Für die einen wird es vielleicht ein ganz normaler Job werden, für die anderen möglicherweise sogar eine Herzensangelegenheit. In Verbindung mit dem Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) wurde auch die Schaffung einer neuen Behörde beschlossen: eine Behörde, die sich Glücksspielbehörde bzw. Glücksspielaufsichtsbehörde nennt. Und diese soll nun ihren Sitz in Sachsen-Anhalt bekommen, und um genau zu sein, in Halle. Sofern es bei der aktuellen Planung bleibt, dann wird der neue Vertrag Anfang Juli dieses Jahres in Kraft treten. Es wäre zumindest schön, wenn die Behörde zu diesem Zeitpunkt auch ihre Arbeit aufnehmen könnte. Neben Gebäuden, Materialien, technischen Equipment und Verordnungen, sind dabei natürlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das A und O. Die letzten Monate haben doch ziemlich an der sprichwörtlichen deutschen Gründlichkeit und Organisationsstärke gekratzt, und ob die Glücksspielbehörde nun tatsächlich ihre Arbeit aufnehmen kann, steht derzeit noch in den Sternen. Auf alle Fälle werden fleißig neue Angestellte gesucht. Aber welche besonderen Fähigkeiten muss man eigentlich haben, um in einer solchen Behörde arbeiten zu können und was erwartet einen dort an Aufgaben Wir haben uns das mal etwas genauer angeschaut.

Neue Glücksspielbehörde in Sachsen-Anhalt sucht Mitarbeiter*innen

Sachsen Anhalt

Das Sachsen-Anhaltische Ministerium für Inneres und Sport sucht auf alle Fälle: „ Sachbearbeiter/-innen (m/w/d) in den Bereichen virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Testspiele.“ Das heißt: es werden gleich mehrere Spezialisten für den Bereich Online Casinos gesucht. Deren Arbeitsplatz wird in Halle sein. Die Kollegen sollen dort schon ab Anfang Mai ihre Arbeit aufnehmen, damit ein einigermaßen reibungsloser Start der Behörde im Juli erfolgen kann. Demnach muss man ein wenig Geschwindigkeit in den Prozess legen und Glück haben, dass sich genügend geeignete Bewerberinnen und Bewerber melden. Welche Voraussetzungen müssen und sollen diese Personen denn nun haben? Auf der einen Seite sucht man dort überdurchschnittlich engagierte Persönlichkeiten, die eine Befähigung für die Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt, in der Laufbahn des allgemeinen Verwaltungsdienstes oder eine erfolgreich abgeschlossene Hochschulausbildung (Bachelor bzw. gleichwertig nach §§ 1, 18 HRG) im Studiengang Öffentliche Verwaltung oder Verwaltungsökonomie oder Beschäftigtenlehrgang II bzw. Angestelltenlehrgang II nachweisen können. Des Weiteren sind Erfahrungen im Konzeptionellen Arbeiten sowie solide Kenntnisse in der Rechtsanwendung wünschenswert und anwendungsbereite Englischkenntnisse in Wort und Schrift erforderlich. „Überdurchschnittlich engagiert“ kann bedeuten, dass das Ministerium davon ausgeht, dass am Anfang nicht alles rund laufen wird. Dies zeigen Erfahrungen bei vielen „Start-Ups“, also wird eventuell Mehrarbeit und kreatives Handeln zwingend notwendig sein.

Engagiert sollte man als Arbeitnehmer ja immer sein, aber dieses überdurchschnittlich lässt den erfahrenen Personaler doch aufhorchen. Neben diesen fachlichen Qualifikationen sind natürlich auch persönliche Fähigkeiten, also die so genannten Soft Skills, von Bedeutung. Hier legt das Ministerium auf folgende Punkte viel Wert: Eigenständigkeit und Verantwortung, Initiative und Flexibilität, überdurchschnittliche Belastbarkeit, sehr gute Kommunikation und Verhalten in der Zusammenarbeit sowie Durchsetzungsvermögen. Der Punkt mit der überdurchschnittlichen Belastbarkeit verstärkt den oben genannten Eindruck, dass man davon ausgeht, dass zum Anfang nicht alles rund laufen wird. Also kein Job für jemand der eine ruhige Kugel schieben möchte, eher etwas für Menschen, die gern etwas gestalten und aufbauen möchten.

Glücksspielbehörde Sachsen-Anhalt als attraktiver Arbeitgeber

Natürlich wird nicht nur etwas gefordert, sondern man hat auch etwas anzubieten. Für viele Bewerber ist es nicht ganz unerheblich: das Gehalt. Die ausgeschriebenen Stellen werden laut Landesbesoldungsordnung des Landes Sachsen-Anhalt in die Tarifgruppen A10 und A12 eingeordnet. Dies bedeutet, je nach Einstufung, zwischen 2.928,02 und 4.869,20 Euro im Monat. Wer im Öffentlichen Dienst über den Tarifvertrag eingestellt ist, der ist bei der Glücksspielaufsicht zwischen E9b und E11 angesiedelt, und kann so zwischen 3.051,66 und 5.232,76 Euro monatlich zu verdienen. Also keine so schlechte Bezahlung, wenn man die Vergünstigungen hinzu rechnet. Aber der Job hat noch mehr zu bieten, nämlich: „..am Gemeinwohl orientierte vielseitige und interessante Aufgaben auf einem zukunftssicheren und modern ausgestatteten Dienstposten/Arbeitsplatz, Tätigkeit in einem neu aufgestellten Team, Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen pro Kalenderjahr bei einer Kalenderwoche mit fünf Arbeitstagen, verschiedene Arbeitszeitmodelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Betriebliches Gesundheitsmanagement mit bedarfsgerechten Angeboten zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit, und ein umfangreiches Fortbildungsangebot und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten.“

Und welche Arbeitsinhalte erwarten die Bewerberinnen und Bewerber? Auch hierzu äußert sich das Ministerium in seiner Stellenausschreibung: „Zum zukünftigen Aufgabengebiet der Dienstposten/Arbeitsplätze im Bereich virtuelle Automatenspiele und Online-Poker gehören u.a. die Prüfung und Erteilung von Erlaubnissen zur Veranstaltung sowie die Aufsicht über die Veranstaltung von virtuellen Automatenspielen / Online-Poker, die Ahndung von Verstößen, sofern Erlaubnisvorgaben nicht eingehalten werden beziehungsweise Verfahrensvorbereitung bei sonstigen Rechtsverstößen (Ordnungswidrigkeitenverfahren), Auswertung und Anwendung der nationalen und europäischen Rechtsprechung im Hinblick auf bisher ungeklärte Rechtsfragen und die Begleitung von Rechtsstreitigkeiten.“ Man kann dem Ministerium nur viel Glück bei der Suche und der Auswahl wünschen. Sicherlich sind dies keine unattraktiven Jobs, die aber gerade am Anfang einiges abverlangen werden. Aber für manche liegt vielleicht gerade dort der Reiz.