Spanien bekommt eine neue nationale Kommission, die den Kampf gegen Wettbetrug verbessern soll. Die Kommission gegen Sportwetten-Betrug wurde vom Ministerium des Ministerpräsidenten von Spanien beschlossen. Mit der neuen Institution soll der Kampf gegen illegale Machenschaften auf dem Sportwetten-Markt deutlich verstärkt werden.

Neue Kommission soll Maßnahmen gegen Wettbetrug entwickeln

SpanienWenn du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis? Oder vielleicht auch einfach eine Kommission! Wettbetrug ist mittlerweile ein riesiges Thema für alle Länder, in denen es Buchmacher gibt. Auch Spanien wird immer wieder mit Wettbetrug konfrontiert und muss deswegen die Anstrengungen erhöhen, um diese besondere Kriminalität einzudämmen. Interessanterweise ist Betrug in Online Casinos ein viel selteneres Thema als bei Buchmachern, da letztlich nur die Casino-Betreiber den Betrug begehen könnten. Und das würde schnell auffallen. Die Aufgabe der neuen Kommission gegen Wettbetrug in Spanien ist in erster Linie die Erarbeitung von Aktionsplänen, Analysen und Empfehlungen. Die Kommission soll der Regierung dabei helfen, den Wettbetrug besser zu bekämpfen. Ganz oben auf der Liste der neuen Kommission steht die Einführung eines neuen Warnsystems, das von der Dirección General de Ordenación del Juego entwickelt worden ist. Die Kommission soll das neue Warnsystem überprüfen und die Umsetzung optimieren. Das neue Warnsystem soll dabei helfen, frühzeitig zu erkennen, wann ein Wettbetrug stattfindet. Damit soll es noch besser möglich sein, illegale Machenschaften auf dem Sportwetten-Markt aufzudecken. Derzeit gibt es anscheinend noch zu viele Lücken auf dem spanischen Markt.

In der Kommission sollen unter anderem Vertreter der Polizei, der Sportverbände und der Glücksspielbehörden arbeiten. Das klingt gut, denn Wettbetrug ist eine komplexe Sache, die von Fachleuten bearbeitet werden muss. Sportwetten-Betrüger sind in der Regel keine Dummköpfe. In den letzten Jahren hat es in vielen Ländern erhebliche Anstrengungen gegeben, den Wettbetrug einzudämmen. Es ist nicht einfach einzuschätzen, wie groß die Erfolge tatsächlich sind. Aber wahrscheinlich führt schon die Überwachung des Sportwetten-Marktes dazu, dass viele potenzielle Betrüger ihre Pläne ändern. In Spanien machen die Buchmacher ähnlich wie in Deutschland riesige Umsätze. Wenn viel Geld im Umlauf ist, liegt es nahe, dass auch dunkle Gestalten profitieren möchten. Bei Sportwetten gibt es viele Optionen, einen Betrug zu begehen. Das größte Problem für den Staat und die Sportverbände ist, dass jeder Wettbetrug die Integrität des Sports beschädigt. Es ist elementar für jede Sportart, dass die Zuschauer an einen fairen Wettbewerb glauben. Deswegen ist es wichtig, dass Spanien endlich die Anstrengungen verstärkt im Kampf gegen den Wettbetrug.

Wettbetrug in vielen Varianten denkbar 

Es hat in den letzten Jahren diverse große Fälle von Wettbetrug gegeben. In Deutschland ist vielen Fußballfans der Hoyzer-Skandal noch ein Begriff. Der damalige Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hoyzer musste sich 2005 in einem riesigen Fußball-Wettskandal am Ende sogar vor Gericht verantworten für Spielmanipulationen. Die Schiedsrichter sind seit jeher ein möglicher Angriffspunkt für Betrüger. Wenn es gelingt, den Schiedsrichter in einem Spiel zu bestechen, ist das die beste Voraussetzung für sichere Wetten. Zudem haben die Schiedsrichter auch in Spanien in der Regel mit Abstand das geringste Gehalt auf dem Platz im Profifußball. Allerdings zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, dass viele Betrüger ganz bewusst in unteren Ligen und generell im Amateursport besonders aktiv sind. Amateurspieler, die nicht viel Geld verdienen, sind leichter zu manipulieren, als Profis, die Millionensummen im Jahr kassieren. Aber theoretisch sind auch Top-Profis anfällig. Man stelle sich nur einen Spieler vor, der aus irgendeinem Grund in Geldnot geraten ist.

