Schilda liegt in Walheim: Einziger Spielautomat wird besteuert!

SpielautomatDie Gemeinde Walheim im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg macht nun genau das, was viele andere Gemeinden in Deutschland, nein sogar die meisten Gemeinden im Land schon längst gemacht haben. Denn Walheim führt nun auch die Vergnügungssteuer in ihrer Gemeinde ein, die ab dem 1. März 2016 Geltung hat. Dabei sind die Aussichten auf bessere Finanzverhältnisse der Gemeinde und Aufbesserung der Gemeindekasse eher als zweifelhaft anzusehen. Denn Walheim ist, gelinde gesagt, nicht gerade das Las Vegas im Landkreis Ludwigsburg.

Verbesserte Gemeindefinanzen durch einen Spielautomat?

Für ein gutes Weinanbaugebiet und damit für viele gute Weinberge mit leckeren Weintrauben ist die Gemeinde Walheim im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg bekannt. Für das Glücksspiel jedoch eher weniger. Daher schein die Einführung der Vergnügungssteuer sehr zweifelhaft zu sein. Denn ob diese neu erhobene Steuer zukünftig viel Geld in die Gemeindekasse spülen wird, darf sehr stark angezweifelt werden. Schließlich ist Weinheim kein Mekka für spielfreudige Menschen, die auf der Suche nach einer kleinen Spielrunde beim Glücksspiel sind. Denn in der Gemeinde gibt es nur eine Gaststätte, die Glücksspiel anbietet. Würde ja an sich auch ausreichen, wäre da nicht die nächste Einschränkung. Denn in dieser einen besagten Gaststätte steht gerade einmal ein einziger Spielautomat. Wer sich an dieser Stelle ein Lachen nicht verkneifen kann und sich an die Schildbürgerstreiche erinnert, dem sei es gegönnt. Sicherlich ging es vielen Walheimern auch so, als sie von der grandiosen Idee ihrer Politiker hörten, außer vielleicht dem Gaststättenbetreiber, dem wahrscheinlich nicht wirklich zum Lachen zumute ist.

Vergnügungssteuer durch Gemeinderat beschlossen

Nachdem der Walheimer Bürgermeister Albrecht Dautel feststellte, dass es in der Gemeinde ja gar keine Besteuerung des Glücksspiels gäbe, ging alles ganz schnell. Schließlich haben andere Gemeinden auch eine Vergnügungssteuer und nehmen dadurch jedes Jahr viel Geld ein, was auch der Gemeindekasse Walheim sehr gut täte. Und angetan von dem Vorschlag fing der Walheimer Kämmerer Jürgen Bothner wohl auch schon an, in seinem Kopf die Mehreinnahmen mit einzuplanen und für zukünftige Ausgaben bereitzustellen. Von welcher Summe er dabei geträumt hat, weiß leider keiner. Jedoch sei laut seiner Aussage die Vergnügungssteuer nicht nur dazu da, um mehr Geld in den Kassen zu haben. Schließlich habe die Gemeinde Walheim ja auch eine gesellschaftliche Verpflichtung dafür, das „ausgeprägte“ Glücksspiel einzudämmen und der Spielsucht vorzubeugen. Angesichts eines einzigen Spielautomaten in der Gemeinde klingt das etwas, milde ausgedrückt, lächerlich. Zumal an dieser Stelle auch erwähnt werden sollte, dass es vor einigen Jahren eine Änderung beim Bebauungsplan der Gemeinde Walheim gab, damit sich kein Spiellokal dort ansiedeln kann. Eine zukünftige Zunahme vom Glücksspiel in der Gemeinde darf daher auch stark bezweifelt werden und wird sicherlich auch nicht eintreffen.

Hoher Steuersatz von Anfang an

Der betroffene Gastwirt hat sich bestimmt auch nicht über die Höhe des Steuersatzes gefreut. Denn Walheim geht gleich mit einem Steuersatz von 20 Prozent, mindestens aber 100 Euro an den Start, auch wenn die Gemeindeverwaltung sogar nur 16 Prozent, mindestens aber 60 Euro gefordert hatte. Eine Steuererklärung sei vom Gastwirt zudem einmal pro Quartal abzugeben, was der Kämmerer als geringen Verwaltungsaufwand ansehe. Der zu zahlende Steuerbetrag werde dann aufgrund des Bruttokassenbestandes erhoben. Ob dies wirklich lohnenswert ist und nicht verwaltungsaufwendig, bleibt jedoch fraglich. Nun bleibt nur noch die Frage offen, ob der Gastwirt sich nicht dazu entscheidet, einfach den Stecker aus dem Spielautomaten zu ziehen, dann ist es ganz vorbei mit den erhofften Steuereinnahmen…

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Danke für lhre Wertung!

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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