SpielhallenbetreiberinDas sind Nachrichten, die man irgendwie mit Genugtuung liest, aber auf der anderen Seite eigentlich gar nicht lesen möchte. Vor allem Menschen, die auch mal gerne in eine Spielhalle zum Zeitvertreib gehen, wird diese Nachricht etwas übel aufstoßen. Denn eine Spielhallenbetreiberin stand nun in Chemnitz vor Gericht und ihr wurde der Prozess wegen unerlaubten Glücksspiels gemacht. Doch, wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Spielautomat hätte nicht in betrieben werden dürfen

Es geht eigentlich um eine Sache, die für jeden Spielhallenbetreiber selbstverständlich sein sollte, aber für die Angeklagte scheinbar nur eine Nebensache war. Nämlich darum, dass nur Spielautomaten betrieben werden dürfen, die auch zugelassen sind. Eine Überprüfung sollte daher auch immer erfolgen, damit sichergestellt werden kann, dass der jeweilige Spielautomat auch die Auflagen erfüllt. Und genau das wurde der angeklagten Spielhallenbetreiberin nun zum Verhängnis geworden. Denn genau danach hat die Beklagte gar nicht geschaut und sich somit auch in gewisser Art und Weise sehr fahrlässig, wenn nicht sogar vorsätzlich verhalten.

Ein Spielautomat wurde im vergangenen Herbst von der Angeklagten angeschafft und in ihrer Spielhalle aufgestellt. So weit, so gut. Doch hätte dieser besagte Spielautomat gar in Betrieb genommen werden dürfen, weil er eine veraltete Software benutze, die von der physikalisch-technischen Bundesanstalt schon längst nicht mehr zugelassen ist. Hört sich gar nicht so schlimm an, dass man dafür jemanden vor Gericht stellen müsste. Doch der Angeklagten war dieser Umstand scheinbar egal.

Informationen vom Ordnungsamt ignoriert

Als das städtische Ordnungsamt die Spielhallen-Betreiberin über den Umstand mit dem besagten Spielautomaten aufmerksam machte, passierte… GAR NICHTS. Denn scheinbar reagierte die Angeklagte auf die Informationen durch das Ordnungsamt nicht wirklich, sodass sie nun mit der Anklage wegen „unerlaubter Veranstaltung eines Glücksspiels“ vor Gericht steht. Aber warum hat sie nicht reagiert?

Fadenscheinige Begründungen für Versäumnis oder gerechtfertigt?

Vor Gericht äußerte sich die Angeklagte ausführlich zum Sachverhalt. So habe sie nicht vor sein können und dachte die Spielhalle in guten Händen bei dem Geschäftsführer. Dieser wiederum teilte ihr regelmäßig mit, dass alles in Ordnung sei und auch beim Spielautomaten nichts zu beanstanden wäre. Schließlich sei der Geschäftsführer auch davon ausgegangen, dass ein neu gemieteter Spielautomat auch technisch auf dem neusten Stand sein müsste. Und auch über die Probleme mit dem Ordnungsamt bezüglich der Anmeldung des Automaten ließ er gegenüber der Spielhallenbetreiberin wohl kein Wort fallen. Diese soll nach eigenen Angaben erst Kenntnis darüber erlangt haben, als die Anklageschrift vom Amtsgericht bei ihr eintraf. Dem Geschäftsführer habe sie daraufhin auch sofort gekündigt. Nun könnte man meinen, dass es in diesem Fall alle ein großes Versehen sei. Aber die Angeklagte ist nicht unbekannt.

Es gab schon vorher Probleme mit Geschäftsführer

Schon in der Vergangenheit hatte sich der Geschäftsführer der Spielhalle nicht mit Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit ausgezeichnet. Denn er bekam schon eine Abmahnung der Angeklagten. Gerade deshalb hätte sie wohl intensiver nachschauen und nachforschen müssen, um den reibungslosen Ablauf auch wirklich zu verifizieren. So sah es auch das Gericht, sodass das Verfahren schließlich gegen eine Geldbuße von 900 Euro eingestellt wurde. Und zudem gab es vom Richter auch noch den Rat, zukünftig dem Personal besser auf die Finger zu schauen und schneller Konsequenzen zu ziehen, wenn es Probleme gibt.