Wie bereits berichtet, ist das größte österreichische Poker Casino, das unter dem Namen Montesino Entertainment Group firmierte, aufgrund von Steuerschulden in Millionenhöhe pleite. Ein Gläubigerantrag der österreichischen Finanzprokuratur wurde gegen die Montesino Entertainment Group eingebracht, und Ende Mai eröffnete das Konkursverfahren. Zwei verbundene Unternehmen des Casinos sind nun ebenfalls in die Insolvenz geraten. Dabei handelt es sich um die CCC Concord Card Schiffscasino Veranstaltungsgesellschaft mbH und die CCC Event Management GmbH, gegen die Verfahren beim Handelsgericht Wien eingeleitet wurden.

Peter Zanoni PokerRund 40 Mitarbeiter zusätzlich betroffen

„Durch ihre Innovationskraft begeistert die Concord Gruppe mit zahlreichen Angeboten Pokerspielerinnen und Pokerspieler aus der ganzen Welt und gilt als leuchtendes Beispiel,“ hieß es vor noch nicht allzu langer Zeit in den Pressemitteilungen des Unternehmens. Damit ist jetzt Schluss – zumindest für zwei weitere Firmen der Gruppe und rund 40 Mitarbeiter sind betroffen. Bei der Montesino Entertainment Group standen bereits 256 Angestellte plötzlich auf der Straße. Laut dem Alpenländischen Kreditorenverband Europa (AKV Europa) ist „Pokerkönig“ Peter Zanoni der Geschäftsführer sowohl von der Montesino Entertainment Group, als auch von der CCC Concord Card Schiffscasino und von der CCC Event Management.

Mit 13 Kasinos zum Pokerkönig

Zwölf der dreizehn Casinos, die Peter Zanoni gehören, firmieren unter dem Namen Concord Card Casino (CCC). Davon ist eines das Montesino. Die Finanzbehörden forderten zum Teil immer wieder hohe Steuern, die eine Bedrohung für das Gesamtkonzept der Cardcasinos darstellten. Dazu heißt es in einer Erklärung: „Bei gegenständlichen Abgaben resultiert die enorme Abgabenhöhe daraus, dass als Bemessungsgrundlage für die Glücksspielabgabe nicht die entsprechenden Einnahmen der Gesellschaft herangezogen wurden, sondern die gesamten Spieleinsätze, somit also die Bemessung anhand von fremden Umsätzen durchgeführt wird, über die die Gesellschaft aber keine zivilrechtliche Verfügungsmacht besitzt, da diese nur das Gewerbe ‘Veranstaltung und Organisation erlaubter Kartenspiele ohne Bankhalter’ ausübt und folglich nur eine reine Dienstleistung anbietet.” Obwohl er mit Spielhallen erfolgreich war, stieg er nie ins Online Casino Business ein. 

Mehr als 20 Jahre wehrte sich der „Pokerkönig“ dagegen und zog mehr als einmal vor Gericht. Jahrelang prozessierte er gegen den Fiskus und verlor zuletzt im März dieses Jahres ein Gerichtsverfahren in Vorarlberg. Demnach wurde für sein CCC Casino eine Kriegsopferabgabe von knapp 97 Millionen Euro fällig. Hier alles zum Konkursverfahren lesen!