Was den Betrugsskandal um Pokerstar Mike Postle betrifft, fängt 2020 ebenso spannend an, wie das alte Jahr zu Ende ging. Soeben wurde bekannt, dass Mike Postle sich offenbar verschanzt hat, bzw. versteckt hält. Im Dezember gelang es einem amtlich bestellten Gerichtszusteller nicht, wichtige Papiere, die die erhobene Anklage Postle gegenüber betreffen, zuzustellen. Und das, obwohl er fünf Versuche unternommen hatte. Das gleiche passierte Maurice „Mac“ Verstandig. Er vertritt die rund 100 Kläger. Auch er unternahm den Versuch Mike Postle die zivilrechtliche Klageschrift auszuhändigen, doch Postle öffnete nicht. Knapp zehn Minuten klingelte der Anwalt an Postles Tür. Und obwohl der Pokerstar zu Hause zu sein schien, reagierte er nicht. Der Kontakt zu Postles Anwalt William Portanova verlief ebenfalls im Sande. Portanova machte klar, dass er Postle nicht zivilrechtlich vertrete, sondern ausschließlich strafrechtlich. Weitere Anfragen ließ er unkommentiert.

Im Betrugsskandal um Mike Postle startet ein weiterer Countdown

Mike Postle PokerPostles Probleme nehmen ständig zu. Mittlerweile haben sich noch mehr Pokerspieler der Sammelklage angeschlossen, bei der es um mindestens 10 Millionen US-Dollar geht. Auch diese Spieler scheinen von Postle geschädigt worden zu sein – ebenfalls in Live Streaming Sessions, die in der Stones Gambling Hall stattfanden. Bei dieser Sammelklage steht nicht nur Mike Postle im Fokus der Ermittlungen, sondern auch die Stones Gambling Hall und Justin Kuraitis. Er ist der Direktor des Stones und verantwortlich für die Poker-Runden. Es existieren zahlreiche Video-Analysen, in denen darauf hingewiesen wird, dass sich Justin Kuraitis äußerst seltsam verhält. Immer wieder findet er Rechtfertigungen für Postles merkwürdiges Handeln. Außerdem pusht er den Hype um seinen Pokerstar gewaltig.

Nachdem es nun trotz mehrfacher Versuche nicht gelungen ist, Mike Postle die zivilrechtliche Klageschrift an seine Adresse im kalifornischen Antelope zu übermitteln, wurde eine zusätzliche Klage gegen ihn eingereicht. Das zuständige Bezirksgericht muss in Kürze darüber entscheiden, ob es sich hierbei um eine Verschleppung und Behinderung des Falls handelt. Damit startet dann ein weiterer Countdown gegen den Pokerstar.

Postles Bruder fördert Imageschaden

Mitte 2004 begann Mike Postles Poker-Karriere, in der er insgesamt mehr als eine halbe Million US-Dollar an Preisgeldern einsammelte. Bis heute spielte er in nur vier Städten: Las Vegas, Tunica, Lincoln und Citrus Height. Dort steht auch die Stones Gambling Hall, wo er nach allen Regeln der Kunst hofiert wird, da er bei kaum einem Cash Game jemals verlor. Seine Fähigkeiten sind unbestritten, und dennoch muss er sich dem Vorwurf des Betrugs aussetzen.  

Aber beim Poker hat man schon so einiges erlebt. Nur den besten Spielern der Welt gelingt es, den größtmöglichen Gewinn aus ihren Möglichkeiten zu schöpfen und zu denen gehört Mike Postle (noch) nicht. Er wird international eher als eine Art NoName-Spieler gehandelt und die Zahlen, die über Postles Sessions in den Foren herumgeistern, gelten als absolute Ausreißer. Ihm wird nachgesagt, dass er betrügt – angeblich um 1.400 US-Dollar pro Stunde. Laut eigenen Angaben soll er für die Stones Gambling Hall eine Turnierserie mit dem Namen „Dream Set“ entwickelt haben. Das postete er vor einigen Monaten auf Twitter, doch diese Meldung ist mittlerweile wieder verschwunden. 

