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(Kigoo Images / pixelio.de)

Das Casino San Remo hat sich letztlich dazu entschlossen, kein Live-Poker mehr anzubieten und hat auch die wöchentlichen Poker-Turniere abgedreht. Die EPT, die European Poker Tour, hatte den bereits den  regelmäßigen Event im Casino San Remo  in das leichter erreichbare Portomaso auf Malta verlegt. Jetzt kommt nach neuesten Quellen auch das online Poker in die Mangel. Wie verschiedene italienische Tageszeitungen berichten, kam es auch im online Poker Raum des San Remo Casinos zu schweren Betrügereien, hinter denen das organisierte Verbrechen steht. Und dabei geht es um Millionen...

Laut Untersuchung durch die Polizei und die Staatsanwaltschaft von Genua Stolen wurden online Konten im Gesamtwert von 2.000.000 € ausgeräumt und das so erhaltene Geld in beim online Poker "gewaschen". Die Haupt-Verdächtigungen sitzen in Osteuropa aber scheinen auch Verbindungen zu der italienischen Mafia zu haben.

Mittels "Phishing" geklonte Kreditkarten verwendet

Dabei wurden mittels "Phishing" erworbene Kundendaten in geklonte Kreditkarten eingearbeitet und dann auf der Webseite des Casinos im Pokerraum eingezahlt. Beim  "Phishing" erhählt das Opfer ein vertrauenswürdiges Email beispielsweise von seiner Bank, wo im die Angabe der Kreditkartendetails gebeten wird. Dann wird oftmals mit fingierten Telefonanrufen nachgearbeitet um auch Passwörter und andere sensible Informationen zu erhalten. Danach werden verschiede Spieler angeheuert, die in den Poker-Räumen setzen und sich gegenseitig die Gewinne zuschieben. Dann wird abgehoben und dem ahnungslosen Opfer purzelt eine fette Kreditkartenabrechung ins Haus.

Dabei wurden anscheinend auch mehrere Personen, die sich wiederum als Spieler zur Verfügung stellten einbezogen und mit einem prozentuellen Anteil am Umsatz honoriert. Meistens wurde dabei Texas Hold´em gespielt, die wohl einfachste Variante des online Pokers. Wenn man da ins Cash Game, das bereits in Italien erlaubt ist, einsteigt, kann man relativ rasch große Summen verschieben.  Die Anklage der Staatsanwaltschaft, geleitet von den Staatsanwälten Vincenzo Scolastico  und Pier Carlo Di Gennaro  bezieht sich auf  Recycling, Computerbetrug und den unbefugten Zugriff auf Computer-Systeme.

Geldwäsche beim online Poker

Die Geldwäsche im online Poker ist eigentlich so alt wie das online Poker selbst. Und dass sich Banden von professionellen Spielern in online Pokerräumen herumtreiben um ahnungslose Spieler abzuzocken ist ja leider auch bekannt. Sind Sie schon mal an einem Texas Hold´em Tisch gesessen und haben sich gefragt warum alle anderen dauernd gewinnen? Das war ja vor allem an den Low Stakes -Tischen so. Da haben sich halt einige in Osteuropa dabei ein gutes Einkommen geschaffen. Aber dass nun das "Phishing" in Kombination mit der Geldwäsche angewendet wird, hat das ganze doch eine neue Dimension gebracht.

Was uns jedenfalls zu denken gibt. Warum haben die Kontrollmechanismen des Casinos versagt? Bei seriösen Casinos müssen wir doch alles von Passkopie, Meldezettel bis zur letzten Stromrechung einschicken wenn wir zur Auszahlung schreiten. Wir nehmen an, dass die geklonten Kreditkarten auf den Namen der Phantomspieler ausgestellt waren. Die sind jetzt jene, die den schwarzen Peter in der Hand haben. Die Organisatoren in Osteuropa wird man voraussichtlich so wie immer nicht auffinden.