Vier Schweizer Casinos haben eine Lizenz für Online-Glücksspiel bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) beantragt. Dank einer kürzlich erfolgten Gesetzesänderung ist es künftig möglich, in der Schweiz Online-Glücksspiele völlig legal und unkompliziert mit einer entsprechenden Lizenz anzubieten. Alle vier Antragsteller sind landbasierte Casinos, die in das Online-Geschäft einsteigen möchten.

Casino Lugano SchweizRenommierte Schweizer Casinos planen Online-Glücksspiel

Das Grand Casino Luzern, das Casino Zürichsee, das Casino Davos und das Grand Casino Baden haben auf der Basis des neuen Glücksspiel-Gesetzes Lizenzen für Online-Glücksspiele bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) beantragt. Die neue Gesetzgebung sieht ausdrücklich vor, dass nur landbasierte Casinos in der Schweiz eine Online-Lizenz bekommen können. Das erklärt, warum anders als zum Beispiel in Schweden oder Spanien nicht die großen Anbieter von Online-Glücksspielen bei der Lizenzbehörde vorstellig geworden sind. Die Prüfung der Lizenzanträge soll bis Ende Juni abgeschlossen werden, sodass schon im Sommer die ersten Schweizer Online Casinos auf den Markt kommen könnten.

Für die landbasierten Casinos, die einen Lizenzantrag gestellt haben, ergibt sich wahrscheinlich eine komfortable Situation bei einer Lizenzerteilung. Da die Konkurrenz auf dem Glücksspiel-Markt im Schweizer Internet überschaubar bleiben dürfte, könnte es gut sein, dass erhebliche Umsatzzuwächse entstehen werden. Allerdings sind die Regularien, die das neue Glücksspiel-Gesetz vorsieht, recht streng. Beispielsweise nicht klar, ob die internationalen Online Casinos, die nach wie vor auch in der Schweiz verfügbar sind, nicht eventuell doch für die Glücksspiel-Fans interessanter sein werden. Ob es in den Schweizer Casinos zum Beispiel so etwas wie einen Casino Bonus ohne Einzahlung und ähnliche Attraktionen geben wird, ist derzeit nicht sicher.

Internetsperren für unlizenzierte Casinos vorgesehen

Die zuständigen Behörden in der Schweiz sind sich darüber im Klaren, dass es nach wie vor viele Online Casinos gibt, die in der Schweiz verfügbar sind, aber keine Lizenz bekommen auf der Basis des aktuellen Glücksspiel-Gesetzes. Aus diesem Grund ist vorgesehen, dass die unlizenzierten Kasinos ab 1. Juli 2019 gesperrt werden. Wie diese Sperren genau funktionieren werden und ob die gewünschte Wirkung eintritt, kann aktuell noch nicht abgeschätzt werden. Aber es ist interessant zu sehen, dass ein europäisches Land tatsächlich versucht, das Glücksspiel-Angebot auf heimische Angebote zu reduzieren. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass es nicht einfach ist, eine Branche zu kontrollieren, die im ständigen Wandel ist.

Ein Problem könnte beispielsweise sein, dass ständig neue Online Casinos auf den Markt kommen. Was für die Glücksspiel-Fans spannend ist, kann für eine Regulierungsbehörde wie die Eidgenössische Spielbankenkommission zu einem großen Problem werden. Es gibt deswegen auch Experten, die das Schweizer Glücksspiel-Gesetz für zu eng gefasst halten. Wenn auch internationale Online Casinos die Möglichkeit hätten, auf dem Schweizer Markt aktiv zu werden, wäre das zumindest eine pragmatischere Lösung als die aktuelle Situation. Immerhin gibt es aber überhaupt Bestrebungen, mit einer Gesetzgebung dafür zu sorgen, dass das Online-Glücksspiel legal, sicher und fair abläuft. Auch der Spielerschutz war in der Debatte um das neue Glücksspiel-Gesetz ein großes Thema.

Schweizer Bevölkerung steht hinter Glücksspiel-Gesetz

Während in anderen Ländern Glücksspiel-Gesetze oft daran scheitern, dass Lobbygruppen große Anstrengungen unternehmen, die Regulierung und Legalisierung von Online Casinos zu regulieren, hat die Schweiz den großen Vorteil der Direktdemokratie. Bei einer Abstimmung zum Glücksspiel-Gesetz sprachen sich 73 Prozent der Bevölkerung dafür aus, Online-Glücksspiele in der vorgeschlagenen Form zu legalisieren. Dieses Ergebnis legt nahe, dass es vielleicht auch in Deutschland möglich wäre, eine Glücksspiel-Gesetzgebung für Online Casinos zu schaffen, die von großen Teilen der Bevölkerung mitgetragen wird. Eventuell kann die neue Schweizer Gesetzgebung zumindest im Kern auch ein Vorbild für die künftige Ausgestaltung des Online-Glücksspiels in Deutschland sein.