Politik: Karriereschub durch Glücksspiel ein zweischneidiges Schwert

Karriereschub durch GlücksspielEigentlich sind es spannende Zeiten für den Glücksspiel- und Sportwettenmarkt. Die aktuelle Diskussion bzw. diverse Berichterstattung rund um den Verkauf des Sportwetten-Anbieters Tipico zeigt wieder auf, welche Dynamik hinter dieser Branche steht.

Schnäppchen: 1 Mrd EUR für TIPICO

Freilich, derzeit sind es eigentlich reine Spekulationen. Eine offizielle Bestätigung seitens des deutschen Marktführers und Großsponsors renommierter Vereine wie dem FC Bayern München oder der österreichischen Bundesliga, TIPICO, gibt es noch nicht. Aber eben auch keine Dementis. Für eine Milliarde Euro solle der Besitz wechseln können. Betriebswirtschaftlich steht TIPICO dabei auf sehr stabilen Beinen. In knapp 10 Jahren konnte das maltesische Unternehmen einen großen Kundenstamm für Sportwetten aufbauen (2, 5 Milliarden Sportwetten pro Jahr entspricht rund 50 Prozent des deutschen Marktes) und erwirtschaftet damit nach Berechnungen von Brancheninsidern einen jährlichen  Umsatz von rund 500 Millionen Euro. TIPICO selbst ist eine Kooperation zwischen TIPICO Co Ltd. und TIPICO Casino Ltd mit dem Firmenhauptsitz in Malta. Eines der größten Firmenassets ist aber sicherlich die staatliche Glücksspiel-Genehmigung aus Schleswig-Holstein, die 2014 neben TIPICO an sechs weiteren Anbietern erstmals vergeben wurde.

Glücksspiel- und Sportwettenmarkt mit Unsicherheiten

Aber die laufenden Diskussionen zeigen auch deutlich die Schwachstellen bzw. die Unsicherheiten des Marktes wieder. Der gesetzliche Graubereich ist überall groß und die Unsicherheiten am Markt werden täglich etwas größer. Eigentlich weiß niemand so genau, wie es in den nächsten Jahren weiter gehen wird. Bereits jetzt kämpfen die Marktdinosaurier mit hohen administrativen Kosten und einer zunehmenden Steuerbelastung. Die diversen Mergers auf der britischen Insel sind dafür ein deutlicher Beleg. Aber es ist anzunehmen, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sein wird.

Karriereschub durch Glücksspiel auf Kosten der Kunden und Unternehmen

Natürlich ist es für die Politik ein zweischneidiges Schwert. Einerseits führt man öffentlichkeitswirksam den Kampf gegen das kleine Glücksspiel oder setzt sich für Verschärfungen im Konsumentenschutz ein. Andererseits ist man sich der volkswirtschaftlichen und vor allem der fiskalischen Bedeutung der Branche bewusst. Das erstere kann durchaus karrieretechnisch von Vorteil sein, wie es in Österreich die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima aufzeigen konnte. Ihr Einsatz gegen das kleine Glückspiel (Verbot seit 1.1.2015 in Wien) und einer medial gut dargestellten und inszinierten Zerstörung konfiszierter Glücksspielautomaten oder die dramaturgisch gut gewählte Ankündigung des Verbotes von Live-Wetten vor der Wiener Landtagswahl im Oktober 2015 hat sich für die aus Kärnten stammende Wahlwienerin, studierte Mikrobiologien und GLOBAL 2000-Aktivitstin Sima persönlich offensichtlich ausgezahlt.  Sie konnte sich nicht nur in der Landesregierung halten, der sie seit 2004 für die Wiener SPÖ angehört, sondern wurde dem Vernehmen nach auch mit zusätzlichen, politisch einträglicheren, Verantwortungsbereichen belohnt. Runde eins geht an Sima. Eine „Bienen- und Hundstrümmerlfreundin“ mit Ambitionen. Wer weiß, vielleicht sieht man sich in der zweiten Runde auf der österreichischen Bundesebene wieder, wenn 2018 planmäßig ein neues Parlament gewählt wird und eine Regierung neue Mitglieder benötigt.

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Politik: Karriereschub durch Glücksspiel ein zweischneidiges Schwert
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Danke für lhre Wertung!
Von Gerda Hartig | 24. September 2018 | Kategorien: Nachrichten, Vermischtes | Labels: , , , , , , |

Über den Autor: Gerda Hartig

Gerda Hartig
Nein, Frauen spielen in Online Casinos nicht nur Rubbellose oder Bingo. Und auch ansonsten bin ich alles andere als politisch korrekt. Ich sage was Sache ist in den Online Casinos, bei den Herstellern der Casinospiele und bei der Politik, welche den Spielerschutz vorschiebt, um doppelt abkassieren zu können.

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