casinos austriaDie letzte Woche dürfte wohl eine der besten in der Geschichte der Casinos Austria AG gewesen sein, denn zum einen gewann der Betreiber zahlreicher Spielbanken in Österreich den Prozess um die intransparente Vergabe zweier neuer Casinolizenzen und konnte damit dem langjährigen Konkurrenten Novomatic kräftig an Bein treten und zum Zweiten konnte der Geschäftsführer Karl Stoss mit stolzer Miene starke Zahlen für das abgelaufene 1. Halbjahr präsentieren. Sowohl im Bereich der Onlineaktivitäten wie auch im Geschäftsfeld rund um die 12 in der Alpenrepublik betriebenen Zockerbuden, konnten Zuwächse erzielt werden. In den landbased Casinos wurde der Umsatz um ganze 8 Prozent nach oben geschraubt und beläuft sich nun auf einen Gesamtbetrag von 156 Millionen Euro. Zudem gab es auch auf der Seite der Besucher positive Entwicklungen. Mit 7 Prozent Zuwachs konnten hier insgesamt 1,44 Millionen Gambler in die heiligen Hallen gelockt werden. Für das starke Wachstum im Spielbankenbereich waren vor allem die ausländischen Gäste verantwortlich, die mittlerweile knapp die Hälfte aller Spieler ausmachen. Zum Vergleich waren es vor fünf Jahren noch 40 Prozent gewesen. Interessant dabei ist, dass verschiedene Nationalitäten unterschiedliche Casinos der CASAG zu ihren Favoriten auserkoren haben. So fühlen sich Araber und Asiaten vornehmlich in der Wiener Kärntner Straße wohl. In Bregenz jedoch verjubeln hauptsächlich die Nachbarn aus Deutschland und der Schweiz ihre Moneten. Um den Ertrag der Spielbanken und das Angebot an die Kundschaft noch weiter steigern zu können, entschloss sich die Casinos Austria auch die Gastronomie in die eigenen Hände zu nehmen und wurde für diese Entscheidung mit einem Zuwachs von 22,4 Prozent belohnt.

Die Geldzuwächse sollen in Investitionen fließen

Ein Unternehmen sollte nie auf der Stelle treten und so ist es nicht unerwartet, dass ein großer Teil des Mehrwerts in Investitionen fließen werden. So gibt es 36 Millionen Euro für den notwendigen Austausch von 1.000 der insgesamt 2.100 eigenen Slot Automaten, da bis 2019 sämtliche „einarmige Banditen“ in Österreich an das Bundesrechenzentrum angeschlossen werden müssen. Zudem soll das Casino Graz einem Relaunch unterzogen werden und der Außenbereich des bereits umgebauten Casino in Salzburg verschönert werden.

Lotto - wie immer die „Cashcow“

Den größten Batzen zum Geschäftsergebnis steuerte wie immer die Lottosparte bei. Hierbei ist interessant, dass vor allem der Betrieb der Internetplattformen Win2day für Wachstum im hart umkämpften Lotteriengeschäft sorgte. Der Umsatz via Online, zu denen auch die Sportwetten gezählt werden, stieg um fast 25 Prozent auf jetzt 779 Millionen Euro an, wobei hier natürlich die Fußballeuropameisterschaft mit zu berücksichtigen ist. Dagegen ging es im klassischen Lotto nicht wirklich voran, denn hier stagnierte der Umsatz bei 651 Millionen Euro. Stabilisieren konnte sich auch der Bereich der WINWIN-Automaten, die noch im letzten Jahr einen Verlust von 2,4 Millionen Euro verursacht haben.

Im Ausland nähert sich die CASAG der Schwarzen Null

Das große Sorgenkind der Casinos Austria AG, das Auslandsgeschäft, scheint sich mittlerweile auch endlich zu  berappeln und nähert sich der schon lange angepeilten Schwarze Null an. In allen Auslandsmärkten, wie Kanada, Ungarn, Schweiz und Deutschland konnten die Umsätze deutlich gesteigert werden. All diese positiven Entwicklungen sorgten insgesamt zu einem sehr starken Halbjahresergebnis. Für das gesamte Jahr geht Karl Stoss von einem Gesamtgewinn der CASAG von 80 Millionen Euro gegenüber 55 Millionen Euro in 2015 aus. Dabei soll der Gewinn aus dem Geschäft mit den Casinos im Inland von 21 Millionen auf 30 Millionen Euro ansteigen. Auch bei den Besucherzahlen erwartet Karl Stoss ein deutliches Wachstum um 300.000 Besucher auf dann 3 Millionen Gamblern.

Erzfeind Novomatic leckt sich schon die Finger

Obwohl der Glücksspielgigant Novomatic erst letzte Woche eine bittere Schlappe vor Gericht gegen die CASAG einstecken musste, werden die guten Zahlen der Casinos Austria AG wohl mit einem süffisanten Lächeln im Vorstand zur Kenntnis genommen worden sein, denn sollten das österreichische Kartellgericht den Plänen zur Übername der CASAG durch das Joint Venture zwischen dem tschechischen Konsortium und Novomatic grünes Licht erteilen, dann erhält der Konzern auf einen Schlag die unangefochtene Vormachtstellung im Lotteriegeschäft in der Alpenrepublik und ein paar feine Casinos obendrauf. Schon jetzt ist Novomatic mit knapp 40 Prozent an der Casinos Austria AG beteiligt. Doch mit der Übernahme von 51 Prozent der Anteile, 11 Prozent würden die Tschechen mit ins neue Joint Venture einbringen, würde die neue Kooperation zum alleinigen Entscheider aufsteigen und Novomatic würde quasi zu einem Monopolisten im Glücksspielmarkt und vor allem beim Lotto in Österreich werden. Am Ende hat jedoch das Kartellgericht das letzte Wort in dieser Sache. Theoretisch dürfte die Behörde nur mit strengen Auflagen diesem Deal zustimmen, um wenigstens ein bisschen Wettbewerb aufrecht zu erhalten, doch der lange Arm des Glücksspielkonzerns reicht bekanntlich tief in die Politik und die Verwaltung hinein und so ist es wohl nur eine Frage der Zeit bis sich Novomatic das Filetstück CASAG unter den Nagel reißt und den Glücksspielmarkt in Österreich vollkommen in der eigenen Hand hält.