Spielhallen-Logo verbot schränkt Spielhallen-Betreiber weiter ein

Spielhallen-Logo

Dies ist NICHT das Spielhallen-Logo von Löwen-Play...

Hier ist sich die Hessische Gesetzes-Sprechung einig: Allen voran das Verwaltungsgericht Giessen. Das entschied nunmehr gegen die Außenwerbung eines Spielbank-Betreibers. Dreh und Angelpunkt ist das Logo der Spielbank Löwen-Play. Anstelle des Bindestrichs ist im original Spielhallen-Logo ein freundlicher Löwenkopf zu sehen. Für das Giessener Verwaltungsgericht ausreichend Grund zum Anlass, sich für den Schutz der  Verbraucher im Sinne der Spielsuchtprävention einzusetzen. In der Begründung des Gerichtsbeschlusses wird benannt, dass es sich bei dem freundlichen Löwen, um ein auffälliges und kundenanziehendes Logo handelt. Ausgerechnet bei einem Thema, das weder um Spielsachen, noch um Sportbekleidung oder Gastronomie geht.

Spontanbesuche durch das Spielhallen-Logo sollen vermieden werden... 

Das Hessische Spielhallengesetzt sieht zwar vor, dass neben der Bezeichnung „Spielhalle“ der Firmenname aufgeführt werden darf. Allerdings muss es sich um den Original-Firmennamen handeln, so dass auch die Firmierung mit angezeigt werden muss. Werbende Ergänzungen, wie im Fall der Marburger Spielhalle, sind nun per Gesetz des Giessener Verwaltungsgerichts unzulässig. Laut dem Verständnis des Hessischen Spielhallengesetzes sollen keine zusätzlichen Anreize für die positive Darstellung von Spielhallen angeboten werden. Dies würde jeglichen Maßnahmen zur Spielsuchtprävention widersprechen. Laut Bewertung des Gerichts würden der freundliche Löwen-Kopf und die impulsive Bezeichnung Löwen-Play zu Spontanbesuchen der Spielhalle animieren. Dem Marketing nach sicherlich so gewollt. Nur leider handelt es sich bei den Spielhallen und Glücksspielen im Allgemeinen um eine Branche, die aufgrund der Spielsuchtprävention und Ahndung durch die Länder bei Missachtung mit Marketing dezent und stets mit der „Angst“ auf die Finger gehauen zu bekommen, erfinderisch sein muss.

Warum nicht alle Spielbanken gleich in Spielhöllen umbenennen mit einem großen Schild an der Tür: „Wenn dies keine staatliche Spielbank ist, dann verkaufen Sie hier Ihre Seele“ (Sarkasmus Modus aus …).

Reglementierung der Sportwetten- und Casino-Standorte generell

Dass nicht nur Casino-Betreiber von den Spielsuchtpräventionen der Länder Post und Gerichtsbeschlüsse erhalten, ist auch den Betreibern von Sportwetten-Bars nicht neu. Bei Sportwetten-Lokalen müssen zum Beispiel besondere Abstände zu Kindergärten, Schulen und anderen sozialen Standorten gehalten werden. Vor allem im Stadtkern von Kleinstädten führt dies zum logischen Ansiedeln der Sportwetten-Lokale und Spielhallen an den Rand des Geschehens, oft an den Rand der Stadt. Kein Wunder also, dass der Sportwetten- und Casino-Branche eine leicht dunkle Aura umhüllt, wissen letztlich die allerwenigsten, dass es diese Regelung für die Standort-Wahl gibt. Im Zuge der steigenden Nachfrage nach Sportwetten-Lokalen werden die Abstandsbeschränkungen zu sozialen Standorten vielleicht sogar noch einmal überdacht werden müssen. Denn auch bei den Sportwetten zeigt sich nicht zuletzt in den Anstrengungen um die „Befreiung“ des einstigen staatlichen Spiele-Monopols durch den Glücksspielstaatsvertrag, dass ein Ruck durch Casino- und Sportwetten-Deutschland geht.

Wie geht es wohl weiter?

Diese Frage müssen sich nicht nur Betreiber von Casino- und Sportwetten-Lokalen stellen. Denn letztlich ist es eine Frage der Gerichte und Ländersache, wie mit der steigenden Nachfrage auf Kundenseite einerseits und dem noch immer der trägen Trennung der Länder von den einst gepflegten Monopolrechten. Wie soll es weitergehen? Im Hinblick auf die Spielsuchtprävention, die klarer Bestandteil von seriösen und lizenzierten Casinos- und Sportwetten-Lokalen ist, kann es hier nur eine Lockerung geben. Denn es wäre schön, wenn den mündigen Deutschen mit abgeschlossenem 18. Lebensjahr tatsächlich die Mündigkeit zugesprochen und nicht durch zusätzliche „disziplinarische“ Vorkehrungen das Wetten, Spielen im Casino oder in der Spielhalle wie von erwachsener Hand weiterhin reglementiert wird. Ziel sollte ein mündigeres Deutschland sein, selbst in den Bereichen mit hohem Suchtpotenzial, wie dem Kauf von Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten oder eben Chips für den einarmigen Banditen, den Flipper-Automaten oder die nächste BlackJack-Partie im Löwen-Play. Wir dürfen gespannt sein. Bis dahin heißt es auch ohne Löwen-Play-Schriftzug: Willkommen in der Löwen-Play-Spielhalle.

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Danke für lhre Wertung!
Von Gerda Hartig | 18. Juni 2015 | Kategorien: Glücksspiel-Gesetzgebung, Nachrichten | Labels: , , , |

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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