Die Spielbanken in NRW bringen immer mehr Geld. Deswegen möchte die SPD neu darüber diskutieren, ob eine Privatisierung immer noch sinnvoll sei. Der Grund ist ganz simpel: Die Spielbanken bringen mittlerweile viel Geld in die Staatskasse. Solange es keine Steuer für Online Casinos gibt, bleiben die Spielbanken eine der wichtigsten Einnahmequellen im Glücksspiel-Bereich.

Spannende Entwicklung bei den Einnahmen der NRW-Spielbanken

Steuer berechnen Online CasinoPrivatisierung ist großartig? Das behaupten jedenfalls alle Liberalen. Gut, bei der Privatisierung des Mobilfunks sind die Ziele vielleicht nicht allesamt sofort erreicht worden. Vermutlich wird es noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis in Deutschland überall LTE verfügbar ist. Aber mal abgesehen von solchen Kleinigkeiten ist Privatisierung natürlich super, denn Privatunternehmen können alles viel besser als der Staat. Aber Scherz beiseite: Natürlich gibt es gute Argumente, Spielbanken zu privatisieren. Schon aus ganz prinzipiell Gründen könnte man die Position einnehmen, dass der Staat nicht als Veranstalter von Glücksspielen auftreten sollte. Aber der ganz banale Grund, warum die Spielbanken in NRW verkauft werden sollen, ist ein anderer. Über einen langen Zeitraum brachten die Spielbanken in Nordrhein-Westfalen schlicht und ergreifend keine nennenswerten Gewinne. Oft mussten sogar Verluste ausgeglichen werden. Doch aktuell wendet sich das Blatt. Die Spielbanken bringen wenig mehr Geld als früher und sorgen insgesamt für ein sehr lukratives Geschäft. Das freut natürlich diejenigen, die für die Verwaltung der Staatskasse zuständig sind.

Die Westdeutsche Spielbanken GmbH, die alle Spielbanken in NRW betreibt, hat im Jahr 2018 ein knappes Minus in Höhe von 3,58 Millionen Euro eingefahren. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass über die Spielbankenabgabe dafür sorgt, dass es ohnehin schwierig für die staatlichen Spielbanken ist, große Gewinne einzufahren. Doch schon im aktuellen Jahr wird es deutlich positivere Ergebnisse geben. Aktuell rechnet Der NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper mit einer erheblichen Steigerung der Umsätze in den Spielbanken. Das Finanzministerium geht davon aus, dass der Bruttoumsatz bei etwa 114,9 Millionen Euro am Ende des Jahres landen wird. Das ist eine starke Zahl, zumal immer berücksichtigt werden muss, dass über die Spielbankenabgabe ein großer Teil des Gewinns direkt an gemeinnützige Zwecke abfließt. Die Spielbankenabgabe liegt bei ungefähr 50 Prozent. Das ist vom Staat so gewollt, damit die Spielbanken keine riesigen Gewinne einfahren. Trotzdem profitiert aber der Staat, da ein großer Teil des Umsatzes, der mit dem Glücksspiel generiert wird, für Zwecke eingesetzt wird, die vielen Menschen zugutekommen. Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch die Steuerannahmen, die mit steigenden Umsätzen in den nächsten Jahren deutlich höher werden könnten.

CDU und FDP wollen weiterhin Privatisierung

Über die Privatisierung der Spielbank in NRW wird schon seit ein paar Jahren diskutiert. Die CDU und die FDP wollen die Spielbanken verkaufen, da sie nicht genügend Gewinn bringen. Doch mit den neuen Zahlen wird dieses Argument ausgehebelt, sodass sich die CDU und die FDP andere Gründe überlegen müssen, warum es nach wie vor sinnvoll sein soll, die Spielbanken in Staatsbesitz an private Unternehmen zu verkaufen. Der einmalige Erlös wäre zwar ganz hübsch für die aktuelle Regierung, würde auf lange Sicht aber wahrscheinlich deutlich weniger Geld bringen als die jährlichen Steuereinnamen, die von florierenden Spielbanken bezahlt werden. Insofern muss ganz genau abgewogen werden, welcher Weg der Beste ist. Sicher ist aktuell nur, dass die FDP auf jeden Fall für Privatisierung ist, denn spätestens seit der Telekom und der Deutschen Bahn weiß jeder Bundesbürger, dass Privatisierung immer super ist. Aber selbstverständlich gilt bei Spielbanken, dass nur relativ wenige Menschen direkt betroffen sind. Insofern gäbe es ganz sicher keinen Aufschrei, wenn NRW beschließen würde, dass die Spielbanken verkauft werden. Übrigens ist es spannend zu schauen, warum die Spielbanken aktuell deutlich höhere Umsätze machen als im folgenden Jahr. Auch daran ist die Politik nicht ganz unschuldig.

