Online Multiplayer SpieleIm ersten Teil unserer Serie zu den Gefahren für Jugendliche und Spielsüchtige in Online Casinos und Free-to-play Games, befassten wir uns vornehmlich mit der Geschichte dieser beiden so unterschiedlichen Bereiche, die dennoch den vorhanden Spieltrieb des Menschen auf ihre eigenen Art zu befriedigen wissen. Im zweiten Teil werfen wir nun einen genaueren Blick auf die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle und wie die Betreiber damit ihre Gelder generieren.

Das Aufkommen der Online Multiplayer Spiele

Bis vor wenigen Jahren war es üblich für ein Computerspiel einmal zu bezahlen und es dann so lange wie gewünscht zu benutzen. Hierfür gab es den Begriff der Vollversion. Dies entwickelte sich in den Online spielen weiter und führte zum einmaligen Kauf eines MMO Spiels (Multi Massiv Online Game), mit dann entstehenden monatlichen Abo-Gebühren. In dieser schönen, neuen, virtuellen Welt waren alle Spieler gleich und einzig der eigene Ehrgeiz und die investierte Spielzeit entschieden über den eigenen Status in dieser Umgebung. World of Warcraft, Herr der Ringe Online oder der erste richtige Vertreter diese Gattung Ultima Online begannen mit diesem Abo-Konzept und teilten ihre Nutzer nur in fleißig mit viel Spielzeit oder nicht fleißig mit wenig Spielzeit ein. Doch all dies änderte sich mit dem Aufkommen des Free-to-play. Mit dem Siegeszug des gemeinsamen Spielen in virtuellen Welten entstand in Asien dieses neue Geschäftsmodell, sowohl für Browserspiele wie auch für herunterzuladende Client-Games. Zocker konnten nun, ohne das Game zu kaufen, sofort kostenlos in die neue Spielwelt abtauchen und gemeinsam mit Freunden auf Erkundungstour gehen. Doch niemand offeriert etwas wirklich kostenlos und so steht auch hier hinter dem Free-to-play-Konzept der Gedanke Geld zu generieren. Erreicht wird dies durch die jetzt erfolgte Einteilung der Spieler in der Welt in zahlende und nichtzahlende Kunden und der Etablierung einer Zweiklassengesellschaft. Die neue Währung ist hier dabei die Spielzeit.

Das MMOPRG World of Warcraft ist seit 2004 auf dem Markt und noch heute erleben mehrere Millionen Menschen als Zauberer, Paladin oder Druide gemeinsam unterschiedlichste Abenteuer. Bis heute machte das Unternehmen Blizzard mit diesem Spiel mehr als 13 Milliarden Euro an Umsatz.

Das Internet macht das Glücksspiel jedem zugänglich

In der realen Welt kam das Glücksspiel meist träge und öde daher. Lotto, Kartenspiele und Wetten auf Sport dominierten das Angebot, doch nicht jeder der wollte fand auch in seiner Umgebung die entsprechenden Etablissements, um seinem Hobby nachgehen zu können. Mit den Online Casinos wurde alles anders, denn von nun an konnte der Slot Automaten Liebhaber, der lieber vor sich hin zockt und möglichst nicht gestört werden möchte, gemeinsam mit dem geselligen Roulette- oder Kartenspielfreund in ein und der selben virtuellen Spielhalle das große Glück suchen. Zum Vergleich mit den Computerspielen gibt es auch in den Online Casinos den Bereich der Multi-Player Spiele. Hier darf gegen andere Zocker gepokert werden, ohne dabei seine Emotionen und Gefühlsausbrüche verstecken zu müssen und dies wann immer der betreffende Gambler Lust und Laune verspürt. Mit dem Siegeszug von Smartphone und Tablet ist dies heute auch in den mobilen Casinos kinderleicht und dies von jedem Punkt der Welt aus. Verschiedenste Ein- und Auszahlungssysteme ermöglichen dabei einen reibungslosen Transfer. Der Gewinn am Tisch- oder am Slot-Automaten ist somit nicht mehr rein virtuell, sondern manifestiert sich in tatsächlichen Zahlen auf dem eigenen Bankkonto.

