Spielautomatenverbot in ÖsterreichEs ist nun schon fast ein Jahr her, seitdem das kleine Glücksspiel in Wien verboten ist und in den anderen im Westen gelegenen Bundesländern eingedämmt wurde. Dieses Verbot sowie die Reduzierung der Spielautomaten im westlichen Landesteil wurden dafür geschaffen, um das Glücksspiel etwas einzudämmen und für eine gute Suchtspielprävention zu sorgen. Doch nun, fast einem Jahr nach Einführung des Gesetzes in Österreich, sieht die Bilanz nicht so gut aus, wie es sich die Verantwortlichen vielleicht vorgestellt haben.

Noch viele illegale Automaten 2015 gefunden

Es sollte nur noch eine bestimmte Anzahl an Spielautomaten in den westlichen Landesteilen Österreichs betrieben werden dürfen. Und in Wien sind die einarmigen Banditen ganz verboten. Dies sieht das Gesetz so vor. Und tatsächlich gibt es natürlich auch die Spielautomaten, die in den westlichen Bundesländern erlaubt sind, deren Betreiber die Konzession dafür haben. Doch die Anzahl der illegalen Spielautomaten in der Bundeshauptstadt und auch in den westlichen Bundesländern scheint auch fast einem Jahr nach Einführung des Gesetzes schier zu hoch zu sein. Dieses Bild zeichnet jedenfalls die österreichische Finanzpolizei ganz deutlich. Denn in den 988 Razzien, die es bisher im Jahr 2015 gab, wurden mehr als 2000 illegale einarmige Banditen gefunden und natürlich auch direkt beschlagnahmt.

Spielautomatenverbot in Österreich: Finanzpolizei ist zuversichtlich

Der Chef der Finanzpolizei, Wilfried Lehner, sieht die Lage in Wien mittlerweile sehr zuversichtlich. Denn dort seinen die Kontrollen sehr gut durchführbar, nachdem es Anzeigen gäbe. Zudem seien dort wohl nur noch wenige illegale Spielautomaten in Betrieb. Denn auch die Verdachtsfälle gehen mittlerweile stark zurück. Dabei kommen diese Anzeigen nicht nur von den normal besorgten Bürgern der Stadt, sondern vor allem auch von Spielern selbst, die ihre Spielsucht bekämpfen wollen. Und auch Konkurrenten im Bereich der illegalen Spielautomaten zeigen die Konkurrenz gerne an.

In den westlichen Bundesländern jedoch ist die Lage wohl noch nicht ganz so gut, wie in Wien. Das mag sicherlich auch damit zusammenhängen, dass dort die Konzentration der möglichen Betreiber von illegalen Spielautomaten sicherlich weiter gestreut ist, als in Wien selbst. Schließlich ist gerade in ländlichen Gebieten die Kontrolle nicht ganz so leicht, da von dort oftmals erst gar keine Anzeigen bei der Finanzpolizei eingehen. Zudem ist es dort auch nicht auf den ersten Blick sichtbar, ob ein Spielautomat legal oder illegal ist. Schließlich sind in den westlichen Bundesländern Spielautomaten in einer gewissen Anzahl noch zugelassen und nicht gänzlich verboten.

Suchtprävention fraglich

Das Verbot in Wien sollte das Glücksspiel eindämmen und der Spielsucht vorbeugen. Denn besonders Spielautomaten haben nach Ansicht vieler Experten einen hohen Suchtfaktor. Doch das Verbot der Automatenspiele in Wien zeigt anscheinend nicht das gewünschte Resultat, der Suchtbekämpfung zu dienen. Denn seitdem die Automatenspiele verbannt wurden, boomt das Wettspiel in Wien. Dabei sind vor allem Sportwetten immer Beliebter bei den Zockern, die früher eher an den Spielautomaten gespielt haben.

Daher ist es mehr als zweifelhaft, dass das Verbot der Spielautomaten in Wien wirklich der Suchtprävention dient. Denn es ist sicherlich davon auszugehen, dass sich der Wettenmarkt noch weiter ausbauen wird. Eine wirkliche Prävention von Spielsucht hat das Verbot also bisher nicht gebracht.