Blackjack-SpielerDieses Urteil dürfte einen Blackjack-Spieler sehr erfreuen. Denn in einem Revisionsverfahren vor dem Münchener Landgericht konnte er nun seinen endgültigen Sieg verbuchen. Doch, was war überhaupt passiert?

Malermeister gewinnt online beim Blackjack

Ein Malermeister aus München hatte schon letztes Jahr die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und des Staates auf sich gezogen, als er 80.000 Euro online beim Blackjack gewann. Eigentlich ist das ja ein Grund zum Jubeln und man sollte ihm den Gewinn auch gönnen. Die Staatsanwaltschaft sah dies jedoch anders und stellte dem Malermeister einen Strafbefehl zu.

Bekannt wurde diese Sache aber erst im Januar 2015, als das Münchener Amtsgericht eine Urteilsmitteilung veröffentlichte, in dem es genau um den besagten Fall ging und damit auch um einen Fall zum Glücksspiel im Internet. Demnach hatte laut der Pressemitteilung von damals ein „25-jähriger Malermeister aus München“ einen großen Gewinn beim Blackjack bei einem auf Gibraltar ansässigen Spielanbieter gewonnen. Allerdings wurde er vom Amtsgericht München dazu verurteilt, seinen Gewinn abzutreten, da er sich nach Auffassung der Staatsanwaltschat und des Richters gemäß § 285 StGB strafbar gemacht habe, indem er sich an einem nicht öffentlichen Glückspiel gemäß § 284 StGB beteiligt habe. Der Fall hatte schon damals für Aufsehen gesorgt, da dieses Urteil unglaublich erschien. Aber es hatte nun einmal diese Aussage und dem Malermeister blieb nichts anderes übrig, als in Revision zu gehen.

Urteil verstößt gegen das EU-Recht

Das deutsche Glücksspielrecht nach dem Glücksspielstaatsvertrag ist aktuell noch immer sehr unausgewogen und wirkt sehr zusammengeschustert. So war das auch schon im letzten Jahr. Zudem ist das Glücksspielrecht hierzulande nicht in Einklang mit dem EU-Recht zu bringen, was ein Verstoß gegen das EU-Recht darstellt. Denn EU-Recht geht grundsätzlich vor Bundesrecht. Dies kritisierten die Anwälte der renommierten Kanzlei Hambach & Hambach bereits letztes Jahr nach dem Urteil in erster Instanz. Und der Anwalt Dr. Wulf Hambach hatte schon damals gesehen, dass das Urteil des Amtsgerichts in der Berufung vor dem Landgericht mit Sicherheit gekippt werden würde. Und so ist es ja jetzt auch gekommen.

Wie nun bekannt wurde, hat das Landgericht München das Urteil aus erster Instanz aufgehoben, was Dr. Wulf Hambach natürlich freut. In der Begründung des Landgerichts hieß es unter anderem, dass „das Verfahren wegen fehlender Anwendbarkeit deutschen Strafrechts eingestellt wurde“, was in der Sache an sich auch richtig ist. Zudem zeigt dieses Verfahren somit auch indirekt auf, dass das deutsche Glücksspielrecht eben nicht über dem EU-Recht steht und daher auch gegen dieses Recht verstößt und somit eigentlich nichtig ist. Und auch für andere Menschen, die im Internet beispielsweise in Online-Casinos spielen, dürfte das Urteil Signalwirkung haben. Schließlich wird damit das Spielen dort auch mit einem Urteil legalisiert.

Besonders der Malermeister dürfte sich aber gefreut haben. Denn seine Weste ist jetzt wieder vollkommen weiß und seinen Gewinn von 80.000 Euro darf der Glückspilz auch behalten. Bleibt abzuwarten, ob sich die Politiker dieses Urteil endlich zu Herzen nehmen und der Glücksspielstaatsvertrag am besten neu aufsetzen, und zwar im Einklang mit dem EU-Recht.