Online Casinos verursachen mittlerweile in Baden-Württemberg ein wirtschaftliches Problem, denn die Anbieter von Online-Glücksspielen sind populär. Das führt dazu, dass die wichtigen Steuereinnahmen durch Glücksspiele gefährdet werden. Allein im Jahr 2018 hat Baden-Württemberg durch Steuern und Abgaben 494 Millionen Euro eingenommen. Hinzu kommen noch 291 Millionen Euro, die unmittelbar an die Haushalte der Kommunen flossen.

Spielbank UlmOnline Casinos bieten viele Vorteile gegenüber landbasierten Anbietern

Im Zuge der aktuellen Diskussionen über eine Casino-Lizenz für Deutschland, die mit einer umfassenden Regulierung einhergehen soll, werden auch in den einzelnen Bundesländern interessante Auseinandersetzungen geführt. In Baden-Württemberg ist das Glücksspiel, genauso wie in den meisten anderen Bundesländern, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Regierung von Baden-Württemberg befürchtet, dass ohne eine Regulierung der Online-Casinos die Einnahmen in Zukunft deutlich sinken könnten. Aktuell wird das unter anderem deutlich daran, dass die Automatenwirtschaft deutliche Einbußen erleiden muss. In den Spielhallen in Baden-Württemberg sank der Umsatz im letzten Jahr um spektakuläre 30 Prozent.

Es ist kein Zufall, dass Online Casinos bei vielen Glücksspiel-Fans mittlerweile beliebter sind als Spielhallen und Spielbanken. Der Zugriff auf die Online-Glücksspiele ist einfach und rund um die Uhr möglich. Es gibt keine Öffnungszeiten, keine Anfahrt und auch keine anderen Casino-Besucher, die in irgendeiner Weise unangenehm werden könnten. Moderne Online Casinos wie LeoVegas bieten darüber hinaus eine Vielfalt an, die es in keiner einzigen Spielhalle in Deutschland gibt. Das Flair einer klassischen Spielbank kann ein Online Casino vielleicht nicht übertreffen. Aber dafür gibt es bei modernen Glücksspiel-Anbietern rund um die Uhr Live-Roulette, Live-Blackjack und viele andere Spiele im Live-Casino. Die Zeiten, in denen ein Besuch in einer Spielbank nötig war, um das klassische Spiel zu erleben, sind längst vorbei.

Parteien in Baden-Württemberg uneins bei Regulierung des Glücksspiels

Bei Innenminister Thomas Strobl von der CDU hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es wahrscheinlich sinnvoll und notwendig ist, für den neuen Glücksspielstaatsvertrag, der aktuell verhandelt wird, der Öffnung des Marktes für Online Casinos zuzustimmen. Das habe, so wurde in einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag deutlich, vor allem den Vorteil, dass der deutsche Staat eine vernünftige Regulierung schaffen könne. Viele Experten argumentieren seit Jahren, dass es nur auf diese Weise möglich sei, den Wildwuchs auf dem Casino-Markt einzugrenzen. Aktuell gibt es einen grauen Markt, der zwar teilweise von anderen EU-Staaten reguliert wird, beispielsweise von Malta und Großbritannien. Aber mit einer deutschen Glücksspielbehörde wäre es möglich, eigene Regeln zu definieren und umzusetzen.

Die Grünen im baden-württembergischen Landtag sind zwar dafür, das illegale Glücksspiel zu bekämpfen, plädieren aber gleichzeitig auch dafür, eine nationale Regulierung zu schaffen. Die Voraussetzung dafür sei aber, dass die Regeln streng wären und eine Behörde geschaffen würde, welche die Einhaltung dieser Regeln wirkungsvoll überprüfen könnte. Die SPD lehnt die Öffnung des Glücksspiel-Marktes für Online Casinos ab. Das sei wichtig, um Spielsucht zu bekämpfen und Jugendschutz zu gewährleisten. Allerdings stellt sich die Frage, ob das nicht mehr Wunschdenken als Realität ist. Die aktuelle Situation ist so, dass zwar zahlreiche Online Casinos verfügbar sind, aber rechtsverbindliche Lösungen fehlen. Die Casino-Betreiber beziehen sich auf die EU-Dienstleistungsrichtlinie und kommen damit bisher durch.

Interessante Allianz zwischen Spielhallen-Betreibern und Glücksspiel-Gegnern

Bei der aktuellen Debatte in Baden-Württemberg kommen erstaunliche Allianzen zum Vorschein. Dass es unter den politischen Parteien Gegner des Online-Glücksspiels gibt, ist nicht überraschend. Aber zumindest auf den ersten Blick ist es erstaunlich, dass sich die Automatenwirtschaft teilweise auch zu den Gegnern des Online-Glücksspiels zählen lässt. Die Gründe sind klar: Die Spielhallen-Betreiber leiden jetzt schon erheblich darunter, dass viele Spieler gar nicht mehr den Weg zur Spielhalle antreten, sondern stattdessen im Internet spielen. Zudem werden aktuell viele Spielhallen geschlossen, da neue Gesetze gelten, die letztlich dazu führen, dass es deutlich weniger Spielhallen in Deutschland geben wird. Für Online Casinos könnten goldene Zeiten in Deutschland anbrechen, wenn sich die Bundesländer auf eine sinnvolle Regulierung einigen. Für die Spielhallen-Betreiber sind die goldenen Zeiten hingegen aller Wahrscheinlichkeit nach bereits Geschichte.