Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen hat bekannt gegeben, dass die Firmen Genesis Global Limited und Paf Consulting Corporation mit Geldstrafen belegt worden sind. Der Grund für die Geldstrafen ist in beiden Fällen gleich: Die Unternehmen haben es versäumt, zum 1. Januar 2019 die Selbstausschluss-Registrierung in Schweden in ihren Casinos zu implementieren. Mit dieser Selbstausschluss-Registrierung soll sichergestellt werden, dass sich Problemspieler in allen Online Casinos, die in Schweden lizenziert sind, selbst dauerhaft sperren können. Die aktuellen Geldstrafen zeigen, dass die schwedische Regulierungsbehörde Spielerschutz ernst nimmt.

Geldstrafen möglich durch Spielerbeschwerden

SchwedenDie beiden bestraften Firmen betreiben diverse Glücksspiel-Angebote für den schwedischen Markt. Das ist dank der mittlerweile verfügbaren schwedischen Casino-Lizenz problemlos legal möglich. Allerdings gibt es zahlreiche Regeln, die von den Casino-Betreibern eingehalten werden müssen. Eine dieser Regeln besagt, dass die Casinos sicherstellen müssen, dass sich Spieler, die sich selbst schützen möchten, über eine spezielle Registrierungsdatei dauerhaft ausschließen können. Mit der Selbstausschluss-Registrierung, die für alle Casinos mit schwedischer Lizenz gilt, sollen die Spieler, die ein echtes Problem haben, sich effektiv davor schützen können, in Online Casinos zu spielen. Das Problem ist nur: Wenn die Casinos diese Liste nicht beachten, funktioniert das eigentlich sehr gut durchdachte Mittel zum Spielerschutz nicht.

Genau das ist im aktuellen Fall passiert. Nachdem die neuen Regelungen zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten waren, berichteten diverse Spieler der schwedischen Glücksspielbehörde davon, dass es trotz Selbstausschluss-Registrierung möglich sei, auf dem betroffenen Seiten mit echtem Geld zu spielen. Die Beschwerden wurden sofort aufgenommen und geprüft. Wie sich herausstellte, wurde die Selbstausschluss-Liste von den bestraften Firmen nicht genutzt, sodass kein vernünftiger Selbstschutz für die besonders gefährdeten Spieler möglich war. Das ist auch der Grund, warum es letztlich zu empfindlichen Geldstrafen kam. Die schwedische Glücksspiel-Zulassung basiert letztlich auch auf der Idee, dass mit Regulierung ein besserer Spielerschutz umgesetzt werden kann. Verstöße gegen die Spielerschutz-Regeln sollen und müssen deswegen konsequent bestraft werden.

Hohe Strafen und Verwarnungen als Konsequenz

Paf Consulting Corporation muss eine Strafe in Höhe von 100.000 SEK bezahlen. Deutlich härter fällt die Strafe für Genesis Global Limited aus: Auch für einen erfolgreichen Casino-Betreiber ist eine Summe von 4 Millionen SEK nicht leicht zu verkraften. Immerhin handelt es sich damit um fast 400.000 Euro nach dem aktuellen Umrechnungskurs. Die ausgesprochenen Verwarnungen dürften zudem Bewährungscharakter haben. Wenn die Firmen in Zukunft wieder auffallen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Glücksspiel-Lizenzen entzogen werden. Das ist genau die richtige Politik für eine seriöse Glücksspielbehörde, denn die schwedischen Casino-Fans müssen sich darauf verlassen können, dass die Lizenz für Seriosität und Sicherheit steht.

In Deutschland fehlt vergleichbare Regulierung bislang

Das aktuelle Beispiel der schwedischen Glücksspielbehörde zeigt sehr gut, wie effektiv eine vernünftige Regulierung von Online Casinos wirken kann. Derzeit gibt es in Deutschland keine Möglichkeit für Problemspieler, einen umfassend wirksamen Selbstausschluss im Internet umzusetzen. Mit einer deutschen Casino-Lizenz, die ähnliche Regeln beinhalten würde wie die schwedische Casino-Lizenz, wäre es sehr viel einfacher, Problemspieler zu schützen. In Deutschland gibt es mittlerweile aber Anzeichen dafür, dass ein Umdenken stattgefunden hat. Immerhin gibt es einige Online Casinos, die auch weiterhin mit einer Schleswig-Holstein-Lizenz arbeiten können. Für die deutschen Casino-Fans wäre allerdings eine bundesweit gültige Lizenz die deutlich bessere Lösung.