Sogar Mike Postles Familie trug zu seinem schlechten Image bei. Zu einem Live Stream aus der Stones Gambling Hall wurde einmal sein Bruder als Co-Kommentator eingeladen. Geplant war, dass er ein paar Anekdoten aus Mikes Leben erzählt. Das tat er dann auch. Und so erfuhren die vielen Live-Zuschauer, dass ihr Pokeridol vor vielen Jahren ein Glücksrad mit Gewichten manipuliert hatte, damit es stets bei einem Feld vor dem Hauptgewinn stehe blieb. Als Fazit endete er damals seinen Kommentar mit den Worten: „Wenn es irgendwo ein Schlupfloch gibt, dann nutzt Mike dies.“

Genial oder sinnfrei?

Natürlich gilt auch in der Stones Gambling Hall ein absolutes Handy-Verbot an den Pokertischen. Postle scheint sich daran nicht zu halten, denn er schielt während des Spiels immer wieder auf das Mobiltelefon, das auf seinem Schoß liegt. Ständig versucht er, dies durch seine heruntergezogene Baseball-Cap zu verbergen und auch andere daran zu hindern, einen Blick auf seine Oberschenkel zu werfen. Doch nicht nur Postle verhält sich während der Hände eigenartig, auch Veranstalter und Kommentatoren lassen große Zweifel aufkommen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Sie bezeichnen ihn als eine Art Pokergott, der das Spiel mit seinen bisher noch nicht dagewesenen Entscheidungen und seinen Moves revolutioniert hat. Außenstehende Beobachter bezeichnen das allerdings als vollkommen „sinnfrei“. Sie gehen zum Teil sogar so weit, dass sie Postle jedes Verständnis für Poker absprechen. Und dennoch wird von Seiten des Veranstalters und der Kommentatoren permanent versucht, Rechtfertigungen für Postles Moves zu finden – und zwar auf allerhöchstem Niveau. Selbst dann, wenn seine Spielweise noch so unerklärlich und „sinnbefreit“ ist. Sollte dies überhaupt nicht gelingen, dann wird er einfach wieder als eine Art Gott glorifiziert oder man verweist darauf, dass die RFID-Chips des Livestreams fehlerhaft ausgelesen wurden. Anschließend sind dann diese „sinnfreien Karten“ aus Postles Händen verschwunden. Stattdessen hält er Nuts in den Händen. 

Postle hält sich für unschuldig 

Der renommierte Poker-Experte Doug Polk hat etliche Live Streams der Cash Game Sessions analysiert und in einer 30-minütigen Video-Expertise zusammengefasst. Er kommt zu dem Schluss, dass man es möglicherweise mit dem genialsten Spieler von allen zu tun hat, vermutlich aber nicht. Eine weitere Expertise existiert von Joe Ingram, der in einem fünfstündigen Video auf alle Hände Postles genau eingeht. Die Fakten, die von den beiden Poker-Spezialisten und der Community gesammelt wurden, belasten Postle und Stones schwer. Sie gehen der Sache auch weiterhin akribisch nach, auch wenn sich die Stones Gambling Hall angeblich selbst um eine „ordentliche Untersuchung des Falls“ kümmert.   Anfang Oktober vergangenen Jahres meldete sich dann „Mac“ Verstandig zu Wort und erklärte öffentlich, dass er sich um alle von Mike Postle Geschädigten kümmern wird. Er reichte eine Klage gegen Postle, Kuraitis und einige andere Personen ein, die einen Streitwert von rund 10.000 US-Dollar ausweist.  

Die Turnierleitung der Stones Gambling Hall und Justin Kuraitis werden in erster Linie aufgrund von Fahrlässigkeit beklagt. Mike Postle selbst bezeichnet sich als unschuldig, geht aber jedem weiteren Kommentar aus dem Weg.

Letztes Update am 21.10.2020
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