Online Casinos vs. Free-to-play – Spielsucht – Teil 4

fsk 18 spielerschutzIn den vorangegangenen Teilen unserer Serie, die sich rund um das Thema Spieler- und Jugendschutz in Online Casinos und Free-to-play Spielen dreht, beschäftigten wir uns mit Anmeldeverfahren und Sicherungssystemen, die Gamer und Jugendliche davor schützen sollen Haus und Hof zu verlieren. Im nun vierten Teil wird sich alles um den Jugendschutz und Spielsucht drehen und wie beide, Online Casinos und Free-to-play Spiele damit umgehen und vor allem wie ernst sie dieses Thema nehmen. 

Kinder und Jugendliche sind die Zielgruppe der Free-to-play Spiele

Viele der Browserspiele kommen in quietschbunter Optik daher und richten sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die hier mit ihren Freunden zusammen Städte aufbauen, Krieg führen oder zusammen auf Abenteuer gehen. Der Zugang ist kinderleicht und jede Menge Tutorials, die dem Nutzer die Grundlagen des Games vermitteln, nehmen den Spieler an die Hand und vermitteln ihm schnelle Erfolge durch unzählige Awards und kleine Geschenke. Natürlich werden diese einfachen Erfolge schon bald nachlassen und weitere zu bekommen und dabei die kleinen Geschenke zu erhalten, wird im Verlauf des Spiels immer schwieriger und benötigen immer mehr Zeit. Die Ungeduld und die Lust nach dem nächsten Kick, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, die sich meist noch nicht so unter Kontrolle haben wie Erwachsene, werden mit unzähligen Hinweisen auf den im Spiel befindlichen Ingame Shop kombiniert, denn dort wird einfache Hilfe gegen Geld angeboten. Immer gibt es denn Hinweis, dass der Spieler mit diesem Trank, diesem Dünger, oder diesem Juwel, die benötigte Zeit für den nächsten Erfolg massiv verkürzen kann oder seine Spielfigur stärker machen kann. Alles ist dem Wettbewerb unterworfen, der in Ranglisten abgebildet wird und somit jederzeit dem Spieler zeigt, wie gut er sein könnte, wenn er doch nur ein wenig mehr Geld oder Zeit investieren würde. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund der nicht vorhanden Verifizierung des betreffenden Spielers.

Ebenfalls wird gern der Individualismus und Status als Triebfeder zur Geldgenerierung genutzt, denn mit einem glänzenden Superschwert, oder einem besonders schicken Traktor fällt der Spieler auf und bekommt hierüber die Aufmerksamkeit der gesamten Community des Games.

Online Casinos sind für Minderjährige tabu

Durch die verschiedenen Sicherheits- und Verifizierungssysteme ist der Zugang für Minderjährige nahezu unmöglich, nur durch Fälschung von Dokumenten ist dies nicht auszuschließen. Sollte dies jedoch einmal geschehen, dann hat der Betreiber des Online Casinos alles erdenkliche getan, um dies zu verhindern. Doch wie immer gilt, gegen Betrug ist niemand gefeilt. Die Lizenzierungsbehörden verlangen diese Sicherungssysteme sogar explizit vom Besitzer einer virtuellen Spielhalle und wenn dieser dagegen mutwillig verstößt und die betreffenden Regularien nicht einhält, verliert er am Ende seine Konzession und zählt ab dann zu den nicht seriösen Online Casinos. Daran wird natürlich kein Betreiber Interesse haben, denn dies würde am Ende einen massiven Schwund an Nutzern bedeuten und die Einnahmen würden ebenfalls rapide in den Keller rutschen. Von Seiten der Politik wird zwar gebetsmühlenartig auf die angeblich nicht vorhandene Regulierung der Online Casinos hingewiesen und die virtuellen Spielhallen werden immer wieder mit angeblich nicht vorhandenem Spieler- und Jugendschutz in Verbindung gebracht, doch bei genauere Betrachtung trifft dies in keiner Weise zu, denn die Free-to-play Spiele sind meilenweit vom Standard seriöser Online Casino in diesem Bereich entfernt.

Die Politik kämpft vehement gegen das privat betriebene Glücksspiel und wirft immer wieder das Thema Spieler- und Jugendschutz dabei in den Ring. Allerdings wurde bis heute in Deutschland kein vernünftiges Glücksspielgesetz erlassen, was den Betrieb von Online Casino regelt und zudem nicht gegen europäisches Recht verstößt.

