Schweizer CasinosDie Schweizer Casinos stehen seit Jahren mit dem Rücken zur Wand und verzeichnen rückläufige Umsätze wie auch die Zahlen für das gerade abgelaufene Jahr 2014 belegen. Demnach sank der Umsatz der 21 in der Schweiz existierenden Casinos wieder um 5 Prozent und erreichte damit nur noch ein Niveau von 710 Millionen Schweizer Franken.

Wer einen Blick auf die Einnahmenentwicklung seit 2007 wirft, stellt fest, dass den Casinos Einnahmen in Höhe von 30 Prozent weggebrochen sind und das, obwohl es interessante Neueröffnungen wie etwa in Neuenburg und Zürich gab. Wenigstens diese Spielbanken konnten minimale Umsatzzuwächse verzeichnen.

So klagt denn auch der Geschäftsführer des Schweizer Casino-Verbandes, Marc Friedrich, dass die Umsätze nun unter das Niveau von 2004 gerutscht seien. Die Hauptursachen für das Abrutschen der Umsätze sieht die Casino-Industrie in

  • der hohen Regulierung,
  • der starken Konkurrenz in den Nachbarländern,
  • den nicht regulierten Anbietern im Internet und
  • den illegalen Klubs, die keine Abgaben zahlen.

Außerdem drückt der starke Schweizer Franken die Erwartungen für dieses Jahr. Experten gehen davon aus, dass die Aussichten für das laufende Jahr für die Schweizer Spielbanken vor allem in den Grenzregionen noch düsterer sind. Aufgrund des geringeren Wertes des Euro kommen immer weniger Ausländer zum Spielen in die Schweiz. Einige Casinos wie etwa die Spielbank in Mendrisio haben sich deshalb dazu entschlossen, dass Gäste auch mit Euro spielen können.

Die Suche nach Wegen aus der Krise

Natürlich suchen die Verantwortlichen nach Wegen aus der Krise, wobei eine Möglichkeit die Modifizierung des 2014 verabschiedeten neuen Geldspielgesetzes darstellt. Demnach könnte die Konkurrenz stärker und mit deutlichen Maßnahmen zurückgedrängt werden. Aktuell wird dieses Gesetz überarbeitet, sodass es nächstes Jahr dem Parlament vorgelegt werden könnte. In Kraft treten könnte es erst 2018.

Andere Spielbanken versuchen ihr Glück verstärkt im Ausland. So beteiligt sich das Casino von Baden an Projekten in Österreich sowie in Ostdeutschland. Darüber hinaus soll eine Lizenz in Liechtenstein erworben werden. Darüber hinaus kämpfen die Spielbanken dafür, dass sie vorzeitiger als geplant, ihre Aktivitäten im Internet aufnehmen können. Daneben sollen Spielautomaten in Bars limitiert werden.

Ob diese Maßnahmen etwas bringen sei dahingestellt. Fest steht, dass herkömmliche Casinos durch eine zu starke Regulierung zu stark belastet werden. Die Kreativität der Manager hilft wenig, wenn die Rahmenbedingungen immer komplizierter werden und der Gesetzgeber zu langsam auf dringend gebotene Erfordernisse reagiert. Bleibt des Schweizer Casinos zu wünschen, dass ihre Bemühungen fruchten.