Spielhallenüberfall: Urteile für Hannover 96 Nachwuchskicker

Hannover 96 Urteil SpielhallenüberfallVor dem Amtsgericht Stadthagen wurde nun der Fall der drei Nachwuchskicker vom Ex-Erstligisten (Neu-Zweitligisten?!) Hannover 96 verhandelt, die Anfang Februar einen Raubüberfall auf eine Spielhalle in Lauenau im Landkreis Schaumburg geplant hatten.

Die drei Angeklagten hatten sich für ihren geplanten Raubüberfall mit Sturmhauben und einer Gaspistole ausgestattet und falsche Kennzeichen an ihrem Wagen montiert. Auf dem Weg zur Spielhalle am 2. Februar 2016 hatten sie es sich jedoch anders überlegt und waren wieder umgekehrt. Da sie den Wagen mit den falschen Kennzeichen jedoch im absoluten Halteverbot abstellten, flog die ganze Sache auf und sie legten ein umfassendes Geständnis ab. Nun folgte der Prozess, der auch zur Verurteilung der drei Angeklagten führte.

Prozess verlief schnell und endete jetzt mit Urteil

Die drei 19-Jährigen mussten sich für ihre geplante Tat und für den Diebstahl der Kennzeichen nun vor Gericht verantworten. Angeklagt waren sie wegen gemeinschaftlichen Diebstahls sowie Urkundenfälschung. Da alle schon im Februar nach Aufdeckung der Tatabsichten geständig waren, war der Prozess somit nur eine Formalie. Der 19-jährige Haupttäter zeigte sich besonders einsichtig und gab vor Gericht ohne Umschweife zu, dass er in Zockerkreise geraten war und dort Schulden gemacht habe. Da er seine Eltern aber nicht um Geld bitten wollte, heckte er zusammen mit seinen Freunden den Plan aus, eine Spielhalle zu überfallen, um schnell an Geld zu kommen. Mittlerweile mache er aber sogar eine Therapie, um von der Spielsucht wegzukommen.

Wohl auch durch die Geständigkeit aller drei Täter fielen de Urteile relativ milde aus. Der 19-jährige Hauptangeklagte bekam wegen gemeinschaftlichen Diebstahls, Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Waffengesetz eine Strafe von 50 Sozialstunden sowie eine Geldstrafe von 500 Euro. Die anderen beiden Täter mussten sich nur wegen gemeinschaftlichen Diebstahls und Urkundenfälschung verantworten und bekamen beide eine Strafe von 40 Sozialstunden und einer Geldstrafe von 300 Euro aufgebrummt. Bei den urteilen wurde das Jugendstrafrecht angewendet, was natürlich auch einen Einfluss auf das geringe Strafmaß hatte.

Strafe gab es auch von Hannover 96

Auch von ihrem Fußballclub Hannover 96 hagelte es für die drei Nachwuchsspieler der U-19-Mannschaft strafen. So wurden alle drei Spieler bereits nach dem Bekanntwerden der geplanten Tat vom Verein suspendiert. Allerdings muss man hier wohl sagen, dass diese Suspendierung für die drei Täter nur von kurzer Dauer war. Denn wenn man bedenkt, dass die Einzelheiten zur Tat Anfang Februar bekannt wurden und die drei ab März schon wieder am Mannschaftstraining teilnehmen durften, dann war die Suspendierung wirklich nur eine ganz kurze Angelegenheit. Auch Ligaspiele haben die drei Nachwuchsspieler schon wieder bestritten. Dazu gab es vom Verein Hannover 96 auch noch die Auflage, Sozialstunden freiwillig abzuleisten. Diese haben auch alle drei Täter mittlerweile schon abgeleistet. Nun kommen noch die vom Gericht verordneten Sozialstunden obendrauf.

Dennoch bleibt fraglich, warum der Verein nicht konsequenter reagiert hat. Begründet wird das von Vereinsseite aus  damit, dass sich die drei Spieler reumütig gezeigt haben und die Auflagen des Vereins schon erfüllt haben. Trotzdem wirft es irgendwie einen Schatten auf den Verein. Denn es ist sicherlich nicht ungewöhnlich, dass es Spieler mit Spielsucht gibt. Aber bestimmt ist es sehr ungewöhnlich, dass ein Spieler dieses Problem hat und zur Geldbeschaffung zwei weitere Mannschaftskameraden zu einem Raubüberfall auf eine Spielhalle überzeugt. Positiv ist da nur, dass sie es sich schlussendlich anders überlegt haben.

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Von Gerda Hartig | 26. September 2018 | Kategorien: Nachrichten, Vermischtes | Labels: , , , |

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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