Rodrigo Duterte, der Präsident der Philippinen, hat seine Einstellung zum Glücksspiel geändert. Das ist überraschend, denn lange Zeit hat Duterte sich dafür eingesetzt, Glücksspiel mit starken Repressionen zu bekämpfen. Der umstrittene Präsident ist jedoch zu der Erkenntnis gekommen, dass es praktisch nicht möglich sei, auf den Philippinen das äußerst populäre Glücksspiel wirkungsvoll zu verbieten. Zudem könnte ein Verbot soziale Probleme verstärken.

Parlament PhillipinenDuterte akzeptiert Glücksspiel als Teil der Kultur

Auf den Philippinen haben Glücksspiele eine große Tradition. Das musste auch Rodrigo Duterte, der Präsident des Landes, in den letzten Jahren feststellen. Obwohl Duterte zahlreiche Maßnahmen gegen illegales und legales Glücksspiel angestrengt hat, ist keine nennenswerte Reduzierung festzustellen. Der Bedarf nach Glücksspielen in unterschiedlichen Varianten ist in der Bevölkerung so hoch, dass politische Kampagnen mehr oder weniger ungehört verhallen. Trotzdem ist es erstaunlich, dass Rodrigo Duterte, der ansonsten für knallharte Politik bekannt ist, bei einer öffentlichen Veranstaltung verkündete, den Kampf gegen das Glücksspiel einzustellen. Zwar warne er weiterhin vor Glücksspielen, aber letztlich müssten die Menschen selbst entscheiden, was sie mit ihrem Geld machen.

Zugleich stellte Duterte aber auch klar, dass der Kampf gegen Drogen und Erpressung, zwei der großen Kriminalitätsthemen auf den Philippinen, weiter mit großer Härte erfolgen werde. Das ist insofern relevant, weil sich es nicht selten vorkommt, dass illegales Glücksspiel von Drogenhändlern und anderen Kriminellen angeboten wird. Aber der Kampf gegen Glücksspiel kann nur funktionieren, wenn auch die vielen privaten Anbieter, die ansonsten keine kriminellen Aktivitäten verfolgen, gestoppt werden. Vielleicht hat Duterte aber mittlerweile Bedenken, dass damit große Teile seiner Wählerbasis betroffen sein könnten. Der Kampf gegen Drogen und Erpressungen ist hingegen äußerst populär, auch wenn zum Teil brachiale Methoden vom Staat eingesetzt werden.

Kampf gegen Glücksspiel verursacht soziale Probleme

Auf den Philippinen werden vor allem die traditionellen Spiele Hantak und Jueteng oft von den ärmsten Mitgliedern der Gesellschaft angeboten. Der Präsident erwähnte diese beiden Spiele bei seinen aktuellen Einlassungen ausdrücklich mit dem Hinweis, dass in vielen Fällen arme Familien nur überleben könnten durch illegale Glücksspielangebote. Auch das sei ein Grund, warum er den Kampf gegen das Glücksspiel weitgehend aufgeben werde. Solange es keine vernünftige Alternative für viele Menschen gäbe, ihre Familien zu ernähren, wäre niemandem damit gedient, diese Spiele komplett aus dem Verkehr zu ziehen. Ohnehin wäre das in der Praxis wohl kaum möglich und würde nur dazu führen, dass viele Menschen, die um das Überleben kämpfen, kriminalisiert würden.

Philippinen offen für neue Online Casinos

Obwohl der Kampf gegen das Glücksspiel zu den erklärten Zielen der philippinischen Regierung in den letzten Jahren gehört hat, gab es auch positive Entwicklungen für Casino-Betreiber. Insbesondere der Offshore-Sektor wurde ausgebaut. Die Philippinen ermöglichen es Investoren, Online Casinos legal zu betreiben. Allerdings ist die dabei entstandene neue Branche nicht ganz unproblematisch. Vieles spricht dafür, dass die meisten Betreiber von Offshore-Casinos aus China stammen. Zuletzt gab es diverse philippinische Presseberichte, in denen behauptet wurde, dass viele Angestellte in den neuen Casino-Betrieben nicht ordentlich angemeldet seien. Dadurch würden den Philippinen große Steuerausfälle entstehen.

Philippinen sinnbildlich für viele andere Länder

Der Bedarf nach Glücksspiel ist in vielen Ländern hoch. Nicht nur in Ländern wie den USA und Großbritannien, die traditionell eine eher positive Einstellung zum Glücksspiel haben, gibt es viele Fans. Auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und nahezu allen anderen europäischen Ländern gibt es Glücksspiel-Fans, die regelmäßig spielen. Für den einen Casino-Fan ist der Besuch in einem landbasierten Spielcasino erste Wahl. Für einen anderen Casino-Fan muss es hingegen unbedingt ein Online Casino mit einem lukrativen Online Casino Bonus sein. Ähnlich populär wie Glücksspiele sind Sportwetten, die mittlerweile sogar in Deutschland eine hohe Anerkennung erfahren.

In Deutschland gibt es genauso wie auf den Philippinen viele Menschen, die gerne Glücksspiele nutzen. Das wird zum Beispiel auch an den zahlreichen Spielhallen deutlich. Wenn nicht einmal auf den Philippinen, die unter Rodrigo Duterte Recht und Ordnung auch mit radikalen Methoden durchsetzen, der Kampf gegen das Glücksspiel Erfolg hat, wie soll dann in einem Rechtsstaat wie Deutschland das Glücksspiel ausgemerzt werden? Viele Glücksspiel-Experten plädieren schon lange dafür, auch in Deutschland eine strenge Regulierung zu schaffen, unter der Online Casinos genauso wie Online-Buchmacher in einen klaren rechtlichen Rahmen agieren können. Das wäre nicht nur für die Glücksspielbranche, sondern vor allem auch für die vielen Glücksspiel-Fans eine sehr gute Lösung.