casinos austria - NovomaticDer Verkauf der Casinos Austria schlägt weiter Wellen in Österreich. Nach dem Bieterkonsortium um Peter Goldscheider hat auch Novomatic, der weltweite Marktführer in der Produktion von Spielautomaten, einen Schritt nach vorne gewagt. Ein Mehrheitsanteil (67%) der Casinos Austria Holding, die Casinos und Kreuzschiffe in aller Welt sowohl das Glückspiele-Portal win2day betreibt, ist zu haben.

Das hat sich Hans Jörg Schelling, der österreichisch Finanzminister, wahrscheinlich anders vorgestellt. Ganz in Ruhe wollte er den verbleibenden Teil der Casinos Austra, der noch nicht in Staatshand ist, in die neu gegründete Holding der österreichischen Staatsunternehmen eingliedern. Dass sich Vater Staat mehr und mehr um unser "Wohlergehen"sorgt, ist ja im Alpenland nichts Neues. Neben der umfassenden Überwachung von Telefongesprächen (Stichwort Vorratsdatenspeicherung) fällt ja derzeit in Österreich auch eher still und heimlich das Bankgeheimnis. Wenn die NSA unsere Emails mitliest (was wahrscheinlich die Russen, Chinesen und wer auch immer auch tun) dann gehen alle auf die Barrikaden. Aber wenn ein Troglodyt im Finanzministerium sich spontan entscheidet, mal in unser Bankkonto in real-time einzusehen, dann ist das allen auf gut wienerisch gesagt "wurscht".

Wie die Presse berichtet, rumort es in eingeweihten Kreisen. Peter Graf, der Gründer und Mehrheitseigentümer der Novomatic hat ja höchstwahrscheinlich bereits den roten Bullen Dieter Mateschitz als reichsten Finanzstroeme NovomaticÖsterreicher abgelöst. Kolportierte 6,6 Millionen US Dollar soll Herr Graf schwer sein, da kann er sich die Casinos Austria locker leisten, auch wenn die so um die 400-500 Millionen Euronen kosten werden. Pikant wäre die Sache schon, sind doch die Casinos Austria der grösste Konkurrent der Novomatic in Österreich und die Bieterschlachten um diverse Lizenzen sind uns allen noch in Erinnerung. Für die Novomatic wären die Casinos Austria ein schöner Happen, hat die Novomatic doch gerade die meisten ihrer Spielautomaten aus Wien abziehen müssen. Damit könnte Novomatic sich wieder ein paar neue Lizenzen einverleiben und auch die internationalen Aktivitäten der Casinos Austria hätten Synergie-potential, da Novomatic den grössten Teil seiner Umsätze im Ausland macht (siehe Infographik). Nicht zu vergessen, der Anteil an dem erfolgreichen win2day Portal und eine Hintertür zu den österreichischen Lotterien.

Also für Verfechter des freien Marktes wäre dies eigentlich ein Alptraum. Die Wahl zwischen einem staatlichen Monopolisten oder einem privaten Quasi-Monopolisten zu haben wäre sicher nicht das Gelbe vom Ei. Wie sich das auf Kundenservice und Angebot auswirkt, kann man ja bei den meisten Monopolbetrieben oder privaten Quasi-Monopolen anschaulich sehen. Wir sprechen hier ja nicht von der Elektrizität- oder Wasserversorgung der Bevölkerung, sondern von einem Unterhaltungsangebot, das Konkurrenz der Anbieter dringend nötig hat.

 

Photos und Graphik (c) Novomatic