Ganze 27 Jahre ist es her, dass die US-amerikanisch-kanadische Schauspielerin Pamela Anderson mit ihrer Rolle der Rettungsschwimmerin C. J. (Casey Jean) Parker berühmt wurde. „Baywatch“ gilt als die erfolgreichste US-Fernsehserie des 20. Jahrhunderts. Sie wurde in 144 Ländern ausgestrahlt und hatte in den besten Zeiten eine Quote von weltweit über eine Milliarde Zuschauer pro Folge. Auch als Playmate erreichte Pamela das Höchste: Sie ist die Einzige, die sich schon 14 Mal nackt auf dem Playboy-Cover räkelte. Doch auch damit nicht genug. Im Guinness-Buch der Rekorde wurde sie über vier Jahre lang als „meist erwähnte Frau“ im Internet geführt. In den 2000er Jahren wurde es ruhiger um sie als Schauspielerin, aber für Schlagzeilen ist sie bis heute gut.

Pamela Anderson PokerBaywatch-Star mit eigenem Online Casino

Nicht nur ihre wechselnden Beziehungen sind ein gefundenes Fressen für die Medienwelt, auch alles andere, das mit ihr in Verbindung steht, stößt auf großes Interesse. Anfang der 2000er Jahre wurde bekannt, dass sie ein großer Poker-Fan ist. Sie warb für die Online Poker-Seite „Doyles Room“, doch die musste aufgrund des Gesetzes „UIEGA“ auf Eis gelegt werden. Pamela Anderson gestand einen Fehler und beteuerte, dass sie nur dem Betreiber „helfen“ wollte. 2012 fungierte sie wieder als Aushängeschild. Diesmal für die damals taufrische Poker-Anwendung „BamPoker“ auf Facebook. Sie warb auf der Seite in Form einer ihr nachempfundenen Comicfigur für das Spiel. In der Ellen DeGeneres Show gab Pamela dann auch noch kurz darauf bekannt, dass sie sich in einem Casino in Las Vegas eine Poker-Schuld von 125.000 US-Dollar „erspielt“ hatte. Glücklicherweise hätte sie dann dort einen Mann kennengelernt, der ihr das Angebot machte, ihre Schulden gegen „sexuelle Gefälligkeit“ zu begleichen. Sie akzeptierte und hätte sich dann auch tatsächlich in diesen Mann verliebt, beteuerte sie vor laufenden Kameras: „Es hat geklappt, er hat mir gefallen. … Ich habe eine Poker-Schuld mit sexuellen Gefälligkeiten beglichen und mich dabei verliebt. Es ist so romantisch!“ Bei diesem Mann handelte es sich um ihren späteren zweifachen Ehemann, den Poker-Profi Rick Salomon. 2012 gründete Pamela Anderson sogar ihr eigenes Online Casino, das Bam-Poker!

Erst Sex-Idol, dann Goldene Himbeere

Aufsehen erregte die sexy Blondine schon immer, doch cleveren Marketing-Leuten fiel sie erstmals 1989 im Rahmen eines Footballspiels auf. Zunächst erhielt sie Werbeverträge, wurde dann zum ersten Mal für den Playboy abgelichtet und bekam eine Gastrolle in der US-Comedy-Serie „Hör mal, wer da hämmert!“ an der Seite von Tim Allen.  

Mit „Baywatch“ ging ihre Karriere förmlich durch die Decke, doch an diesen Erfolg konnte sie nie wieder anknüpfen. Es folgten einige TV-Spielfilme und ihr erster Kinofilm „Barb Wire – Flucht in die Freiheit“, der ihr für ihre Leistung den wenig schmeichelhaften Preis „Goldene Himbeere“ als schlechteste Schauspielerin einbrachte. Auch die von ihr mit-produzierte Serie „V.I.P. – Die Bodygards“, in der sie eine Hauptrolle übernahm, konnte nicht an den Erfolg von „Baywatch“ heranreichen. Danach übernahm sie verschiedene Rollen, vorwiegend in TV-Produktionen, spielte eine Hauptrolle in der US-Sitcom „Stacked“ und synchronisierte eine Cartoon-Serie, in der sie das Vorbild für die Hauptfigur „Stripperella“ war.  

Immer wieder für Schlagzeilen sorgten ihre Beziehungen zu Männern, wobei die turbulente Ehe (1995 – 1998) mit Mötley Crüe-Schlagzeuger und Skandalrocker Tommy Lee und ihr selbst aufgenommener Hochzeitsnacht-Porno sicherlich das größte Aufsehen erregten. Das Paar bekam zwei Söhne. 1998 zeigte sie ihn an wegen Körperverletzung, Tommy Lee ging für drei Monate ins Gefängnis, und die Ehe wurde geschieden. Acht Jahre später heiratete sie den US-Musiker Kid Rock. Die Ehe scheiterte bereits nach sechs Monaten und wurde ebenfalls geschieden. 2007 verliebte sie sich in Poker-Profi Rick Salomon und landete mit ihm in Las Vegas vor dem Traualtar. Ein halbes Jahr später wurde die Ehe annulliert, aber 2014 heiratete sie Salomon erneut. Auch diesmal hielt es nur sechs Monate. Dann folgte eine knapp dreijährige Beziehung mit dem französischen Fußball-Nationalspieler Adil Rami, die im Juni dieses Jahres in einer öffentlichen Presse- und Instagram-Schlammschlacht endete. Erst vor kurzem schockte sie noch mit Äußerungen wie „Er ist ein Monster...“ und brachte neue peinliche Details ihrer Beziehung ans Licht. 

Brüssel statt Malibu

Jahrelang galt sie als DAS Gesicht einer unkritischen Unterhaltungsindustrie und dann sah man sie plötzlich auf einem Paparazzi-Foto am Strand von Malibu lesend. In ihren Händen hielt sie das Buch „Unmarketable“ der Kulturkritikerin Anne Elizabeth Moore. Die Fans waren schockiert. Dass Pamela neben ihrem ganzen Jet-Set-Rummel vegan lebt, aktives Mitglied der Tierrechtsorganisation PETA und Vorsitzende der Sea Shephard Conservation Society ist, daran hatten sie sich mittlerweile gewöhnt. Aber ihr Sex-Idol mit dem Buch einer feministischen Punkerin in der Hand, war dann doch einigen zu viel. Und es kam noch „schlimmer“. Sie fiel in letzter Zeit zunehmend durch politische Statements auf und besuchte regelmäßig den in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzenden WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Pamela Anderson, die seit Jahren in Frankreich lebt, kämpft inzwischen gegen Klimawandel und Faschisten, ergreift Partei für Flüchtlinge und gegen Rechtspopulisten. Sie mischte sogar im Europa-Wahlkampf mit, wo sie sich stark für die Vereinigung „Demokratie in Europa“ einsetzte und DiEM25 unterstützte, die Partei des griechischen Ex-Finanzministers Yanis Varoufakis.  An einen Einstieg in die Politik denkt sie allerdings nicht nach: „Das überlasse ich lieber Leuten, die besser Bescheid wissen. Ich lerne aber jeden Tag ein wenig dazu.”