Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen hat bekannt gegeben, dass sie zusammen mit 15 anderen Behörden in Schweden daran arbeitet, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung besser zu bekämpfen. In Schweden werden Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aus nachvollziehbaren Gründen als nationale Risiken gesehen.

Steuer berechnen Online CasinoInformationsaustausch als zentrales Ziel

Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung funktionieren immer dann am besten, wenn Behörden nicht gut miteinander kommunizieren und Erkenntnisse nicht ausgetauscht werden. Auch in Schweden gibt es offenbar Nachholbedarf. Die schwedische Glücksspielbehörde ist nur eine von insgesamt 16 Behörden, die sich gegen Geldwäsche und Terrorismus zur Wehr setzt. Es ist kein Zufall, dass die Glücksspielbehörde Spelinspektionen auch in das Programm gegen diese kriminellen Machenschaften involviert ist. Casinos und Buchmachern sind historisch betrachtet oft beteiligt gewesen an Geldwäsche in unterschiedlichen Varianten. Deswegen haben alle seriösen Lizenzgeber Bereich der Online Casinos und Sportwetten schon seit vielen Jahren spezielle Klauseln in ihren Lizenzbedingungen, die dem Schutz vor Geldwäsche dienen.

Doch die schwedische Glücksspielbehörde soll nicht nur am Informationsaustausch mitwirken. Es soll auch verhindert werden, dass problematische Casino-Betreiber überhaupt die Lizenz bekommen. Deswegen wird derzeit daran gearbeitet, den Lizenzierungsprozess in Schweden zu verfeinern. Eines der wichtigsten Ziele beim Lizenzverfahren ist es, den Antragsteller genau kennenzulernen. Spelinspektionen will nicht nur wissen, welche Firma den Antrag stellt. Es ist auch wichtig, welche Personen an der Firma beteiligt sind und welche Unternehmen vielleicht hinter dem antragsstellenden Unternehmen stehen. Bei den als seriös eingeschätzten Unternehmen wird zudem darauf geachtet, dass die Casino-Betreiber ihre Kunden gut kennen und entsprechende Maßnahmen umsetzen, um Geldwäsche von vornherein zu verhindern.

Spelinspektionen arbeitet mit anderen Lizenzbehörden zusammen

Die schwedische Glücksspielbehörde strebt an, mit den seriösen Lizenzbehörden in Europa zu kooperieren, um Geldwäsche möglichst komplett auszuschließen. Zuletzt wurde eine Kooperation mit der Malta Gaming Authority vereinbart. Durch den Austausch von Informationen und Erfahrungen mit anderen Lizenzbehörden ist es im Einzelfall einfacher, einen problematischen Antragsteller zu erkennen. Nur weil die Lizenzierungsverfahren in Schweden und Malta streng sind, heißt das nicht zwangsläufig, dass es nicht trotzdem kriminelle Organisationen gibt, die versuchen, eine der begehrten Lizenzen zu bekommen. Besonders kritisch wird es für die Lizenzgeber, wenn die Lizenzen genutzt werden, um Geldwäsche zu betreiben oder Terrorismus zu finanzieren.

Die Anstrengungen von Spelinspektionen im nationalen Rahmen zeigen, dass es sich um ein ernstes Problem handelt. Ansonsten würde die schwedische Regierung nicht 16 verschiedene Behörden dazu auffordern, Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu entwickeln und umzusetzen. Auch in Deutschland ist Geldwäsche kein unbekanntes Problem für die Justiz und die Polizeibehörden. Aber Deutschland hat derzeit nicht die Möglichkeit, effektive Maßnahmen im Bereich der Online Casinos umzusetzen, da es keine Casino-Lizenz gibt. Die Lizenzgeber der Casinos in Deutschland sitzen zum Beispiel in Malta oder Gibraltar. Mit einer eigenen Lizenz könnte Deutschland deutlich mehr Einfluss nehmen und ähnlich wie Schweden effektive Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Bereich der Online-Glücksspielanbieter umsetzen.

Schon jetzt viele Maßnahmen gegen Geldwäsche in Casinos

Vielen Casino-Besuchern ist überhaupt nicht bewusst, dass es längst schon Maßnahmen gibt, mit denen Geldwäsche in Online Casinos verhindert werden soll. Haben Sie sich schon einmal gewundert, warum Sie in einem Online Casino mit der Zahlungsmethode auszahlen müssen, mit der Sie auch eingezahlt haben? Das ist eine Maßnahme gegen Geldwäsche. Nicht nur muss der Kunde bei der Einzahlung und der Auszahlung die gleiche Zahlungsmethode wählen. Auch das gleiche Zahlungskonto muss zum Einsatz kommen. Es gibt allerdings Ausnahmen, die aus technischen Gründen entstehen. Wer mit einer Zahlungsmethode einzahlt, die nicht für eine Auszahlung geeignet ist, muss dann zum Beispiel ein Bankkonto angeben. Allerdings ist in diesem Fall dann ein Bankkonto anzugeben, das auf den Namen des registrierten Kunden läuft. Solche Details sind nicht dazu gedacht, die Kunden zu schikanieren, sondern als Schutz gegen Geldwäsche.

Auch die Identifizierung der Kunden, die mittlerweile in Online Casinos üblich ist, zumindest bei höheren Umsätzen, ist eine wichtige Maßnahme gegen kriminelle Machenschaften. Im gängigen KYC-Verfahren müssen sich die Kunden mit einem Ausweisdokument identifizieren. Anschließend ist es oft auch noch erforderlich, einen Adressnachweis in Form einer Verbrauchsrechnung vorzulegen. Selbst wenn es denkbar ist, dass Kriminelle Mittel und Wege finden, um derartige Verfahren auszuhebeln: Auch bei dieser Maßnahme geht es unter anderem darum sicherzustellen, dass das Geld weder aus dubiosen Richtungen kommt noch in dubiose Richtungen fließt. Die aktuellen Ankündigungen der schwedischen Glücksspielbehörde zeigen aber, dass diese Maßnahmen vielleicht nicht in jedem Einzelfall ausreichen, um Geldwäsche komplett zu verhindern.