Die Spieler, die man so kennt und denen das Glück verwehrt bleibt, die ziehen sich einfach zurück. Still, oftmals verärgert und manch einer versucht sich sogar zu motivieren, indem er einfach eine alte Weisheit verdreht und vor sich hin nuschelt: „Pech im Spiel – Glück in der Liebe!“ Aber dass jemand auf die Idee kommt, quasi sein offenes Portemonnaie zu verklagen, ist doch eher ungewöhnlich, um nicht zu sagen einzigartig. Und das nicht ohne Grund. Denn bei einer solchen Aktion mit ernsthaften Erfolgsaussichten zu rechnen, scheint doch mehr als absurd. Und dennoch ist es passiert. Ein verzweifelter Spieler dachte wohl: „Man kann es ja mal versuchen.“ Der Mann hatte 7.000 Euro in einem Online Casino verzockt und suchte daraufhin die Schuld bei anderen – um genau zu sein bei seinem Kreditkartenanbieter. Er reichte eine Klage gegen das Geldinstitut ein und forderte vor Gericht die zum Spielen eingesetzte Summe zurück. Doch das ging ganz gewaltig in die Hose.  

Online Casinos | Kreative Rechtsauffassung?

Landgericht HagenDass Online Spielen neben dem Vergnügen, dass es bereitet, auch sehr kostspielig sein kann, sofern man sich keine Grenzen setzt, musste jüngst ein deutscher Gamer am eigenen Leib erfahren. Der Mann hatte einen freudvollen Abend in einem Online Casino verzockt und dabei sage und schreibe 7.000 Euro verballert – im wahrsten Sinne des Wortes. Die anschließende Erkenntnis war bitter und für ihn offensichtlich nicht zu ertragen. Daraufhin suchte er einen Verantwortlichen für seine Misere und glaubte, den vermeintlich Schuldigen in seinem Kreditkartenanbieter gefunden zu haben. Der Mann nahm sich einen Anwalt, reichte Klage ein und forderte kurzerhand sein Geld zurück. Er vertrat den Standpunkt, dass das besagte Kreditinstitut die Zahlungen an den Online Casino Betreiber überhaupt nicht hätte durchführen dürfen, da ja das Spielen bei Online Glücksspielanbietern in der BRD illegal sei. Ganz und gar unrecht hat er mit dieser Ansicht selbstverständlich nicht, dennoch ist seine Auffassung ein wenig kreativ – um es mal vorsichtig auszudrücken. So, oder so ähnlich sahen es auch die Richter. Er holte sich eine deutliche Schlappe ein und bleibt nicht nur auf seinen Spielschulden sitzen, sondern obendrein auch noch auf den Anwalts- und den Gerichtskosten.

Wer anderen eine Grube gräbt... 

Die Verhandlung fand vor dem Landgericht Düsseldorf statt. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass es in der Verantwortung des Kreditkarteninhabers liegt, ob er sich an illegalen Glücksspielen beteiligt, oder eben nicht. Für ein Kreditinstitut sei es nicht zumutbar, die Ausgaben ihrer Kunden für „derlei Aktivitäten“ zu überprüfen. Darüber hinaus sei es für den Kreditkartenanbieter überhaupt nicht nachvollziehbar, ob der Spieler das legale Online Casino von Deutschland, oder von einem anderen Standpunkt aus besucht, beziehungsweise genutzt hat. Der Anbieter kann nicht erkennen, wo die Kreditkarten eingesetzt werden. Sofern der Kläger das Online Portal des Glücksspielbetreibers vom Ausland aus besucht hat, dann unterliegt seine Teilnahme am Online Glücksspiel den dort geltenden Gesetzen und wäre möglicherweise gar nicht mehr illegal. Um das Kreditkarteninstitut in irgendeine Form der Haftung zu nehmen, muss es zuvor von der entsprechenden Aufsichtsbehörde abgemahnt werden, gab der Richter zu Protokoll. Davon konnte in diesem Fall allerdings keine Rede sein. Abgesehen davon dürfe der Kreditkartenanbieter von seinem Kunden erwarten, dass er sich selbst ebenfalls an Gesetze hält, so das Gericht. 

Aberglaube als Hilfsmittel weit verbreitet 

Vielleicht hätte sich der Mann besser Rat bei anderen Gamern eingeholt – und zwar vor seinem Besuch in einem Online Casino. Jeder, der regelmäßig spielt, kennt das Glücksgefühl beim Gewinnen, den Frust bei Niederlagen und die Notwendigkeit, sich eine finanzielle Grenze zu setzen. Die meisten von ihnen haben ihre ganz persönlichen Ticks und Tricks, wie sie ihre Gewinnchancen am besten erhöhen können. Sehr weit verbreitet ist beispielsweise der Aberglaube. Auch wenn es im ersten Moment irrwitzig erscheint, so sind doch sehr viele Liebhaber des Glücksspiels auch gleichzeitig Anhänger von Ritualen vor oder während eines Spiels. Dabei stehen selbst Horoskope, Feng Shui, Numerologie und Psychologie zur Auswahl, oder auch Talismane, die im Idealfall und mit dem nötigen Glauben daran, sogar eine Glückssträhne bewirken können. Ob dann am Ende das Ritual oder der Aberglaube den Erfolg tatsächlich beeinflusst haben, wird von vielen Spielern haarklein analysiert. Besonders einprägsame Spielergebnisse, wie beispielsweise ein großer Gewinn oder eine lange Durststrecke verstärken oft den Glauben an die Effektivität dieser individuell unterschiedlichen Hilfsmaßnahmen. 

In diesem Zusammenhang sollte man auch eine Reihe von Verhaltensregeln nicht unerwähnt lassen, die angeblich Pech bringen. Möglicherweise waren dem oben genannten Unglücksraben solche negativen Verhaltensweisen nicht bekannt. Wir nennen hier nur mal die drei gängigsten NO GO’s unter Spielern:

Sowohl das Kreuzen der Finger oder der Beine, als auch das Verschränken der Arme soll angeblich das Glück fern halten. Während einer Glückssträhne dürfen Spieler nicht angesprochen oder unterbrochen werden. Wer während eines Spiels singt oder pfeift, zieht angeblich das Pech an. Anderen wiederum sind solche Verhaltensregeln schnuppe. Stattdessen schwören sie auf Glückszahlen oder bestimmte Farben. Eine Gewissheit gibt es jedoch nie.