Landgericht Essen

Vor dem Landgericht Essen wird die manipulative Veränderung der Geldspielgeräte eines bundesweiten Spielhallenbetreibers untersucht. Sieben Männer, einige davon aus Gelsenkirchen, müssen sich vor dem Landgericht in Essen wegen der Manipulation und Ausbeutung von Spielautomaten einer großen Spielhallenkette verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, die Software der Geräte so verändert zu haben, dass mittels eines Codes das Gerät 'leergespielt' werden konnte. Der Schaden, der dem Spielhallenbetreiber entstanden ist, wird auf ungefähr 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Während des ersten Prozesstages wurde die 91 Seiten lange Anklageschrift verlesen. Bereits dieses Jahr im Januar hatte dieser Fall Aufsehen erregt, als die Polizei eine Städte übergreifende Razzia durchführte und dabei sieben Männer verhaftete, die unter dem Verdacht stehen, an der Manipulation der Geldspielgeräte beteiligt zu sein.

Tatvorwurf: Missbrauch von Informationen und Computerbetrug 

Die Staatsanwaltschaft Essen hält den Beschuldigten insbesondere vor, die Kenntnisse des Herstellers der Geräte eigenmächtig für die Manipulation der Spielautomaten ausgenutzt zu haben. Hauptangeklagter ist der 59-jährige Sicherheitsbeauftragte. Er soll schon seit Jahren Spielgeräte mit einer speziellen Software manipuliert haben, er arbeitete sowohl zum Vorteil des Spielhallenbetreibers als auch zur eigenen Bereicherung. Die sieben Verdächtigen sind zum Teil miteinander verwandt. Der Schwiegersohn des Hauptbelasteten, ein Programmierer mit vertieften Programmierkenntnissen, soll sein Wissen zur Umsetzung des Betruges gewinnbringend eingesetzt haben, indem er die Programmierarbeiten erledigte. Zum Tathergang wird vorgetragen, dass, sogenannte 'Läufer' eingesetzt wurden, die nach und nach die einzelnen Spielhallen besuchten und dann Spielautomaten leer gespielt haben sollen, dabei müssten sie nach und nach ungefähr 1,5 Millionen Euro erbeutet haben. Die Mittäter bekamen an bestimmten Spieltagen einen speziellen Code mitgeteilt, der es ihnen ermöglichte, an vorher manipulierten Geräten, illegale Gewinne zu erwirtschaften und als Bargeld einzulösen. Der technische Direktor und der Geschäftsführer der Firma, die aus den Niederlanden stammen, werden als Mittäter ein eigenes Verfahren bekommen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte verdeckt

Die Polizei hatte die Verdächtigen schon seit einigen Monaten im Visier und ermittelte bereits seit einiger Zeit verdeckt gegen die mutmaßlichen Mitglieder der Bande. Die Fahndung schloss sowohl das Abhören von Telefonaten der vermutlichen Täter als auch die Durchsuchung einiger Spielsalons des Spielhallen - Betreibers ein. Anfang des Jahres wurden zahlreiche Spielgeräte konfisziert. Darüber hinaus wurden auch die Platinen, an denen manipuliert wurde, die als 'Coolfire-Einheiten' bezeichnet werden, sichergestellt. Auf diesen Platinen wird die Software normalerweise gespeichert. Die Polizei fand noch mehr Beweise und außerdem ca. 180.000 Euro Bargeld. Landgericht untersucht Fall Die 1. Strafkammer des Landgerichts Essen untersucht nun anhand der Aussagen von Zeugen und Sachverständigen, die Hintergründe des Falles. Für das gesamte Verfahren sind insgesamt zwölf Verhandlungstage geplant. Ein Urteil ist gegen Ende September 2015 zu erwarten.

 

Photo: (c) Hans-Peter Witt, Creative Commons