nicht zu beanstanden ist. Experten gehen davon aus, dass die Übernahme trotz der aktuellen Querelen letztendlich funktionieren wird.

Lotterien in Deutschland und vielen anderen Ländern enorm beliebt

In Deutschland werden jährlich mehr als 3,7 Milliarden mit den staatlichen Lotto-Angeboten umgesetzt. Dahingegen liegt der Umsatz der Online Casinos schätzungsweise bei 1,3 Milliarden Euro. Der Unterschied ist beträchtlich. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass es in Deutschland auch noch Spielhallen, Spielbanken, Pferderennbahnen und Wettbüros gibt. Nimmt man alle Glücksspielanbieter zusammen, liegt der Umsatz bei über 14 Milliarden Euro in Deutschland. Es kann also nicht wirklich erstaunen, dass ein ambitionierter Konzern wie Zeal daran interessiert ist, auf dem lukrativen deutschen Glücksspiel-Markt mitzuspielen.

Da die Online Casinos noch nicht reguliert sind und auf dem Sportwetten-Markt viele etablierte Unternehmen hart um die Marktanteile kämpfen, liegt es wohl nahe, in das Lotto-Geschäft einzusteigen. Lottospieler gibt es überall in Europa und im Gegensatz zu Spielautomaten, Roulette und Blackjack ist Lotto seit jeher unumstritten. Die meisten erwachsenen Deutschen haben irgendwann wenigstens einmal bei einem großen Jackpot ein Los der staatlichen Lotterie gekauft. Es bleibt abzuwarten, ob der Ruf der Lotto-Angebote unbeschadet bleibt, wenn sich zunehmend private Anbieter auf diesem Markt tummeln werden. Lotto24 ist mittlerweile ein populärer Anbieter auf dem Glücksspiel-Markt. Hier können Sie alles weitere zur  Übernahme der Firma durch den britischen Konzern Zeal lesen.