Staatlich konzessionierte Spielbanken – es geht wieder aufwärts!

Staatlich konzessionierte SpielbankenWie immer kurz vor Ende des Jahres, war es nun wieder an der Zeit für die Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder einen Jahresabschlussbericht des vorangegangenen Jahres, über die Geschäftstätigkeit der konzessionierten und der in staatlicher Hand befindlichen Spielbanken in der Bundesrepublik Deutschland, vorzulegen und dabei gab es 2015 eine faustdicke Überraschung. Seit etwa 10 Jahren gab es in den Bereichen Bruttospielerträge, also Einnahmen minus ausgezahlte Gewinne an Spieler und bei den Besucherzahlen, nur eine Richtung, nach unten, doch zur großen Überraschung sah es für die staatlichen Spielbanken in vergangenen Jahr nun deutlich besser aus. Zwar setzten die Online Casinos weiterhin dem stationären Geschäft mit Roulette, BlackJack und Slot Automaten kräftig zu, doch scheint nun endlich die langersehnte Talsohle durchschritten worden zu sein. In allen wichtigen Bereichen gab es deutliche Verbesserungen und die Kennzahlen drehten alle ins Positive. So wurden im Jahr 2015 557 Millionen Euro an Bruttospielerträgen erwirtschaftet, was eine Steigerung von kräftigen 9 Prozent bedeutet und 48 Millionen Euro mehr in die Haushalte der Länder spühlte. Dabei wuchs der Bereich der klassischen Casino Spiele, wie Roulette und BlackJack mit 18 Millionen Euro und 14 Prozent stärker an, als das Automatenspiel, bei dem die Steigerung mit 8 Prozent 30 Millionen Euro ausmachte.

Die staatlichen Spielbanken sind im Deutsche Spielbankenverband DSbV e.V mit Sitz in Baden-Baden organisiert und vertreten insgesamt 9 verschiedene Gesellschaften in 8 Bundesländern. Ihr Anteil an den Bruttospielerträgen im Jahr 2015 beläuft sich auf 307 Millionen Euro.

Auch der gesamte Glücksspielmarkt wächst

Im Jahresbericht 2015 der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder wurde nicht nur die Entwicklung der staatlichen und der konzessionierten Spielbanken erfasst, sondern auch ein aktueller Überblick über den gesamten deutschen Glücksspielmarkt gegeben. Dabei unterscheiden die Behörden nach dem „legalen Markt“ und dem sogenannten Schwarzmarkt. Zum Letzteren gehören zum Beispiel Online Casino, die in der Bundesrepublik keine deutsche Lizenz besitzen und in den Augen der Politik, trotz europäischer Gesetze, als illegal betrachtet werden. Der Gesamtmarkt an allen möglichen Glücksspielen im Jahr 2015 stieg auf 12,178 Milliarden Euro, worauf 10,448 Milliarden Euro oder 82 Prozent auf den legalen Sektor entfielen. Auf den Schwarzmarkt wiederum entfielen mit 18 Prozent die restlichen 2,270 Milliarden Euro. Interessant an den nun vorgestellten Zahlen war vor allem das extrem ungleiche Wachstum der beiden Bereiche. Zwar macht der legale Markt mit 82 Prozent immer noch den Großteil aller Glücksspiele aus, doch der Online Casino Bereich holt mit jedem Jahr mehr und mehr auf. In Zahlen betrachtet stieg das Volumen im legalen Markt der Spielbanken und Spielotheken im Jahr 2015 um 4 Prozent oder 403 Millionen Euro an, der sogenannte Schwarzmarkt jedoch wuchs gleich um ganze 30 Prozent oder 530 Millionen Euro.

Den größten Anteil am regulierten Markt haben Spielautomaten, von denen es in Deutschland circa 190.000 in den Spielhallen und 77.000 in den Gaststätten gibt. Alle zusammen machten im Jahr 2015 5,3 Milliarden Umsatz und mit 51 Prozent etwas mehr als die Hälfte des gesamten legalen Marktes aus.

Online Casino machen die Hälfte des sogenannten Schwarzmarktes aus

Der seit einigen Jahren anhaltende Trend der Verlagerung des Glücksspiels aus den Spielbanken und Zockerbuden hin zu den Online Casinos, hält auch im Jahr 2015 weiter an. Dabei machen die virtuellen Spielhallen mit 1,165 Milliarden Euro rund 51 Prozent des sogenannten Schwarzmarktes aus, wofür keine deutschen Konzessionen vorliegen. Auf den Sektor der Sportwetten wiederum entfallen mit 736 Millionen Euro knapp 32 Prozent des Gesamtvolumens. Für den Verband der Deutschen Spielbanken ist das unterschiedliche Wachstum zwischen dem konzessionierten Markt und dem Online-Markt, ohne gesonderte deutsche Lizenz, natürlich kein Grund zur Freunde, denn die unliebsame Konkurrenz ist hauptverantwortlich, neben den eigenen Problemen, für den anhaltenden Verlust an Strahlkraft. Zwar gab es im Jahr 2015 nun nach 10 Jahren zum ersten mal wieder ein Wachstum, doch sofern die Zahlen zwischen 2007 und 2015 verglichen werden, ist der negative Trend mehr als deutlich.

Otto Wulferding, vom Deutschen Spielbankenverband e.V. ließ es sich natürlich nicht nehmen, noch einmal deutlich auf die jetzige Situation einzugehen und die Mär von der rechtlichen Erlaubnis zu wiederholen: „Trotz der zurückhaltenden Schätzungen der Glücksspielbehörden sehen auch die öffentlich-rechtlichen Spielbanken das Wachstum der nicht-konzessionierten Anbieter mit Sorge. Sie wirken in einem Markt, in dem sie keine rechtliche Erlaubnis haben“

Spielbanken verlieren seit 2007 fast die Hälfte der Einnahmen

Die Betreiber der Spielbanken in Deutschland, zumindest diejenigen die nicht auch im Online Casino Geschäft tätig sind, werden seit Jahren nicht müde, vor den bösen Internetcasinos zu warnen. Dabei wird immer der Jugend- und Spielerschutz vorgeschoben. Doch ein einfacher Blick in die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt recht deutlich, was tatsächlich den deutschen Spielbanken so schwer im Magen liegt. Es ist die zunehmende Verlagerung des Glücksspiels ins Internet. Online Casinos können jederzeit am PC oder im mobilen Casino gespielt werden und bieten zudem höhere Auszahlungsquoten. Für BOOK OF RA muss heute niemand mehr in die Spielothek rennen, ein einfacher Klick genügt und schon kann es losgehen. Gegenüber 2007, als die Spielbanken 923 Millionen Euro an Bruttospielerträgen erwirtschafteten, waren es 2015 nur noch 556 Millionen Euro, was einem Verlust von 40 Prozent bedeutet. Auch die Entwicklung der Besucherzahlen fiel nicht besser aus, auch hier ist ein gehöriger Schrumpfungsprozess im Gange und so zählten alle Etablissements im Jahr 2015 zusammen nur noch 5,6 Millionen Gäste und nicht mehr 8,9 Millionen Besucher wie 2007.

Dies sind die waren Gründe für gewisse Entscheidungen auf landespolitischer Ebene, denn die Erträge fließen hier in die Säckel der Bundesländer. Die Steuern, die wiederum anfallen würden wenn Online Casino offizielle reguliert werden würden, kämen allerdings dem Bund zu Gute und würde somit den Ländern in ihrer Bilanz erst einmal fehlen.

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Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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