Schwarzenberg-KonsortiumVor wenigen Wochen erst kippte der Verwaltungsgerichtshof in Österreich die zwei vergebenen Konzessionen für den zukünftigen Betrieb neuer Casinos in der Alpenrepublik. Betroffen von dem Urteil war der Glücksspielgigant Novomatic, der im Wiener Prater und in Bruck/Leitha neue Etablissements errichten wollte. Dabei bemängelten die höchsten Richter des Landes nicht die zukünftigen Pläne oder die gewählten Standorte, sondern verwiesen in der Urteilsbegründung auf die völlig intransparente Vergabe der Lizenzen von Seiten des Finanzministeriums, die damit zahlreiche Mitbewerber im Unklaren über ihre Chancen bei der Erteilung der entsprechenden Konzessionen lies. Insgesamt wurden damals drei dieser begehrten Lizenzen in Österreich erteilt und zwei davon gekippt. Das Urteil zur dritten Konzession steht noch aus, doch wie der der Chef des Schweizer Grand Casinos Baden, Detlev Brose, gegenüber der Presse mitteilte, dürfte wohl auch diese aufgehoben werden. Die dritte Erlaubnis für den Betrieb eines neuen Casinos ging damals an ein Joint Venture, bestehend aus dem der Gauselmann-Gruppe, die unter dem Namen Merkur schon zahlreiche Spielhallen in Deutschland betreibt und dem Casino Baden. Sollte am Ende auch diese dritte Erlaubnis für Nichtig erklärt werden, dürften in Zukunft die Karten in Österreich neu gemischt werden.

Es herrscht Unsicherheit

Für beide Gewinner der erstmaligen Ausschreibung für den Betrieb neuer Casinos in Österreich, beginnt nun die bange Zeit des Wartens, denn sowohl für Novomatic, wie auch für das Joint Venture zwischen Gauselmann und dem Casino Baden, ist nicht klar wie es denn nun weitergehen wird. Das Finanzministerium könnte nach dem Urteil durch den Verwaltungsgerichtshof verschiedene Wege gehen. Der wohl schlechteste für alle Bewerber wäre, wenn es keine neue Ausschreibung mehr geben würde und damit alle Bieter leer ausgingen. Dies jedoch hält Detlev Brose eher für ausgeschlossen. Er geht vielmehr davon aus, dass es zu einem erneuten Bieterverfahren kommen wird, dass allen Beteiligten eine Menge neuer Möglichkeiten offerieren würde. Zum Einem könnten völlig neue Konzepte und Standorte in Betracht gezogen werden und zum Anderen könnten sich die Bewerber neue Partner mit ins Boot holen. Das letzte Wort über die Neuvergabe hat jedoch das österreichische Finanzministerium Ende des Jahres, denn dann wird auch der letzte Urteilsspruch der Verwaltungsgerichtshof zur dritten Konzession erwartet.

Gauselman-Casino Baden-Konsortium behält sich Klage vor

Sollte es wider erwarten doch zu keiner neuen Ausschreibung kommen, behält sich das Jonit Venture zwischen dem Casino Baden und der deutschen Gauselmann Gruppe, die vor allem für ihre Marken Merkur Online und Merkur Magie bekannt ist, vor, gegen diese Entscheidung vor Gericht zu ziehen. Denn nach den Aussagen von Detlev Brose hat das Konsortium mittlerweile schon über vier Millionen Euro in das Casino-Projekt Schwarzenberg investiert. Insgesamt sollen bis zu 50 Millionen Euro in das neue Casino fließen, denn die Spielhalle soll etwas besonderes werden. Geplant ist das neue Casino im Stadtschloss mit einem feudalem Ambiente mitten im Stadtzentrum und dies gäbe es laut dem Sprecher nicht sehr oft. Zudem sind außer der Spielbank mit entsprechendem Restaurant und einer Bar auch eine Tiefgarage und ein Hotel geplant. In einem möglichen Rechtsstreit stehen die Karten für den österreichischen Staat nicht besonders gut, denn der Verlust der Konzessionen geht einzig und allein auf das Konto des Finanzministerium und seiner stümperhaften Ausführung des Verfahrens.

Die Casinos Austria AG behält bis dahin ihr Monopol

Der einzige Profiteur dieses Possenspiels ist die Casino Austria AG, die bis jetzt eine Monopolstellung für den Betrieb von Casinos in Österreich hat, denn sie besitzt die einzigen 12 offiziellen Spielbanken. Auch Novomatic kann sich zumindest in Ruhe zurücklehnen und abwarten, denn obwohl jede neue Einnahmequelle natürlich gern gesehen ist, erhält der Glücksspielgigant mit der gemeinsamen Übername der CASAG, zusammen mit dem tschechischen Konsortium, Zugriff auf alle Spielbanken der Casino Austria AG. Somit geht es vor allem für die anderen Bewerber darum einen Fuß auf den lukrativen österreichischen Boden zu bekommen und die Marktmacht von Novomatic ein wenig anzukratzen, denn wer lässt sich schon gern die Chance entgehen, sich auch ein Stück des millionenschweren Kuchens zu sichern.