Paul GauselmannRichtig gut aufgelegt und sehr spendabel hat sich nun Paul Gauselmann gezeigt, der Chef der Gauselmann Gruppe. Denn der Unternehmer hat nun eine Million Euro an die Mühlenkreiskliniken gespendet, um damit die Ausbildung von Medizinern zu fördern. Diese Unterstützung sieht Paul Gauselmann natürlich auch als eine Art Pflicht an, weshalb er nicht drum herum kommt, Unternehmerkollegen zu kritisieren.

Lokalpatriot Paul Gauselmann

Fast 83 Lenzen zählt Paul Gauselmann schon. Ansehen kann man hm sein Alter aber nicht wirklich. Mit seiner Art begeistert er schnell seine Mitmenschen, was wohl auch eines seiner Erfolgsrezepte in seinem Unternehmen, der Gauselmann Gruppe ist. Schließlich kann man sich lebhaft vorstellen, dass er auch bei seinen Mitarbeitern für gute Stimmung und ein tolles Betriebsklima sorgt. Doch der Lokalpatriot wäre nicht Paul Gauselmann, wenn er sich nicht auch für gute Zwecke einsetzen würde und etwas von seinem Erfolg an die Allgemeinheit zurückgeben würde. Am Montag erst war Paul Gauselmann bei einer offiziellen Spendenübergabe dabei, die es wirklich in sich hatte. Denn mit sage und schreibe einer Million Euro hat Paul Gauselmann den Bau des Campusgebäudes am Johannes-Wesling-Klinikum in Minden gefördert, was Professor Rudolf Stadler bei der Spendenübergabe natürlich auch betonte. In Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum werden in diesem Campusgebäude nun seit Herbst 2016 schon 63 Medizinstudenten ausgebildet.

Es war nicht die erste Spende für die Mühlenkreiskliniken

Paul Gauselmann hat als Lokalpatriot natürlich schon oft in seinem geografischen Umfeld Spenden fließen lassen. So war es auch für die Mühlenkreiskliniken nicht die erste Spende des Unternehmers. Bereits im Jahr 1996 zeigte er sich sehr spendabel, als er den Aufbau einer Intensivstation finanziell unterstütze, die extra für Schlaganfallpatienten ausgelegt sein sollte. Und 2010 förderte er den Erhalt des Standortes Rahden der Mühlenkreiskliniken. Mangelndes Engagement kann man daher Paul Gauselmann nicht vorwerfen. Natürlich hat er dabei auch ein kleines Eigeninteresse. Schließlich gehören die Mühlenkreiskliniken im Kreis zu einer wichtigen Institution der medizinischen Versorgung, von der ja auch seine Mitarbeiter profitieren. Zumal man in dem Kreis ja eher in einem Gebiet wohnt, das nicht gerade dicht besiedelt und mit großen Städten gepflastert ist. Gutes Personal für solche Regionen zu bekommen, die über große Qualifikation verfügen, ist daher nicht so leicht. Die meisten Mediziner wollen schließlich nicht unbedingt aufs Land. Zeigt man jedoch schon den Medizinstudenten, wie schön es dort sein kann, dann stehen die Chancen deutlich besser, dass sich auch junge und gut ausgebildete Mediziner nach ihrem Studium für diese Region entscheiden.

Kritik an Unternehmenskollegen kann Gauselmann nicht zurückhalten

Erst Anfang 2015 entschied sich Paul Gauselmann dazu, das neue Campusgebäude mit einer Million Euro finanziell zu unterstützen. Denn damals kamen Rudolf Stadler, der Chef der dermatologischen Klinik und Mario Bahrmann, der Geschäftsführer des Johannes-Wesling-Klinikums auf Paul Gauselmann zu, um mit ihm über das neue Campusgebäude zu sprechen. Denn es stellte sich heraus, dass die Baukosten vier Millionen Euro teurer werden würden, weil man eine entsprechende Kapazitätserweiterung dabei haben wollte. Paul Gauselmann zögerte daraufhin auch nicht lange und sagte sofort zu, ein Viertel der Mehrkosten zu übernehmen, also eine Million Euro. Was ihn allerdings sehr ärgert, sind seine Unternehmerkollegen, die in der gleichen Liga mitspielen wie er, wenn es um finanzielle Angelegenheiten geht. Denn es ist ihm wirklich peinlich, dass diese Unternehmer aus dem Mühlenkreis nicht daran interessiert zu sein scheinen, zukunftsweisende und unterstützungswürdige Projekte zu fördern. Und mit seiner Kritik liegt er sicherlich nicht falsch. Schließlich ist es ja auch für die Unternehmenskollegen von Vorteil, wenn im Mühlenkreis eine gute medizinische Versorgung vorherrscht.

Übrigens hatte Paul Gauselmann nicht viel Zeit, um die Spendenübergabe ausgiebig zu feiern, wobei das wahrscheinlich auch nicht in seinem Naturell liegt. Denn schon nach einem schnellen Kaffee nach der Spendenübergabe zeigte ihm sein Blick auf die Uhr, dass er ja auch noch andere Dinge zu erledigen habe. Als Unternehmer hat man eben niemals viel Zeit.