Spielhallen gehen nach unten, Spielbanken nach oben

Was möchten Glücksspiel-Fans vor allem haben? Spaß! Doch dieser Spaß ist einigen Glücksspiel-Fans in den letzten Monaten vergangen, da viele Spielhallen schließen mussten. Zudem wurden auch die Regeln für die bestehenden Spielhallen teilweise deutlich verschärft in NRW. Die Sache ist aber ganz simpel: Wenn es weniger Spielhallen und weniger attraktive Automaten in weiterhin bestehenden Spielhallen gibt, gehen die Glücksspiel-Fans in die Spielbanken. Zwar sind die Spielbanken nicht ganz so häufig wie die Spielhallen, aber die Glücksspiel-Fans, die in der Nähe einer Spielbank wohnen, nutzen diese Option mittlerweile häufiger als den Besuch in einer Spielhalle. Das zeigt sich auch ganz deutlich an den aktuellen Zahlen, denn die höheren Umsätze kommen nahezu ausschließlich aus dem Automatenspiel. Das liegt aber nicht daran, dass plötzlich neue Automaten in den Spielbanken auftauchen würden. Vielmehr haben die Spielbanken in NRW mittlerweile ein deutlich attraktiveres Angebot als die meisten Spielhallen im Automaten-Bereich. Das führt dann zwangsläufig dazu, dass die typischen Automatenspieler lieber in ein klassisches Casino gehen als in eine Spielhalle.

Die Politik sollte sich gut überlegen, ob es wirklich eine sinnvolle strategische Lösung ist, den Spielhallen das Leben schwerzumachen, um damit die Spielbanken zu begünstigen. Ob es wirklich begrüßenswert ist, dass die privaten Spielhallen zugunsten der staatlichen Spielbanken leiden, darf zumindest infrage gestellt werden. In anderen Branchen wäre jedenfalls der Aufschrei riesig. Glücksspiel läuft aber immer ein bisschen unter den Tisch, auch in der Politik. Deswegen gibt es keine großen öffentlichen Debatten darüber. Aber wer sich ein bisschen in Casino-Foren umschaut, kann schon seit einigen Monaten zahlreiche Unmutsäußerungen von Glücksspiel-Fans lesen. Es ist auch völlig klar, dass keine Begeisterung entsteht, wenn plötzlich die bevorzugte Spielhalle um die Ecke schließen muss, weil es plötzlich ein Abstandsgebot gibt, das vielen Spielhallen das Überleben unmöglich macht. Und dann sehen die Glücksspiel-Fans aber gleichzeitig, dass die staatlichen Spielbanken höhere Umsätze machen. Warum das zu mehr Spielerschutz führen soll, bleibt wohl ein Geheimnis der Politiker, die solche Regeln schaffen. Eine hübsche Randnotiz: Die Automaten, die in den Spielbanken stehen, sind nicht prinzipiell anders aufgebaut als die Automaten, die in Spielhallen stehen. Die meisten Geräte stammen zum Beispiel von Firmen wie Merkur, Novomatic, Bally Wulff und Löwen Entertainment. Was sich für manche Glücksspiel-Fans allerdings erheblich ändert, ist der Anfahrtsweg.

Viele Interessenten für Spielbanken in NRW

Sollten die Spielbanken in NRW irgendwann doch zum Verkauf stehen, wird es kein Problem sein, Firmen zu finden, welche die lukrativen Spielbanken gerne übernehmen. Wenn der Staat jetzt auch noch dafür sorgt, dass die Spielbanken mehr Geld bringen als früher, ist das sicherlich ein guter Grund für private Investoren zuzuschlagen. Interesse bekundet haben bereits die Gauselmann-Gruppe und die Novomatic AG. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass auch noch andere Player aus Deutschland und Österreich um die Spielbanken in NRW mitbieten werden. Doch das Thema ist schon seit einigen Jahren immer wieder auf der Tagesordnung, aber zu einem Abschluss ist es bislang nicht gekommen. Nach wie vor ist nicht sicher, ob überhaupt die nötige Mehrheit vorhanden sein wird, um die Spielbanken in NRW zu privatisieren. Ein Regierungswechsel könnte zum Beispiel sehr schnell dazu führen, dass die SPD, die gegen die Privatisierung ist, den Verkauf an private Unternehmen verhindert. Was für die Glücksspiel-Fans in Nordrhein-Westfalen am Ende die beste Lösung ist, lässt sich schwer sagen. Aber für die meisten Casino-Besucher wäre es ohnehin viel interessanter zu erfahren, ob es in Deutschland demnächst eine bessere Regulierung für Online Casinos geben wird. Die Zukunft des Glücksspiels ist eindeutig im Internet. Spielbanken haben ohne jeden Zweifel ihren Reiz, aber keine Spielbank kann so viel Auswahl bieten wie ein gutes Online Casino.