In unserer großen Rubrik finden sie zahlreiche Test zu den unterschiedlich deutschsprachigen Online Casino. Bei der Auswahl achten wir selbstverständlich darauf, dass diese auch zu den seriösen Online Casinos gehören und mindestens eine der verschiedenen gültigen Lizenzen für Europa besitzen.

Spielzeit versus Geld

Gab es zu Beginn der schicken Online-Welt noch zahlreiche Abo-Titel, überlebten durch das Aufkommen des Free-to-play nur wenige Spiele wie World of Warcraft, der Rest ging unter oder wechselte zum neuen Geschäftsmodell. Das Geld in den sogenannten Free-to-play Spielen wird über Ingame-Shops generiert. Diese erlauben ein schnelleres Vorankommen im Game und bieten massive Vorteile, die nur durch extreme Zeitinvestition ins Spiel von nichtzahlenden Kunden eventuell ausgeglichen werden können. Natürlich kann der Spieler auch ohne Geld seinen Spaß haben, doch wird er nie die vorderen Plätze in einem dieser Browserspiele, wie Goodgame Empires oder Farmerama erreichen oder in einer Spielervereinigung, auch Gilde oder Clan genannt, die etwas Großes in einem dieser Games erreichen wollen, akzeptiert werden. Wer also im täglichen Wettbewerb mithalten möchte, kommt am Bezahlen nicht vorbei. Auch wird meist der Zugriff zu bestimmten und vor allem interessanten Inhalten des Games reglementiert und ist am Ende nur zahlenden Kunden voll und ganz zugänglich. Das Geschäftsmodell hinter Free-to-play ist darauf konzipiert am Anfang dem Kunden schnelle und einfache Erfolge zu ermöglichen und diese dann später immer weiter zu reduzieren. Hier kann es zu einer suchtähnlichen Spirale kommen, bei der Gamer beginnt Geld auszugeben und Gegenstände aus dem Ingame-Shop zu kaufen, um sich selbst den nächsten Kick und ein gutes Gefühl zu vermitteln.

Das Geschäftsmodell des Free-to-play findet sich mittlerweile in allen Sektoren der Computerspielindustrie, darunter bilden Browsergames, Client-Spiele oder die verschiedenen Game-Apps, die in den zahlreichen Stores angeboten werden, die größten und lukrativsten Bereiche.

Glück und Pech im Online Casino liegen immer nah beieinander

Das Geschäftsmodell eines Online Casinos, gegenüber einem Free-to-play Game, unterscheidet sich grundlegend, denn hier bestimmt größtenteils der Zufall über die Spielerfahrung des Kunden. Gewinne und Verluste werden bei den Slot Automaten Games durch die Software mit einem ausgestatteten Zufallsgenerator ermittelt und bevorzugen in einem seriösen Online Casino niemanden. Alles dreht sich bei den Automatenspielen um die eigene Erfahrung und die eigenen Gefühle die dabei empfunden werden. Bei den Tischkartenspielen und klassischen Casino Games, wie Roulette und BlackJack, gibt es zwei Varianten, das Solo- oder Multiplayerspiel, bei denen gewisse Fähigkeiten des Gamblers einen geringen Einfluss auf das Ergebnis haben. Das liebe Geld verdient ein Online Casino durch die Auszahlungsquoten der einzelnen Spiele, die bei Slot Automaten meist über 90 Prozent liegen. Um möglichst viele Gambler zum Spielen zu animieren werden Boni mit Umsatzbedingungen verknüpft und neuerdings werden auch bei Slot Automaten Turnieren Preise über Ranglisten ausgeschüttet. Beim letzteren Punkt ließen sich die Macher deutlich vom Konzept des Free-to-play inspirieren, denn Wettbewerb und Vergleiche unter den Spielern sind dort die treibende Kraft für den Geldfluss.

Der eklatanteste Unterschied zwischen Online Casinos und den Computerspielen liegt vor allem im Bereich des Geldgewinns, denn es bei den Free-to-play Titel nicht gibt, somit kann auch kein Kunde eines solchen Games jemals Reich werden oder auch nur einen Cent seines eingezahlten Geldes jemals zurück erspielen.

Hier finden Sie den ersten Teil unserer Serie Online Casinos vs. Free-to-play. Lesen Sie im nächsten Teil alles über die Anmeldeverfahren und Zahlungsmethoden.