Spielsüchtiger MönchSpielen mit Gottes Segen kann ja bekanntermaßen nicht schaden und soll ja durchaus hilfreich sein. Spielen mit Gottes Geld hingegen kann sehr großen Ärger nach sich ziehen. Diese Erfahrung musste jetzt ein leitender Mönch einer kleinen vietnamesischen Gemeinde im amerikanischen Lafayette, Louisiana, lernen.

Spielsucht ohne Gottes Gnaden

Khang Nguyen Le, eigentlich ein Mann des göttlichen Buddhismus, wurde im Septenber 2015 in New York am internationalen LaGuardia Airport festgenommen. Seine Geschichte jedoch dürfte, obgleich es wahrlich vielen Menschen so geht wie ihm, ziemlich einzigartig sein. Khan Nguyen Le ist spielsüchtig, Black Jack hat es im angetan. Dies allein ist zwar schlimm aber noch lange kein Grund für eine Verhaftung. Der Grund dafür, warum Le höchstwahrscheinlich für eine sehr lange Zeit hinter Gittern beten muss, hat vielmehr einen anderen Ursprung. Im Zeitraum von Januar 2013 bis zum August 2014 finanzierte sich Le seine Spielsucht mit einem ordentlichen Griff in die Kasse der Kirche. Weit mehr als 260.000 Dollar des Gottesgeldes hat Le als Spieleinsätze beim beliebten Kartenspiel Black Jack genutzt. Die Folge war nicht etwa Gottes Zorn in Form eines Blitzes, der Le bei dem täglichen Toilettengang erschlagen hätte, sondern vielmehr rein irdischer Natur. Le wurde nunmehr zu 30 Jahren Gefängnisaufenthalt verurteilt.

Keine Kontrolle für den Mönch

30 Jahre Gefängnis mögen einem Menschen schon als drakonische Strafe vorkommen, für Le jedoch kam es an dieser Stelle noch einmal ein Stück weit schärfer. Er wurde von dem Gericht, logischerweise, dazu verdonnert die vollständige Summe zurückzuzahlen. Angesichts seines doch recht bescheidenen Gehalts von 1.000 Dollar monatlich dürften Le mit Ablauf seiner Gefängnisstrafe weitestgehend schuldenfrei sein. Dass die 1.000 Dollar Gehalt jedoch für seine, zumeist verlustreichen, Besuche im Casino nicht ausreichten wollte das zuständige Gericht in Louisiana als Entschuldigung nicht gelten lassen. Am Flughafen wurde ein Polizist auf Le aufmerksam, der gerade von Dallas kommend nach Toronto fliegen wollte. Le gestand sofort und gab sogar an, dass er mehr als nur die 260.000 Dollar im Casino verspielt habe. Insgesamt soll sich die Summe der Verluste des Mönches ohne Gottes Segen beim Spiel auf 370.000 Dollar belaufen. Da er hin und wieder auch einmal gewann, zahlte er brav das Geld in die Kirchenkasse wieder ein. Die Höhe der zurückgezahlten Beträge lassen sich jedoch nicht nachvollziehen, da darüber verständlicherweise ja kein Buch geführt werden konnte.

Vor Gericht zeigte sich Khang Nguyen Le reumütig. Ihm oblag als Kirchenvorsteher die Kontrolle über insgesamt drei Kirchengemeindekonten. Eine Kontrolle seiner Tätigkeit gab es nicht und es wollte auch niemand jemals Kontoauszüge sehen. Le war stets allein im Casino unterwegs, Buddha habe ihn dabei nicht begleitet. Im Nachhinein betrachtet wäre diese göttliche Begleitung für den Mönch mit Sicherheit besser gewesen, da er dann jemanden gehabt hätte, der ihm ordentlich auf die Finger geklopft hätte. Nachdem die ersten Verdachtsmomente gegen den Mönch aufkamen trat dieser von seinem Kirchenamt zurück. Mit Ablauf seiner Gefängnisstrafe wird Le wohl wiedermals seine Koffer packen müssen, es droht eine Ausweisung aus den USA nach Vietnam. Dies indes mag für den spielsüchtigen Mönch nicht so schlecht sein, da es in Vietnam bei Weitem nicht so viele Casinos gibt wie in den Vereinigten Staaten von Amerika.