Richter staunt im Novomatic-Prozess

Novomatic-ProzessDer nicht enden wollende Zivilprozess zwischen den Streithähnen Novomatic und Thomas Bathold geht in die nächste Runde und weitere, kleine Details kamen nun ans Licht der Öffentlichkeit. Der ehemalige Torhüter des SK Rapid Wien und spätere Betreiber diverser Spielstätten in Wien fordert von Österreichs größtem Glücksspielkonzern jede Menge Geld, denn nach seinen Aussagen soll der damalige Chef von Novomatic, Franz Wohlfahrt, ihm versichert haben, Kompensationszahlungen an ihn zu entrichten, wenn er durch das Automatenverbot in in der Hauptstadt seine Zockerbuden schließen muss. Laut Novomatic hingegen habe es diese Vereinbarung mit dem Ex-Torhüter nie gegeben und Wohlfahrt sowie der neue Chef Harald Neumann streiten dies vehement ab. Außerdem machte Barthold in diesem Zivilprozess mehrere interessante Aussagen, die den Glücksspielkonzern bezichtigen, den Ex-Torhüter als Drehscheibe für versteckte Parteienfinanzierung und Geldzahlungen an den Ex-Politiker Westenthaler benutzt zu haben. Hier sollen monatlich konstant 4.500 Euro über Barthold von Novomatic an diesen geflossen sein. Dieser Vorwurf hat mittlerweile auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Um die eigene Argumentation zu stützen, dass der damalige Chef Franz Wohlfahrt ihm eine Kompensation beim Wegfall seiner Geschäftsgrundlage auf Grund des Wiener Automatenverbots zugesichert hatte, legte der ehemalige Spieler von Rapid Wien nun ein Rechnung als Beweise für seine Aussagen beim zuständigen Richter im Landgericht Wien Neustadt vor und brachte diesen damit gehörig ins Staunen.

Gegenstand der ausufernden Untersuchungen zum gesamten Fall Barthold gegen Novomatic ist auch eine angebliche Erpressung von Seiten des Ex-Torhüter gegenüber dem Konzern. Das Unternehmen behauptet, dass Bartthold einige Zeit vor Beginn des Prozesses im Konzern aufgetaucht wäre, hier Millionen an Euro verlangte und bei nicht erfolgter Zahlung sich mit brisanten Material an die Presse wenden würde. Mittlerweile läuft deshalb auch ein Anzeige wegen Erpressung gegen Barthold selbst.

Barthold bekam 2 Millionen Euro von Novomatic

Wie das Nachrichtenportal „Die Presse“ nun berichtete staunte der zuständige Richter beim Landgericht Wien Neustadt, Peter Wöhrer, nicht schlecht, als ihm nun Thomas Bathold im letzten Gerichtstermin eine Rechnung über 2 Millionen Euro präsentierte, die Novomatic an den ehemaligen Fußballspieler auszahlte. Für Bathold ist dies der ultimative Beweis dafür, dass seine zuvor getätigten Aussagen über Kompensationszahlungen an ihn durch den Konzern der Wahrheit entsprechen. Er selbst bezeichnet diese Zahlung der 2 Millionen Euro als eine Anzahlung von Seiten Novomatics, allerdings steht noch eine weitere halbe Million Euro aus, die er mit diesem Zivilprozess gern eintreiben würde. Der Glücksspielkonzern wiederum sieht dies natürlich komplett anders und spricht hier von einer geleisteten Ablöse für drei Spiel- und Wettlokale in Wien, die sich zum damaligen Zeitpunkt im Besitz von Barthold befanden. Wäre es nicht schon allein extrem merkwürdig, dass ein riesiger Konzern wertlose Spielstätten für Millionenbeträge kauft, die wegen dem Wiener Automatenverbot nicht mehr in der gleichen Funktion weiterbetreiben werden können und somit quasi wertlos sind, so brachte der Umstand, dass es für die millionenschwere Zahlung noch nicht einmal einen schriftlichen Vertrag sondern nur eine Rechnung gab, den zuständigen Richter erst so richtig ins Staunen. Deshalb konnte er es sich auch nicht verkneifen noch einmal besonders auf diesen Umstand einzugehen und meinte: „Ich hab geglaubt, nach 20 Jahren kann mich nichts mehr überraschen. Man sollte doch bei Geschäften in dieser Höhe zumindest den Gegenstand schriftlich festlegen, denn eine Rechnung sei ja kein Vertrag.“

Der Umstand, dass eine millionenschwere Zahlung ohne einen Vertrag aufgrund eines Beschlusses der Geschäftsführung des Konzerns per Rechnung getätigt wurde, wirft schon ein wenig Schatten auf die Argumentation von Novomatic, zudem auch noch der Vorwurf der Scheinrechnungen, die Barthold für Novomatic getätigt haben soll, damit der Konzern so Politiker wie Westenthaler mit kleinen Gefälligkeiten versorgen kann, im Raum steht.

Aussage gegen Aussage

Nach der Einbringung eines neuen „Beweismittels“ steht nun im Fall Bathold gegen Novomatic Aussage gegen Aussage, allerdings konnte der Ex-Profi seine Argumentation noch mit weiteren kleinen Details stützen. Er führte noch einmal an, dass die geflossenen 2 Millionen nicht für die Übernahme der bestehenden Mietverträge seiner drei Spielstätten gedacht waren, denn ohne den Betrieb der Spielautomaten durch das Verbot in Wien wären diese von diesem Zeitpunkt an als reine Gastronomieeinrichtungen eine Verlustgeschäft gewesen. Dieser hohen Summe von Seiten Novomatics an ihn, stand der Wert der drei Lokale in keinem Verhältnis. Als Verglich zog er zusätzlich noch den Verkauf eines vierten Etablissements an den Konzern heran, für welches er nur 70.000 Euro erhielt. Ein fairer Kaufpreis sozusagen, gegenüber den 2 Millionen Euro. Aus diesem Grund kann es sich bei der millionenschweren Zahlung, zu der kein Vertrag existiert, nur um die von ihm angesprochene Kompensationszahlung handeln. Der Glücksspielkonzern wiederum bestreitet dies und verwies bei der getätigten Zahlung auf die damit auch übernommen Wettkonzessionen, auf die es Novomatic mit dem Kauf der drei Lokale abgesehen hätte. Der zuständige Richter versuchte nun ein wenig Lichts ins Dunkel zu bringen und fragte Barthold, warum dieser sich nicht einen vernünftigen, schriftlichen Vertrag hätte geben lassen, welcher jetzt als Beweis für seine Aussagen hätte dienen können. Daraufhin konnte der Ex-Profi nur erwidern: „Wenn ich mit einem Milliardenkonzern so enge Geschäfte mache, dass deren Partei- bzw. Politikerzahlungen über meine Konten laufen, dann hab ich Vertrauen in ihre Aussagen.“

Mit der nun eingebrachten Rechnung über 2 Millionen Euro konnte Barthold seine Position gegenüber Novomatic vor Gericht ein klein wenig stärken, doch wird dieser Prozess wohl noch geraume Zeit andauern und am Ende müssen die Richter entscheiden, welcher Argumentation sie folgen wollen. Am 27. Aprils geht es deshalb in die nächste Runde und dann ist auch wieder einmal der ehemalige Chef von Novomatic, Franz Wohlfahrt, als Zeuge geladen.

Quelle: diepresse.com

Richter staunt im Novomatic-Prozess
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Von | 2017-04-05T14:07:54+00:00 5. April 2017|Kategorien: Casino News, Nachrichten, Novomatic, Vermischtes|Tags: |

Über den Autor:

Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

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