Roulette Betrug, geht das? Und dabei war es doch so „kinderleicht“. Man könnte fast sagen, dass sie selbst schuld daran sind, die Casinobetreiber in Luzern und Salzburg, wenn sie es ihren Kunden so einfach machen. Da muss man sich wirklich nicht wundern oder sogar aufregen. Eigentlich sollte man dankbar sein, dass jemand den Betrug aufgedeckt hat und entlarvte, wie leicht es war, eine Spielbank hinters Licht zu führen. Wir waren zwar bei dem Gerichtstermin nicht dabei, in dem jetzt drei Georgier wegen Roulettebetrugs verurteilt wurden, aber vielleicht klangen die Argumente der Verteidiger ja so ähnlich. Doch was war überhaupt passiert? Und: wie funktionierte dieser „kinderleichte“ Roulettebetrugstrick?

Roulette Betrugs Trick | 50.000 Euro ergaunert 

Spielbank UlmCasinos waren schon immer ein beliebter Ort, um dem Glück auf die Sprünge zu helfen. Dieser Verlockung unterlagen auch drei Georgier, die nun vor einem Schöffengericht in Wien wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs angeklagt worden waren. Sie sollen im Rahmen einer kriminellen Vereinigung Casinos in Österreich und in der Schweiz um mehr als 50.000 Euro betrogen haben. Und dafür war weder ein großer Aufwand noch besonderes Material notwendig, wie sich im Laufe des Verfahrens herausstellen sollte - sondern einfach nur fünf bis sechs rund ein Millimeter dicke Plättchen aus laminiertem Metall oder Kunststoff, ein abgelenkter Croupier, ein wenig technischer Fortschritt und die Macht der Statistik. Für einen packenden einem Hollywood-Thriller wie beispielsweise „Oceans Eleven“ hätte es vermutlich nicht gereicht. 

Roulette Betrug | Eigentlich war alles „kinderleicht“

Grigol Ba. und Beno Bu. waren in dem Prozess dann auch geständig, aber sie verneinten den zugegebenen Betrug im Rahmen einer kriminellen Vereinigung vollzogen zu haben. Der 41-jährige Hauptangeklagte war aus Gründen der Arbeitssuche in die Alpenrepublik gekommen, hätte sein Geld aber leider für Drogen ausgegeben und sei dann zufällig von zwei Landsleuten angesprochen worden. Der Plan sei relativ einfach, wie ihm mitgeteilt wurde. Er sollte einfach die Plättchen, die sie ihm gaben, in einem unbemerkten Moment in bestimmte Fächer des Roulettekessels geben. Die Anklage ging von besonderen Fingerfertigkeiten aus, die diese Handlung mit sich bringe. Dies wies der Angeklagte aber brüskiert von sich: „Das war eigentlich recht leicht. Sogar ein Kind kann das machen!". Die weichen Plättchen haben einen stoppenden Effekt, wie Zeugen des Casinos Luzerns und des Casinos Wiens aussagten. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel in einem der manipulierten Fächer liegen bleibt. „Leichtes“ Spiel also für die beiden Komplizen, die an Computerterminals auf die „Glückszahlen“ setzten und somit im Casino Luzern 24.000 Euro und im Casino Salzburg rund 26.000 Euro erbeuteten. Doch das „Glück“ währte nicht lange. Die Casino Security kam ihnen nach der Auswertung einer elektronischen Überwachung auf die Schliche, und im Casino Wien wurden sie dann bestimmt aber höflich zu einem Gespräch gebeten, in dessen Verlauf die Übergabe an die örtliche Polizei stattfand. Nun sitzen die beiden für 21 Monate bzw. sieben Monate in einer Zelle und können ihr kurzes Glück noch einmal Revue passieren lassen.

Roulette Trick | Berühmte Vorbilder und Nachahmer

Wie eingangs erwähnt waren die beiden Schlauköpfe nicht die einzigen, die meinten, dem Glück auf die Sprünge helfen zu können. Vielleicht gibt es ja tatsächlich jemanden, der einen perfekten Trick erarbeitet hat und bisher damit durchgekommen ist, aber in der Regel enden solche Versuche in einer Gefängniszelle. Wie ein Fall aus den 1970-iger Jahren in Frankreich zeigt, in den eine ganze Familie und auch noch Freunde der Familie verwickelt waren. Madame Monique Laurent spannte sie alle für einen raffinierten Betrug ein, an dessen Ende über eine Million US-Dollar erbeutet wurde, aber natürlich auch die Gefängniszelle stand. Man präparierte eine Roulettekugel mit einem Radioempfänger. Ein in das Unternehmen eingeweihter Croupier brachte die Kugel ins Spiel und mit Hilfe eines als Zigarettenschachtel getarnten Radiosenders konnte die Kugel dort gestoppt werden, wo man sie haben wollte. Für das Jahr 1973 eine technisch schon sehr ausgereifte Methode. 

Zu einem gewissen Ruhm brachte es der Spanier Gonzalo Garcia-Pelayo. Der knackte den Code hinter dem drehenden Roulette-Rad. Seine Beobachtungen begann er in Madrid. Dort stellte er fest, dass die Roulette-Räder nicht perfekt sind, d.h. das schon kleine Abweichungen das Rollverhalten der Kugel beeinflussen können. Dies beobachtete er in mühevoller Zeitarbeit und wertete seine Ergebnisse mit einem Computer aus. Mit diesem Wissen gewann er in einer Nacht in Madrid knapp 600.000 Euro. Mit diesem Gewinn zog es ihn in das Mekka des Glücksspiels nach Las Vegas, wo er in den früher 1990-iger Jahren knapp zwei Millionen Dollar gewann. Verurteilt wurde er übrigens nie – er erhielt „nur“ Hausverbot, da sein Verhalten „unethisch“ aber nicht strafbar war. 

Recht rustikal und simpel ging eine Bande von 26 Mitgliedern in etlichen Casinos vor, unter anderem in Bayern. Einige Mitglieder der Bande lenkten den Croupier ab, während ein Anderer rückwirkend eine Wette auf die Zahl platzierte, auf der die Kugel gelandet war. Damit zog man zwar sehr schnell die Aufmerksamkeit auf sich, aber durch geschickte Verkleidungen und falsche Pässe, ging es eine Zeitlang gut. Aber am Ende landeten auch sie in einer Gefängniszelle.