Die Schweizer Post wird in Zukunft keine Lottoscheine und auch keine Rubbellose mehr verkaufen. Bis April 2020 sollen die beliebten Glücksspiele aus dem Sortiment genommen werden. Das bestätigten die Loterie Romande und die Schweizer Post auf Nachfrage. Für die betroffenen Glücksspielanbieter ist die Entscheidung ein herber Schlag.

Post Schweiz Schweizer Post will Sortiment neu ausrichten

Schon seit vielen Jahren verkauft die Schweizer Post Lottoscheine, unter anderem von der Loterie Romande, und Rubbellose. Doch bis spätestens Ende 2019 in der Deutschschweiz und bis April 2020 in der Romandie sollen diese Produkte aus dem Verkauf genommen werden. Nachdem die Entscheidung durch Zeitungen in der Westschweiz öffentlich geworden war, bestätigten die Beteiligten, dass die Post künftig auf die besonderen Glücksspiele verzichten wird. Das ist eine weitere massive Veränderung auf dem Schweizer Glücksspielmarkt, der aktuell die ersten Online Casinos mit Schweizer Lizenz bekommt. Insgesamt 1040 Filialen werden betroffen sein, sodass für die Anbieter der Lottoscheine und der Rubbellose in naher Zukunft ein großer Teil des Vertriebsnetzes zusammenbrechen wird. Immerhin gibt es aber eine Übergangszeit bis April 2020, sodass die Glücksspielanbieter reagieren können.

Als Begründung für die Entfernung der Lottoscheine und Rubbellose aus dem Sortiment, gibt die Schweizer Post an, dass das Sortiment neu ausgerichtet werden soll. Darüber hinaus sei der finanzielle Erfolg der Glücksspiele zu gering, um das Geschäft weiterzuführen. Dem widerspricht in einer ersten Reaktion allerdings Jean-Luc Moner-Banet, der Direktor der Loterie Romande. Da die Zahlen nicht öffentlich sind, lässt sich nicht entscheiden, welche Seite recht hat. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Schweizer Post auf ein sehr lukratives Geschäft freiwillig verzichten würde. Die Lottoscheine und Rubbellose haben auch in der Schweiz eine lange Tradition und es gibt mit diesen speziellen Glücksspielen auch kein Imageproblem. Insofern gibt es von außen betrachtet keinen übergeordneten Grund, der die Entfernung aus dem Sortiment rechtfertigen würde.

Lottoanbieter müssen sich neue Vertriebswege suchen

Die Post hat in der Schweiz ein riesiges Vertriebsnetz und ist deswegen hervorragend geeignet den Verkauf von Lottoscheinen und Rubbellosen. Für die Anbieter dieser Produkte dürfte es schwer sein, in kurzer Zeit auch nur ansatzweise das wegfallende Vertriebsnetz zu ersetzen. In Deutschland werden Rubbellose zum Beispiel in Supermärkten verkauft. Das könnte eventuell auch eine Lösung für die betroffenen Anbieter sein. Aber Lottoscheine sind etwas aufwendiger, sodass Supermärkte nicht unbedingt die erste Wahl sein dürften. In Deutschland werden Lottoscheine oft im Kiosk neben Zeitschriften und Tabakwaren verkauft. Vielleicht wäre das auch eine gute Lösung für die Schweiz. Aber wenn die Post recht hat und das Geschäft mittlerweile defizitär ist, müssen sich die Anbieter vielleicht auch fragen, ob die Produkte nicht verändert werden müssen, um die Attraktivität zu erhöhen.

In der Schweiz ist Lotto nach wie vor sehr beliebt. Aber es gibt starke Konkurrenz von anderen Glücksspielanbietern. Die neuen Online Casinos könnten auch zu einer Gefahr für klassische Glücksspielangebote wie Lotto und Rubbellose werden. In Deutschland zeigt sich jedoch, dass die Einnahmen beim staatlichen Lotto recht konstant sind, obwohl das Angebot an Online Casinos deutlich umfangreicher ist als in der Schweiz. In der Schweiz dürfen in Zukunft nur noch die staatlich lizenzierten Spielcasinos Online-Angebote betreiben. Insofern dürfte die Konkurrenz nicht ganz so groß werden wie in Deutschland und vielen anderen Ländern. Mit verbesserten Produkten haben Anbieter wie Loterie Romande wahrscheinlich gute Chancen, auch in Zukunft Geld zu verdienen mit Lottoscheinen und Rubbellosen. Aber die aktuelle Entscheidung der Schweizer Post sorgt dafür, dass der Weg zu neuen Erfolgen steinig werden könnte.