Schweiz: Keine Steuern auf Gewinne aus Lotto und Sportwetten

Steuern auf Gewinne aus Lotto und SportwettenAnfang März machte der Nationalrat in der Schweiz den Weg frei für die Einführung von Netzsperren gegen unliebsame Anbieter von Online Casinos aus dem Ausland. Trotz dessen zuvor die Rechtskommission mit einem knappen Abstimmungsergebnis sich gegen die Einführung dieser Zwangsmaßnahme ausgesprochen hatte und darauf verwies, dass der damit angerichtete Schaden die Vorteile bei weitem nicht aufwiegen könne, stimmte eine überwältigende Mehrheit der Parlamentarier für die Zensur des Internets. In Zukunft ist es allein den Schweizer Casinos vorbehalten, Spielautomaten, Roulette und andere Formen des Glücksspiels im World Wide Web den Bürgern in diesem Land anzubieten, denn nach dem neuen Geldspielgesetz bekommen nur dann Unternehmen eine Lizenz zum Betrieb von Online Casinos, wenn sie auch eine Spielbank in der Schweiz betreiben. Da die Zeit in der ersten Debatte nicht ausreichte alle wichtigen Punkte zu besprechen und darüber abzustimmen, musste nun eine zweite Zusammenkunft im Nationalrat die noch offenen Themenkomplexe klären. Der wichtigste darunter war die Frage, ob in Zukunft Gewinne aus Lotto, Online Casinos, Spielbanken und Sportwetten besteuert werden oder nicht.

Bisher wurden Gewinne aus Lotto und Sportwetten in der Schweiz besteuert

Vielen Jahre lang herrschte auf Grund der zwei verschiedenen Glücksspielregularien, dem Spielbankengesetz auf der einen Seite und dem Lotteriegesetz auf der anderen Seite, eine völlig unterschiedliche Handhabung über die Besteuerung aus Gewinnen. Während die Spieler in den Schweizer Casino ihre Erträge einfach in die Tasche stecken durften, ohne auch nur einen Gedanken an den Fiskus zu verschwenden, langte der Staat bei den Gewinnen aus Sportwetten und Lotto hingegen kräftig zu und schmälerte so oftmals die Freude über den Erhalt der Moneten. Das neue Geldspielgesetz soll diesen Missstand nun aufheben und alle Formen des Glücksspiels gleich behandeln. Die Frage war nur, ob am Ende in Zukunft auch Gewinne aus Casinos besteuert oder die Erträge aus den anderen Glücksspielbereichen vom Fiskus befreit werden. Der Ständerat, der bereits zuvor die unsäglichen Netzsperren noch vor dem Nationalrat gebilligt hatte, plädierte dafür, in Zukunft Gewinne aus Sportwetten und Lotto erst ab 1 Millionen Franken zu besteuern, die Erträge aus Casinos jedoch weiterhin nicht zu belasten. Dieser Vorschlag konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Noch weiter wollten die Grünen gehen, denn Sie forderten in einem Minderheitsantrag sämtliche Spielgewinne ab 10.000 Franken gleichermaßen zu besteuern. Hauptargument war hier, der Verlust von bis zu 69 Millionen Franken an Abgaben, wenn alle Spielgewinne steuerfrei würden. Auch dieser Vorschlag stieß auf taube Ohren. Am Ende der Versammlung setzte sich die vollkommene Befreiung sämtlicher Gewinne aus Sportwetten, Casinos, Lotto und Online Casinos durch.

Die Justizministerin Simonetta Sommaruga, die sich auch vehement für die Einführung von Netzsperren aussprach, unterstützte ebenfalls die Steuerfreiheit von Gewinnen aus Glücksspielen und bezeichnete dies als Anreiz, dass Schweizer Bürger dadurch nicht mehr in ausländischen Spielbanken oder Online Casinos zocken müssten. Zudem würde dies den Schweizer Glücksspielmarkt konkurrenzfähiger gegenüber dem Ausland machen.

Die Bergcasinos werden entlastet, aber deutlich weniger als geplant

Böse Zungen könnten schnell zu der Auffassung gelangen, dass das neue Geldspielgesetz in der Schweiz einzig und allein zum Wohle der Spielbanken im Land eingeführt wird. Denn neben der Ausschaltung der unliebsamen Konkurrenz an Online Casinos aus dem Ausland und der steuerlichen Befreiung von Glücksspielgewinnen, die deutliche Anreize zu vermehrten Sportwetten und Lottospielen setzen, wurde nun im Nationalrat auch ganz offen die Unterstützung der sogenannten Bergcasinos, zu denen beispielsweise die Spielbanken in Davos und St. Moritz gehören, ins neue Regelwerk eingebracht. Schon einmal Mitte letzten Jahres hatte der Bundesrat extra für die Bergcasinos eine Ausnahme von der geltenden Regel gemacht, dass alle Schweizer Casinos in der Hälfte der Öffnungszeiten auch den kostenintensiven Betrieb von Tischspielen wie Roulette oder BlackJack anbieten müssen. Da jedoch die kleinen Casinos in den Bergen kaum Gewinne erwirtschaften, sollten sie anstatt an 60 Tagen im Jahr sogar an 270 Tagen auf diese Form Glücksspiels verzichten dürfen. Nun kommt mit dem neuen Geldspielgesetz eine weitere Unterstützung in Form einer verminderten Abgabe hinzu. Zwar hatte hier der Ständerat noch eine Reduzierung von drei Viertel gefordert, doch auf Grund eines Minderheitsantrages von Natalie Rickli (SVP/ZH), der mit 153 zu 34 Stimmen angenommen wurde, werden die Erleichterungen für die Bergcasino jetzt nur mit bis zu einem Drittel deutlich geringer ausfallen. Ein weiterer Minderheitsantrag von Natalie Rickli (SVP/ZH) scheiterte jedoch. Mit 107 zu 82 Stimmen entschied sich der Nationalrat gegen ein Verbot, Summen aus dem kantonalen Lotteriefonds auch ins Ausland geben zu dürfen.

Am Ende des zweiten Tages zur Verabschiedung des neuen Geldspielgesetzes im Nationalrat der Schweiz folgte zum Ende die Gesamtabstimmung über das gesamte neue Regelwerk fürs Glücksspiel. Dieses wurde mit 130 zu 54 Stimmen bei 8 Enthaltungen angenommen. Die Nein-Stimmen kamen vor allem aus den Parteien der Grünen, der SVP und der FDP. Nach der Zustimmung des Nationalrats wird das neue Geldspielgesetz nun an den Ständerat überwiesen und dort ebenfalls zur Abstimmung vorgelegt.

Schweiz: Keine Steuern auf Gewinne aus Lotto und Sportwetten
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Von | 2017-03-18T09:23:37+00:00 18. März 2017|Kategorien: Glücksspiel-Gesetzgebung, Nachrichten|Tags: , , , |

Über den Autor:

Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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