Wenn es darum geht, ein Spiel direkt zu manipulieren, müssen entweder die Spieler oder der Schiedsrichter bestochen werden. Das sind die üblichen Varianten. In seltenen Fällen kommt es auch zu massiven Drohungen, die dazu führen, dass zum Beispiel bestimmte Spieler gar nicht mehr auflaufen. Selbstverständlich ist der Wettbetrug nicht auf Fußball begrenzt. Aber diese Sportart ist besonders beliebt, sodass auch die Betrüger gerne den Fußball wählen. Die meisten Betrüger fallen dadurch auf, dass Spieler ausgewählt werden, die normalerweise keine großen Umsätze bei den Buchmachern erzielen. Wenn dann plötzlich die Umsätze durch die Decke gehen, wissen die Buchmacher meistens schnell, dass irgendetwas faul ist. Aber in Spanien scheint es lange nicht angekommen zu sein, dass es nicht genügt, den Buchmachern die Kontrolle zu überlassen. Das neue Warnsystem kommt im Vergleich mit vielen anderen europäischen Ländern doch recht spät. Aber immerhin wird jetzt überhaupt etwas unternommen. Letztlich ist es auch für die vielen ganz normalen Sportwetten-Fans wichtig, dass Spiele fair ablaufen und nicht manipuliert werden.

Riesiger Wettskandal in Spanien – oder doch nicht?

Im Frühjahr wurde Raul Bravo, ein ehemaliger Nationalspieler und Profi von Real Madrid festgenommen als Kopf einer Betrügerbande. Seit der Festnahme ist es erstaunlich ruhig. Es gibt bislang keine umfassenden Details zu den Ermittlungen in diesem Fall. Einige neutrale Beobachter wunderten sich schon, dass überhaupt ein derartiger Fall in die Öffentlichkeit kommt. Spanien hat sich in den letzten Jahrzehnten die Reputation erworben, Fußballstars um nahezu jeden Preis zu schützen. In diesem Zusammenhang sei nur an das Verfahren im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung gegen Lionel Messi erinnert. Normalerweise müssen die großen spanischen Sportler nicht viel befürchten, ganz gleich wie groß der Verstoß ist. Ein anderes Beispiel ist der sogenannte Fuentes-Skandal. Der Mediziner Eufemiano Fuentes hatte seit wenigstens 2003 Dopingmittel eingesetzt, um Radsportler und viele Sportler aus anderen Bereichen illegal zu unterstützen. In den ersten Berichten war noch die Rede davon, dass auch Top-Clubs der Primera Division betroffen seien. Doch im Laufe des Verfahrens verschwanden diese Vorwürfe erstaunlicherweise. Fuentes berichtete im Nachhinein sogar von Todesdrohungen.

Der spanische Staat unternimmt vieles, um vor allem die spanischen Fußballklubs zu schützen. Aber irgendwann ist wahrscheinlich auch in Spanien das Maß voll. Doch bevor zu viel Euphorie ausbricht, sollte abgewartet werden, wie die aktuellen Ermittlungen gegen Raul Bravo laufen. Es ist keineswegs sicher, dass am Ende zu einer Verurteilung kommt. Wettbetrug ist zudem ein Thema, das sich nicht national lösen lässt. Was macht ein Betrüger, wenn er in Spanien keinen passenden Buchmacher mehr findet? Richtig: Er sucht sich einen Buchmacher im Ausland. Was macht ein Betrüger, der in der Europäischen Union keinen passenden Buchmacher findet? Richtig: Er sucht sich einen Buchmacher in Asien. Es gibt zahlreiche asiatische Buchmacher, die den Ruf haben, Wettbetrug zu begünstigen. Da praktisch keine Kontrolle von Europa aus möglich ist, liegt es nahe zu vermuten, dass viele ambitionierte Betrüger im Sportwetten-Bereich ohnehin schon seit vielen Jahren in Asien die nötigen Wetten platzieren. Auch das ist ein Grund, warum es zumindest fraglich ist, ob die neue nationale Kommission in Spanien den gewünschten Effekt haben wird.