Spielsucht findet sich auch beim Free-to-play

Das große Thema Spielsucht, was von Seiten der Politik immer gegen Spielotheken und Online Casinos ins Feld geführt wird, betrifft auch die Free-to-play Spiele. Die Mechanismen, die zu einer Sucht führen können, sind in allen Fällen die gleichen und am Ende steht der Kontrollverlust der betreffenden Person über sein eigenes Handeln. Menschen mit betreffender Veranlagung können auch von Computerspielen, wie Pokemon Go oder World of Warcraft süchtig werden und sich in virtuellen Welten verlieren und diese zunehmend als für sich selbst wichtiger erachten als die reale Welt. Freundschaften schlafen ein und der betreffende Spieler vereinsamt und verwahrlost in der Realität, kann aber gleichzeitig der größte Held der virtuellen Welt sein. Zusätzlich gefährlich wird es, wenn es sich um Fre-to-play Spiele handelt, den hier ist zum erreichen von Spitzenposition, die Ruhm und Anerkennung der Community verheißen, der Einsatz von Geld unerlässlich. Um weiter voran zu kommen, werden von einigen Nutzern teilweise vierstellig Beträge pro Monat investiert und sie können diese Ausgaben nicht mehr kontrollieren. In diesen virtuellen Welten sind sie etwas besonderes, in der realen jedoch womöglich ein Niemand oder Einer unter Vielen. Gerade Kinder und Jugendliche mit Problemen sind äußerst anfällig an einer Spielsucht zu erkranken. Von Seiten der Betreiber von Free-to-play Games gibt es keinerlei Sicherungssysteme, die auffälliges Spielverhalten überprüfen und eventuelle Warnung aussprechen oder am Ende sogar den Nutzer vor sich selbst schützen und ihn notfalls sperren würden. Hier wird eher dazu animiert möglichst noch mehr Geld zu investieren.

Das einzige Kontrollinstrument stellt die FSK dar, der sich jedes Computerspiel zu unterwerfen hat, doch diese legt nur die Altersbeschränkung fest und diese kann ohne Probleme bei der Anmeldung fürs Game ausgehebelt werden. Ein Jugend- und Spielerschutz gibt es bei Free-to-play Spielen also nicht.

Die Online Casino sind gezwungen gegen Spielsucht vorzugehen

In den letzten Jahren fand eine Entwicklung statt, die immer mehr die beiden Begriffe Spielsucht und Online Casinos miteinander verbunden hat und dadurch in vielen Köpfen eine Vermischung der beiden Wörter stattgefunden hat. Jedoch sind die virtuellen Spielhallen durch ihre betreffenden Lizenzen an ein enges Werk an Regeln gebunden, die wiederum gerade den Spieler vor einer Sucht schützen sollen. Seriöse Online Casinos sind dazu verpflichtet das Spielverhalten ihrer betreffenden Kunden zu analysieren, Auffälligkeiten herauszufiltern und dann entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Zu den möglichen Maßnahmen gehören Hinweise, ein Nachfragen warum so gespielt wurde und, wenn nötig, eine Sperrung im betreffenden Online Casino auszusprechen. Einige Lizenzen verlangen sogar die Einrichtung eines Limits für eingesetzte Beträge, die täglich, wöchentlich oder monatlich vom Nutzer nicht überschritten werden können. Das Thema Spielsucht ist auch für die Betreiber von Online Casinos in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, denn auch hier ist die Reputation in der Branche und bei den Gamblern von entscheidender Bedeutung.

Viele Online Casinos gehen sogar weit über die geforderten Maßnahmen hinaus und bieten zusätzliche freiwillige Instrumente für ihre Kunden an. So können Gambler zum Beispiel eigene Limits festlegen, wie viel Geld sie in einem bestimmten Zeitraum maximal verspielen dürfen und haben somit die volle Kontrolle über ihr eigenes Spielverhalten und dessen Kosten.

Lesen Sie im vierten und letzten Teil unserer Serie Online Casinos vs. Free-to-play, warum die Politik auf dem einen Augen blind ist und sich auf einem Kreuzzug gegen die Online Casinos befindet. 

Hier kommen Sie zum ersten Teil unserer Serie
Hier kommen Sie zum zweiten Teil unserer Serie
Hier kommen Sie zum dritten Teil unserer Serie

1 2 3 4 5
Online Casinos vs. Free-to-play – Spielsucht – Teil 4
4.86 (97.14%) 7 votes
Danke für lhre Wertung!
Von Engelbert Breitner | 30. August 2016 | Kategorien: Nachrichten, Vermischtes | Labels: , , , |

Über den Autor: Engelbert Breitner

Engelbert Breitner
Das Online Glücksspiel ist für mich die beste Erfindung seit Pac Man. So bin ich froh darüber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Meine bevorzugten Casinospiele sind Roulette, Black Jack und natürlich Spielautomaten. Meine Casino Erfahrungen möchte ich hier mit vielen gleichgesinnten Usern teilen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar